Corona-Pandemie

Iserlohner Unterstützung bei großer Schausteller-Demo

Vor dem Brandenburger Tor demonstrierten die Schausteller.

Vor dem Brandenburger Tor demonstrierten die Schausteller.

Foto: Privat

Berlin/Iserlohn.  Dennis Hartmann macht mit seinen Kollegen in Berlin vor dem Brandenburger Tor auf die Nöte der Branche aufmerksam.

Lange Zeit hatten sich die deutschen Schausteller ruhig verhalten, auch wenn sie aufgrund der Corona-Krise nahezu mit einem Berufsverbot belegt sind. Nachdem aber die Förderungskriterien des neuesten Hilfsprogramms der Bundesregierung für den Mittelstand und kleinere Gewerbetreibende bekannt wurden und die Erkenntnis reifte, dass es für diesen Teil der Vergnügungsindustrie erneut keine Hilfen gibt, riss der Geduldsfaden. Das Ergebnis war eine Groß-Demo in Berlin, wo am Donnerstag die Branche, organisiert vom Deutschen Schausteller-Bund, auf ihre Notsituation aufmerksam machte.

Auf die 500 Kilometer lange Tour in die Bundeshauptstadt machte sich vom größten Iserlohner Unternehmen auch Dennis Hartmann. Mit seiner mit den Streikparolen versehenen Zugmaschine gesellte er sich zu den 1027 anderen Fahrzeugen dieser imposanten Demonstration.

„Das Karussell muss sich weiterdrehen“ oder „Wir brauchen Hilfe“ lauteten dort die Slogans auf den auf die Lkw aufgeklebten Plakaten. Nachdem sich die aus allen Richtungen eingetroffenen Abordnungen auf dem Zentralen Festplatz versammelt hatte, setzte sich die Karawane nach einer kurzen Ansprache von DSB-Präsident Albert Ritter Richtung Innenstadt in Bewegung.

Ziel des beinahe endlosen Konvoi war das Brandenburger Tor. Dort wurde für die Zugmaschinen die Straße des 17. Juni komplett gesperrt. Vor dem Tor fanden sich 34 Bundestagsabgeordnete ein, um mit den erschienenen Schaustellern ihrer Wahlkreise zu diskutieren und sich deren Ängste und Nöte anzuhören. Bis zum 31. Oktober sind nach dem aktuellen Stand in Deutschland alle Großveranstaltungen, zu denen auch die Kirmessen und Volksfeste gehören, abgesagt. Die Schausteller machten dabei deutlich, dass viele Betriebe eine derart lange Durststrecke ohne die Chance auf Einnahmen nicht überstehen können und verwiesen darauf, dass die Volksfeste ein Kulturgut seien.

„Das war eine sehr professionell abgelaufene Veranstaltung. Es war überwältigend“, beschrieb Dennis Hartmann die Szenerie. Rund 15.000 Schausteller und Zuschauer fanden sich vor der Bühne am Brandenburger Tor ein und demonstrierten diszipliniert für ihr Anliegen. Er geht davon aus, dass diese beeindruckende Aktion viel Aufmerksamkeit erregt hat.

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