ÖPNV

Sozialticket bleibt umstritten

„Mein Ticket“ soll das Sozialticket künftig heißen. Nach dem 14-monatigen Probelauf soll das vergünstigste Ticket  ab Januar auch in Herne  ins Regelangebot aufgenommen werden.

„Mein Ticket“ soll das Sozialticket künftig heißen. Nach dem 14-monatigen Probelauf soll das vergünstigste Ticket ab Januar auch in Herne ins Regelangebot aufgenommen werden.

Foto: WAZ FotoPool

Herne.   Das Sozialticket Fahrkarte wird ab 2013 auch in Herne zum Regelangebot. Die Linkspartei kritisieren Preis von 29,90 Euro. Der VRR und die Stadt sehen hier jedoch keinen Spielraum.

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Die formale Entscheidung fällt erst am Donnerstag in den Gremien des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR), doch politisch ist die Sache längst durch: Das Sozialticket soll ab 2013 als Regelangebot für Herne sowie den gesamten VRR übernommen werden – weiterhin zum Preis von 29,90 Euro und zu den bisherigen Bedingungen. Und genau daran entzündet sich in Herne Kritik.

„Das Sozialticket hat den Namen nicht verdient“, sagt Linke-Sprecher Markus Dowe. Das Angebot dürfe maximal 15 Euro kosten.

1000 statt 4000 verkaufter Tickets

Die Zahlen sprechen für die Position der Linken, denn: Das Sozialticket, das künftig „Mein Ticket“ heißen soll, ist nach wie vor ein Ladenhüter. Seit dem Start der im Dezember auslaufenden 14-monatigen Testphase stagniert der Verkauf bei 1000 Fahrkarten im Monat, so der HCR. Anspruchsberechtigt sind rund 30 000 Menschen in Herne. Somit liegt die Quote bei 3,3 % (Düsseldorf: 11 %, Essen: 8 %, VRR: 5,1 %). Bei einer VRR-Marktforschung im Vorfeld des Probelaufs lag die Prognose für Herne bei 4000 Tickets.

Für die Linke ein klares Indiz dafür, dass das Sozialticket-Modell nicht angenommen wird und damit gescheitert ist. Das weist Dirk Gleba (Grüne) zurück. „Ich bin froh, dass dieses Angebot fortgeführt wird. Das ist erst einmal ein Erfolg“, sagt der Stadtverordnete unter Verweis auf die anfänglichen großen Widerstände innerhalb des Verkehrsverbundes. „Es gibt aber Verbesserungspotenziale“, räumt Gleba ein. Ein Sozialticket für 15 Euro sei zwar „utopisch“, so der Grüne, aber über den Preis müsse künftig noch mal geredet werden. Der VRR und Stadtkämmerer Peter Bornfelder – er gehört der VRR-Zweckverbandsversammlung an – sehen keine Spielräume. Das Argument: Jedes Sozialticket werde vom Land subventioniert, folglich hätten höhere Absatzzahlen auch höhere Ausgaben zur Folge.

30 Mio Euro schießt das Land jährlich zum Sozialticket hinzu, um die Kosten zu decken. Größer dürfe das Minus in Zukunft nicht werden, so VRR-Sprecher Johannes Bachteler. Die Einigung sehe nämlich vor, dass darüber hinausgehende Verluste nicht den Städten, den Verkehrsunternehmen und den anderen Fahrkunden aufgebürdet werden dürften.

Dirk Gleba wirft jedoch die Frage auf, ob mehr verkaufte Sozialtickets nicht auch zu einer Verbesserung der Einnahmesituation führen könnten. Die Linke sieht ein grundsätzliches Defizit bei den Verantwortlichen: „Uns fehlt hier die Transparenz“, so Dowe.

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