Hänsel-Textil

Massen-Entlassungen bei Hänsel-Textil in Iserlohn

Hänsel-Textil-Geschäftsführer Rudolf Loewen hat jetzt angekündigt, dass 50 Mitarbeiter seines Unternehmens bis Ende des Jahres die Kündigung erhalten.

Hänsel-Textil-Geschäftsführer Rudolf Loewen hat jetzt angekündigt, dass 50 Mitarbeiter seines Unternehmens bis Ende des Jahres die Kündigung erhalten.

Foto: IKZ

Iserlohn.   Nach mehr als 105 Jahren vor Ort steht das Iserlohner Unternehmen Hänsel-Textil vor der Umstrukturierung. Die Stoff-Produktion in Iserlohn soll veräußert werden - 50 Mitarbeiter müssen deshalb gehen. Eine Transfergesellschaft soll ihnen helfen.

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Rudolf Loewen, Geschäftsführer von Hänsel-Textil, hat der Belegschaft in der vergangenen Woche in einer Betriebsversammlung mitgeteilt, dass 50 Beschäftigte bis Ende des Jahres ihren Arbeitsplatz verlieren. Ihnen wurde angeboten, in eine Transfergesellschaft zu wechseln.

Mit dem Betriebrat wurde erreicht, dass sie darin zwölf Monate lang für andere Jobs qualifiziert werden. Sie erhalten 90 Prozent ihres bisherigen Lohns. „Das ist positiv vom Arbeitgeber“, erklärt Lena Brühl, Sprecherin der Agentur für Arbeit, auf Anfrage unserer Zeitung. „Der übliche Satz ist die Höhe des Arbeitslosengeldes.“

Hänsel Textil soll nicht verschwinden

„Es ist sichergestellt, dass Iserlohn seinen Standort behält, und dass der Name Hänsel-Textil auf jeden Fall noch weitere 120 Jahre und länger erhalten bleibt“, betont Geschäftsführer Rudolf Loewen im Gespräch mit unserer Zeitung. „Ich habe heute Morgen einen Vertrag unterschrieben, der sicherstellt, dass der Name Hänsel-Textil in der Einlage nicht verschwindet.“

Die Mitgesellschafter haben entschieden, die Einlagesparte für die Bekleidungsindustrie zu veräußern und das Unternehmen auf das technische Textilgeschäft zu konzentrieren. In der kommenden Woche werde er den Namen des Käufers bekannt geben. Wie Loewen weiter erklärt, werden alle dem Vertrieb zugeordneten Mitarbeiter in Iserlohn übernommen: „Sie wurden heute informiert.“ Loewen erläutert die weitere Entwicklung: „Die Auslandsgesellschaften werden auch übernomen: in Italien, Belgien, Rumänien und Sri Lanka.“

Herstellungskosten in Iserlohn sind zu hoch

Mit Unterbrechungen ist er seit 1995 Geschäftsführer bei Hänsel-Textil. Aus der im Jahr 2009 eröffneten Insolvenz war das Unternehmen im März 2011 entlassen worden war. Loewen lobt in diesem Zusammenhang den Insolvenzverwalter Dr. Dirk Andres, mit dem es gelungen war, weiterzumachen. Dann habe er zwei Millionen für Maschinen in den Betrieb gesteckt, weil es einen erheblichen Investitionsstau gegeben habe. Trotzdem spricht er von hohen Verlusten: „Wir hatten hier siebenstellige Zahlen, die wir uns von unseren Auslandsgesellschaften wieder reinholen mussten.“

Er betont, dass sich die Hänsel-Gruppe mit einem Gesamtumsatz von etwas über 30 Millionen Euro weltweit konsolidiert. Die Herstellungskosten vor Ort seien zu hoch, berichtet er von einem schwierigen internationalen Wettbewerb. „Der hohe Krankenstand von 17 bis 18 Prozent, derzeit sogar von 30 Prozent war ein Killer. Das hat die Kosten nach oben getrieben. Ich musste die Produktionsabteilung, die nicht mehr rentabel war, schließen. Die Zukunft liegt nicht in der Einlage, sondern im technischen Bereich“, blickt Loewen nach vorn. „Ich glaube, dass Hänsel-Tec eine gute Zukunft hat. Wir haben eine extrem kreative Entwicklungsabteilung um Sven Engelking und sein Team.“ Dafür suche er nun einen Geschäftsführer und Vertriebsleute.

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