Schulschwimmbecken

Schwimmunterricht: Herner SPD fordert bessere Bedingungen

Der Schwimmeranteil in den Herner Grundschulen hängt nicht zuletzt von den Bedingungen ab: In Schulen mit eigenem Lehrschwimmbecken ist der Anteil der Nichtschwimmer nach der vierten Klasse höher, so das Ergebnis einer Erhebung der Stadt.

Der Schwimmeranteil in den Herner Grundschulen hängt nicht zuletzt von den Bedingungen ab: In Schulen mit eigenem Lehrschwimmbecken ist der Anteil der Nichtschwimmer nach der vierten Klasse höher, so das Ergebnis einer Erhebung der Stadt.

Foto: Stephanie Pilick / dpa

Herne.  Die SPD kritisiert die Bedingungen für den Schwimmunterricht in Herne. Die Fraktion regt an, geschlossene Lehrschwimmbecken wieder zu öffnen.

Vor einem Jahr haben SPD und CDU Alarm geschlagen, weil immer weniger Kinder in Herne nach Verlassen der Grundschule schwimmen können. Nun startet die SPD-Ratsfraktion einen neuen Vorstoß und regt unter anderem die Reaktivierung eines vor zwei Jahren geschlossenen Lehrschwimmbeckens in Wanne an.

Für die nächste Sitzung des Schulausschusses hat die SPD einen Fragenkatalog an die Verwaltung erstellt. Aus gutem Grund, sagt Ratsherr Thomas Spengler. „Die Kapazitäten der Herner Lehrschwimmbecken reichen insgesamt nicht aus“, so der schulpolitische Sprecher. Und: Die jüngsten Erfahrungen hätten gezeigt, dass es jederzeit zu einer vorübergehenden Schließung von Lehrschwimmbecken kommen könne – so wie zuletzt an der Kolibrischule an der Flottmannstraße und in der Grundschule Pantrings Hof.

Nachteile für Schulen ohne Becken

Für die SPD steht außer Frage, dass in Grundschulen mit Lehrschwimmbecken deutlich mehr Kinder das Schwimmen lernen. Eine auf SPD-Initiative durchgeführte Erhebung der Stadt bestätigte vor einem Jahr diese These. Der Anteil der Nichtschwimmer bewegte sich je nach Grundschule zwischen 8 und 75 Prozent; bei den damaligen Viertklässlern reichte die Spanne von 8 bis 59 Prozent. Das wurde vor allem darauf zurückgeführt, dass in Schulen, die kein eigenes Becken haben, eine Schwimmstunde wegen des großen Aufwands bisweilen nicht mehr als 20 Minuten dauert.

Bereits vor der Sommerpause hatte die SPD im Schulausschuss zur Diskussion gestellt, ob nicht das 2017 geschlossene Lehrschwimmbecken der Wanner Claudiusschule wieder in Betrieb genommen werden könne - wenn es denn finanziell machbar wäre. Die Stadt wies dies im Ausschuss mit der formalen Begründung zurück, dass die derzeit vorhandenen Wasserflächen für einen „lehrplanmäßigen Schwimmunterricht“ ausreichten. Und auch die CDU zeigte wenig Begeisterung für den Vorschlag des Ratskooperationspartners.

Grundschule ist für Wiederinbetriebnahme

In der Claudiusschule rennt die SPD dagegen offenen Türen: „Wir würden es sehr begrüßen, wenn wir unser Lehrschwimmbecken wieder nutzen könnten“, sagt Grundschulleiterin Britta Nutt-Witter auf Anfrage der WAZ. Der Aufwand sei derzeit schon sehr groß. Frühere Pläne der Stadt, Umkleideräume und Duschen umzubauen, um sie wegen der großen Raumnot für den Schulbetrieb zu nutzen, seien nicht realisiert worden, so Nutt-Winter.

Die SPD greift in ihrem Antrag an die Verwaltung noch weitere Punkte auf. So will die Fraktion unter anderem wissen, welche Vorteile eine Eingliederung von Lehrschwimmbecken in die städtische Bädergesellschaft hätte. Und auch Fragen nach der Höhe des derzeitigen Investitionsstaus in Lehrschwimmbecken und der Zahl der durch Sanierungsarbeiten ausgefallenen Schwimmstunden finden sich in dem Katalog der SPD-Fraktion.

Die Sitzung des Schulausschusses beginnt am Donnerstag, 26. September, um 16 Uhr im Bürgersaal des Sud- und Treberhauses am Eickeler Markt 1.

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