Coronavirus

Iserlohner Kanalarbeiter sind unabkömmlich

Axel Rauhe, Vorsitzender des SIH und Frank Weiland, Meister Kanalunterhaltung und Gewässer, erklären, warum die Kanalarbeiter in Iserlohn und Hemer unabkömmlich sind.

Axel Rauhe, Vorsitzender des SIH und Frank Weiland, Meister Kanalunterhaltung und Gewässer, erklären, warum die Kanalarbeiter in Iserlohn und Hemer unabkömmlich sind.

Foto: Carolin Meffert

Iserlohn.  Auch während der Corona-Krise sorgt der Stadtbetrieb Iserlohn Hemer für die Sicherstellung der Abwasserentsorgung.

Für rund 650 Kilometer Kanal in Iserlohn und Hemer sind die Mitarbeiter des Märkischen Stadtbetriebs Iserlohn Hemer (SIH) zuständig. Auch wenn derzeit das öffentliche Leben eingeschränkt ist und viele bereits im Homeoffice arbeiten, gehen die Mitarbeiter der Kanalunterhaltung ihrer Arbeit weiter nach und sorgen für die Aufrechterhaltung der Infrastruktur und Stadtbildpflege. „Der Kanalbetrieb muss aufrechterhalten bleiben, ansonsten ist die Abwasserentsorgung der privaten Haushalte und der Gewerbetreibenden nicht mehr gewährleistet und sichergestellt“, erklärt Axel Raue, Vorstand des SIH.

Dafür werden täglich Kontrollen unternommen. Am Mittwoch stand ein ganz besonderes Bauwerk unter Begutachtung. Denn am Hemberg befindet sich ein Stollenbau, der vor einigen Jahren durchgetrieben wurde. Anstatt Steigeisen führt eine Treppe zum Kanal hinab, für das technische Equipment gibt es zusätzlich einen Schacht. Hier unten fließen die Hauptabwässer aus Richtung Iserlohner Innenstadt bis nach Drüpplingsen zur Kläranlage, die vom Ruhrverband betrieben wird.

Auch wenn derzeit sehr viel Toilettenpapier in den Supermärkten gekauft wird, ist das für die Kanalisation kein Problem. „Das Klopapier zersetzt sich im Wasser“, erklärt Frank Weiland, Meister Kanalunterhaltung und Gewässer. Für Probleme sorgen derzeit eher Babyfeuchttücher, die abgespült werden. „Die setzen sich in der Kanalisation fest und sorgen für Verstopfungen“, berichtet Frank Weiland weiter.

Wenn es zu Verstopfungen kommt, müssen die SIH-Mitarbeiter auch mal in den Kanal steigen. Dafür wird der Kanalarbeiter mit einem Stativ, dem sogenannten Dreibaum, an dem ein Höhensicherungsgerät befestigt ist, gesichert. Zudem ist es nötig, dass sich weitere Arbeiter auf Sicherheitsposten begeben, um den, der im Kanal arbeitet, im Notfall herausziehen zu können. Da sie dadurch keine aktive Arbeit verrichten, entstehe oftmals in der Öffentlichkeit der Eindruck, dass die Mitarbeiter nur herumstehen würden.

Stadtbetrieb bekämpft flächendeckend Ratten

Neben der Überprüfung des Kanalnetzes ist der SIH auch für die Rattenbekämpfung zuständig, sowohl im Kanal als auch flächendeckend auf öffentlichem Grund. „Es ist kein Geheimnis, dass die Population zunimmt“, erklärt Frank Weiland das Problem. Aus diesem Grund empfiehlt der SIH, Essensreste nicht über die Toilette zu entsorgen, sondern im Restmüll.

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