Trockenheit

Rettung am Rupenteich: 80 Rotfedern finden ein neues Zuhause

Gemeinsam befördern die SIH-Mitarbeiter – vorn Jörg Hemecker und Eckehardt Schröder – die Fische in einen der Stadtsteiche.

Gemeinsam befördern die SIH-Mitarbeiter – vorn Jörg Hemecker und Eckehardt Schröder – die Fische in einen der Stadtsteiche.

Foto: Vanessa Wittenburg / IKZ

Iserlohn.  Die anhaltende Trockenheit lässt den Rupenteich austrocknen. Dort nicht natürlich vorkommende Fische mussten deshalb jetzt umgesiedelt werden.

Dort wo eigentlich Wasser sein sollte, sind jetzt nur noch Schlamm, Steine und Algen zu finden. Der Rupenteich, der in den vergangenen Wochen wie auch schon in den Vorjahren merklich Wasser verloren hatte, ist von den Stadtbetrieben Iserlohn/Hemer (SIH) leer gepumpt worden. Jedoch nicht ohne Grund: Besorgte Spaziergänger hatten sich in den letzten Wochen vermehrt bei den Stadtbetrieben gemeldet, dass sich in dem Gewässer Fische befänden. Sie befürchteten, dass die Fische dort verenden könnten – eine Befürchtung, die der Stadtbetrieb teilt und jetzt eine Rettungsaktion starteten.

„Zuletzt standen nur noch rund 40 Zentimeter Wasser im Rupenteich, es wurde zunehmend wärmer und dementsprechend wenig Sauerstoff war noch für die Fische da“, erklärt Eckehardt Schröder, Meister im Bereich Grün- und Stadtbildpflege beim SIH. Nachdem bereits im März der Zulauf aus dem Stadtwald versiegt war, sorgte die anhaltende Trockenheit dafür, dass sich das Lehmfundament des Teiches nicht mehr mit Wasser vollsaugen kann. Ergebnis: der Teich trocknet aus, ein mittlerweile bekanntes Bild für Spaziergänger, Sportler und Wanderer.

Trockenheit und Hitze zwingen Stadtbetriebe zum schnellen Handeln

„Wir wollten unserer Verantwortung gerecht werden und eingreifen, bevor etwas passiert“, erklärt Eckehardt Schröder den Hintergrund der Rettungsaktion, die kurzfristig doch schon vor Pfingsten auf die Beine gestellt wurde. Da der Wetterbericht für die kommenden Tage hohe Temperaturen und Sonne satt vorhersagt, befürchteten die Mitarbeiter der Stadtbetriebe, dass bereits zu Beginn der Woche viele Fische aufgrund des fehlenden Sauerstoffs in dem Gewässer verenden könnten.

Und so begannen die Mitarbeiter des Stadtbetriebs am Freitagmorgen, das Wasser abzulassen und so schnell wie möglich die Fische in Wasserwannen zu setzen. Ein nicht immer einfaches Unterfangen, wie Jörg Hemecker berichtet: „Kleinere Fische findet man manchmal nicht, die verstecken sich zwischen den Steinen.“

Statt Forellen finden die Retter rund 80 Rotfedern im Rupenteich

Rund 80 Fische holen sie aus dem Rupenteich. Eigentlich hatten die „Fisch-Retter“ angenommen, vor allem Forellen im fast leeren Teich zu finden. Stattdessen waren es Rotfedern. Raubfische, die in dem Gewässer eigentlich nichts zu suchen haben, da sie unter anderem die in dem Biotop natürlich vorkommenden Amphibien fressen. „Wie die Fische hierher kommen, wissen wir nicht, sie wurden nicht von uns angesiedelt“, erklärt Schröder. Es sei denkbar, dass beispielsweise Wasservögel Laich im Gefieder hatten und so die Fische in das Gewässer gebracht haben.

Die Umsiedlungsaktion zum Wohlergehen der Fische war ein voller Erfolg, alle Rotfedern haben jetzt ein neues Zuhause in den Stadtsteichen gefunden – mit viel Schatten und sauerstoffreichem Wasser.

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