Stalking

Zeugin im Herner Stalkerprozess: „Es war eine schlimme Zeit“

Ein 50-Jähriger soll seine Ex-Partnerin aus Wanne-Eickel durch permanenten Psychoterror in den Freitod getrieben haben. Hier ein Symbolbild.

Ein 50-Jähriger soll seine Ex-Partnerin aus Wanne-Eickel durch permanenten Psychoterror in den Freitod getrieben haben. Hier ein Symbolbild.

Foto: Angelika Warmuth / dpa

Herne.  Im Stalking-Prozess um den Tod einer Wanne-Eickelerin hat eine weitere Zeugin den Angeklagten (50) schwer belastet. Das wird ihm vorgeworfen.

Im Stalking-Prozess um den tragischen Tod einer Wanne-Eickelerin ist der Angeklagte erneut schwer belastet worden. Nur wenige Tage nach dem mutmaßlich durch seinen Psychoterror verübten Selbstmord der 49-Jährigen im Juni 2018 war der vorbestrafte Stalker (50) offenbar bereits bei einer neuen Frau eingezogen – und soll sofort wieder Angst, Schrecken und Unbehagen verbreitet haben.

Über ein Dating-Portal im Internet hatte eine Witwe (52) aus Gelsenkirchen den Angeklagten im Juni 2018 kennengelernt. Es vergingen gerade einmal sechs Wochen, bis sich auch diese Frau gezwungen sah, zur Polizei zu gehen und Strafanzeige zu erstatten. „Da er mir doch nicht so sympathisch war, habe ich ihm übers Handy geschrieben, dass ich keinen Kontakt mehr will“, erinnerte sich die Zeugin am Mittwoch am Bochumer Schwurgericht. Noch am selben Abend habe der 50-Jährige sie daraufhin vor ihrer Haustür abgepasst, in die Wohnung geschubst und massiv bedrängt.

Eine Alkoholfahne „bis zum Mond“

Der Tochter (27) der Witwe, die mit ihren zwei kleinen Kindern beinahe täglich zu Besuch war, war der Angeklagte als neuer Freund ihrer Mutter praktisch von Anfang an ein Dorn im Auge. „Er wurde ganz schnell aggressiv. Es war eine ganz schlimme Zeit. Er hat mich und meine Mutter ständig verfolgt. Das war richtig unheimlich. Auch hat er angerufen, vor meiner Tür Theater gemacht und meine Kinder angeschrien“, berichtete die Zeugin.

Nicht selten habe der 50-Jährige dabei eine Alkohol-Fahne „bis zum Mond“ gehabt. Weil ihre Mutter aber anfangs „blind vor Liebe“ gewesen sei, habe sich zunächst nichts geändert. Erst spät habe sie ihrer Mutter die Augen öffnen und sie zu einer Strafanzeige bringen können. Im November 2018 bekamen die 27-Jährige und ihre Mutter schließlich mit, dass der 50-Jährige wegen seiner mutmaßlichen Verstrickung in den Suizid einer anderen Frau festgenommen worden war. „Da waren wir beide froh und erleichtert“, sagte die Zeugin. Der wegen Stalkings mehrerer Ex-Frauen bereits vorbestrafte Angeklagte quittierte die Vorwürfe der Zeuginnen immer wieder mit Stoßseufzern und herablassenden Gesten. Dem 50-Jährigen wird vorgeworfen, ab Mitte Juli 2017 seine Ex-Partnerin aus Wanne-Eickel durch permanenten Psychoterror in den Freitod getrieben zu haben. Die Anklage lautet auf Nachstellung mit Todesfolge.

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