Corona-Virus

Falscher Coronaalarm bei italienischem Hotelgast in Iserlohn

Ein Gast aus Mailand sorgte am Mittwoch für einen Corona-Alarm im Hotel Campus Garden am Reiterweg. Das Gesundheitsamt konnte aber schnell Entwarnung geben.

Ein Gast aus Mailand sorgte am Mittwoch für einen Corona-Alarm im Hotel Campus Garden am Reiterweg. Das Gesundheitsamt konnte aber schnell Entwarnung geben.

Foto: Kevin Pinnow

Iserlohn.  Drei Stunden war der Betrieb des Hotels „Campus Garden“ in Iserlohn lahmgelegt, Restaurantgäste wurden in andere Lokale umgeleitet.

„Glücklicherweise war es nur ein grippaler Infekt: Das ist das Ergebnis der heutigen Untersuchung des Kreisgesundheitsamtes bei einem Gast aus Mailand, der seit Montag im Hotel Campus-Garden logierte“, berichtet Geschäftsführer Ilir Mulaku gegenüber unserer Zeitung. „Der Mann klagte über Übelkeit. Da haben wir heute morgen von unserem Betrieb das Ordnungsamt und die Feuerwehr informiert und ihn auf seinem Zimmer zurückhalten lassen.“ Das Hotel alarmierte das Ordnungsamt und die Feuerwehr, die dann das Gesundheitsamt über den Verdacht informierte.

„Erst nach zweieinhalb Stunden kam dann jemand raus. Das ist in dieser Situation zu lahm. Das muss schneller gehen. Die machten keinen großen Alarm. Sie kamen ohne Masken und ohne Schutz. Da hätten wir mehr von den Behörden erwartet. Das war bescheiden“, berichtet Mulaku von dem, was ihm seine Angestellten berichtet hatten.

Das bestreitet Kreissprecher Hendrik Klein: „Amtsarzt Christian Ternette ist 15 Minuten nach der Meldung im Hotel aufgetaucht: Der Mann hat sich selbst gemeldet und von grippeähnlichen Symptomen berichtet.“ Da er sich nicht im Risikogebiet aufgehalten habe, sei der Amtsarzt auch nicht mit Ganzkörperschutzanzug erschienen. Klein: „Er hat den Patienten in Augenschein genommen, hat einen Abstrich genommen und hat ihm geraten, weiter im Hotel zu bleiben, bis in zwei Tagen das Ergebnis des Tests vorliegt. Vorsichtshalber soll er sein Essen auf dem Zimmer einnehmen. Die Untersuchungen des Patienten im Hotelzimmer ergaben, dass er voraussichtlich nur an der saisonalen Grippe erkrankt sei“, erklärt Hendrik Klein. Der Patient wurde nach dem Kontakt mit dem Gesundheitsamt zum Arzt gebracht, damit er auch mit Medikamenten versorgt wurde, berichtet Hotelchef Ilir Mulaku weiter. „Wir haben von 9 bis 12 Uhr drei Stunden lang niemanden raus- oder reingelassen.“ Das Personal im Restaurantbereich sei entsprechend informiert worden. Man habe Kunden, die mittags im „Campus Garden“ einen Tisch bestellt hatten, in seine weiteren Restaurants im Stadthotel oder ins „El Toro“ umgeleitet.

Mulaku will sich beim Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) beschweren. Er betont, Hotels brauchen Unterstützung von Behörden. Gäste aus dem Ausland kennen sich vor Ort nicht aus.

Kreissprecher Hendrik Klein berichtet, dass der Kreis am Nachmittag Vertreter des Bevölkerungsschutzes, des Gesundheitsamtes und die Fachbereichsleitung Öffentliche Ordnung zusammengerufen hat, um das weitere Vorgehen zu planen: eine Infoveranstaltung für Städte und Gemeinden für niedergelassene Ärzte und Krankenhäuser. Er verweist auf Informationen, die auf der Homepage des Märkischen Kreises abrufbar sind: Handlungsanweisungen des Robert-Koch-Instituts. Klein warnt davor, Panik und Hysterie zu verbreiten. Der Kreis habe 2007 als erster Kreis in NRW eine große Pandemie-Übung abgehalten. Dabei habe sich herausgestellt, dass alle im Krisenmanagement Beteiligten im Falle einer Pockenpandemie gut aufgestellt seien.

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