Diakonie Mark-Ruhr

Mit Anbau-Plänen und erster „Klima-Kita“ Ausschuss überzeugt

Kita-Leiterin Andrea Wichern (li.) und ihre Stellvertreterin Jana Hauck freuen sich mit (v. re.) Martin Stolte, Volker Holländer, Olaf Pestl und Fabian Tigges über die künftigen Betreuungsmöglichkeiten im Quartier.

Kita-Leiterin Andrea Wichern (li.) und ihre Stellvertreterin Jana Hauck freuen sich mit (v. re.) Martin Stolte, Volker Holländer, Olaf Pestl und Fabian Tigges über die künftigen Betreuungsmöglichkeiten im Quartier.

Foto: Torsten Lehmann / IKZ

Iserlohn.  Der Jugendhilfeausschuss segnete die Pläne der Diakonie für die Prinzenstraße ab und übertrug ihr die künftige Trägerschaft am Teutoburger Platz.

Nach dem Wunsch der Diakonie Mark-Ruhr – und seit vergangener Woche auch mit Zustimmung des Jugendhilfeausschusses – soll künftig noch mehr Kinderlachen die Prinzenstraße erfüllen. Die dortige Kindertagesstätte bekommt einen Anbau und dadurch möglichst schon ab dem kommenden Kindergartenjahr Platz für zwei weitere Gruppen. Zuvor wird im benachbarten Griesenbeckhaus zum 1. Januar noch eine Übergangsgruppe mit bis zu zehn Plätzen eingerichtet. Und vor allem hat die Diakonie den Ausschuss gegen drei Mit-Interessenten auch mit ihrem Konzept für die erste „Klima-Kita“ in der Region überzeugt, die in einem der künftigen IGW-Gebäude am neuen Teutoburger Platz bis zum Kindergartenjahr 2022/23 entstehen soll, also gerade mal knapp 300 Meter Luftlinie entfernt.

Dass der Bedarf im Innenstadtbereich schon jetzt vorhanden ist, unterstrich der städtische Beigeordnete Martin Stolte bei der Vorstellung der beiden Projekte durch den Träger: „Wir sind zwar ja im Gegensatz zu anderen Kommunen wie beispielsweise Hagen oder Dortmund schon ziemlich gut aufgestellt, aber es ist immer noch ein jährliches Jonglieren mit den letzten Plätzen, mit Provisorien und Überbelegungen, und da ist es schon sehr wertvoll, wenn man diese Plätze in allen Gruppen-Varianten anbieten kann“, sagte Stolte, der sich auch sehr freute, dass direkt an eine Kita mitgedacht wurde und nicht erst während oder gar nach der Fertigstellung der etwa 150 Wohneinheiten auf dem ehemaligen Hänsel-Textil-Gelände.

Kinder spielerisch an Zukunftsthemen heranführen

„Wir waren mehr als angetan von dem, was die IGW am Teutoburger Platz plant, weil das auch in puncto moderne Stadtentwicklung ein Quantensprung ist, und dabei ist der Kita-Baustein noch mal ein I-Tüpfelchen“, sagte Fabian Tigges, zuständig für die Geschäftsleitung der Diakonie-Kitas, zu der geplanten Vier-Gruppen-Einrichtung, die dort das Erdgeschoss eines L-förmigen Wohnhauses bilden soll. Da die Zukunftsthemen Klimaschutz und Nachhaltigkeit es wert seien, sie nicht nur beispielsweise in einer Projektwoche im Kindergarten aufzugreifen, habe man sich auch mit Blick auf den Sozialraum für das Konzept einer „Klima-Kita“ entschieden. Zusammen mit Kooperationspartnern (Heimatversorger, Landwirtschaft etc.) sollen die Kinder auf spielerische Art und Weise, also „als frühkindliche Bildung, aber mit einer großen Portion Spaß“, an alle damit zusammenhängenden Themen wie beispielsweise Energie, Mobilität oder auch Konsum herangeführt werden. „Das Motto lautet ,Unsere Zukunft in kleinen Händen’“, sagte Tigges, der gerade wegen der guten Erfahrungen, die man im aus den Kitas Prinzenstraße und Hindenburgstraße bestehenden „Familienzentrum Miteinander“ gemacht habe, die Bedeutung der Elternarbeit betonte.

An der Prinzenstraße, wo derzeit 47 Kinder untergebracht sind, wird künftig Platz für bis zu 80 sein, vom Kleinkindalter bis zur Einschulung. Zu den bisherigen Gruppen (Zwei- bis Sechsjährige beziehungsweise für Dreijährige bis zur Einschulung) kommen eine U3-Gruppe und eine weitere für Kinder ab drei Jahren. Dafür errichtet die Versöhnungskirchengemeinde, die die Trägerschaft für diese Kita und die weitere an der Hindenburgstraße im August 2019 an die Diakonie abgegeben hatte (wir berichteten), aber weiterhin Eigentümer der Immobilien ist, den zweigeschossigen Anbau. „Wir freuen uns über die sehr gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde und haben einen langfristigen Mietvertrag geschlossen, der um das neue Gebäude dann erweitert wird“, berichtete Diakonie-Geschäftsführer Volker Holländer. Im Rahmen der Gesamt-Investition von 800.000 Euro ist auch in dem Gebäude der 1989 eröffneten Einrichtung „eine Änderung der Raumstruktur und Anpassung an die aktuellen Anforderungen moderner Kitas“ vorgesehen. So soll dort ein Bistro „zentraler Treffpunkt“ für die Kinder sein. Mit Blick auf die Altersgruppen und deren Struktur werde es eine optische Trennung geben, wobei Wald und Wiese sowie Wasser und Wellen die Gestaltungselemente sein sollen. Und im Zuge aller Umbauarbeiten wird auch die komplette Barrierefreiheit des Gebäudes sichergestellt. Die Verbindung zwischen Alt- und Neubau wird zugleich der neue Eingangsbereich, der sich bislang ja noch nahe der Straße befindet. „Künftig haben wir dann einen geschützten Innenhof, auch mit Abstellmöglichkeiten für Kinderwagen“, sagte Holländer unter anderem auch mit Blick auf die neue U3-Gruppe.

Immer noch knapp 1000 Quadratmeter Außengelände

Auch nach der Bebauung, und das ist auch Martin Stolte gerade bei einer Innenstadt-Kita sehr wichtig, ist draußen immer noch genug Platz: knapp 1000 Quadratmeter zum Spielen und Toben, da für das Vorhaben auch ein Teil des Grundstücks des benachbarten Gemeindehauses, des Griesenbeckhauses, genutzt werden kann. Über das künftig noch intensiver genutzte Außengelände werden auch die dortige Großtagespflege der Diakonie Mark-Ruhr und eben die neue Übergangsgruppe angebunden.

Und nicht nur räumlich, auch inhaltlich möchte sich die Prinzenstraße neu aufstellen: „Wir beschäftigen uns schon seit zwei Jahren intensiv mit Medien und wollen Medien-Kita werden“, kündigte die Leiterin Andrea Wichern an. Und die Diakonie kann sich vorstellen, zeitlich angepasste Betreuungsangebote für den Nachwuchs der Mitarbeiter aus der benachbarten Agentur für Arbeit und der Kreispolizeibehörde zu schaffen.

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