Vereinsleben

Videoprojekt ist kein Ersatz für Chorproben

Im großen Saal des Pankratius-Forums traf sich der Junge Chor Iserlohn am Dienstagabend zur ersten Probe nach dem Lockdown.

Im großen Saal des Pankratius-Forums traf sich der Junge Chor Iserlohn am Dienstagabend zur ersten Probe nach dem Lockdown.

Foto: Annabell Jatzke

Iserlohn.  Seit Dienstag treffen sich die Mitglieder des Jungen Chors Iserlohn wieder mit Tobias Leschke.

Überschwänglich war die Wiedersehensfreude bei den Mitgliedern vom Jungen Chor im Pastoralverbund Iserlohn. Gerne hätten sich die Sänger und Sängerinnen zur Begrüßung in die Arme geschlossen – das allerdings lässt die Corona-Pandemie mit all ihren Vorschriften nicht zu. Am 10. März probte der Chor unter Leitung von Dekanatskirchenmusiker Tobias Leschke das letzte Mal. Nun wagte der junge Kirchenmusiker das Experiment und veranstaltete am Dienstag die erste Chorprobe.

„Ich stehe der Sache sehr positiv gegenüber“, so Leschke, der mit seiner Entscheidung, den Probenbetrieb wiederaufzunehmen, allein auf weiter Flur ist. „Altersmäßig fällt beim Jungen Chor aber keiner unter die Risikogruppe“, begründet er seine Entscheidung. Normalerweise hat der Chor mit Sängerinnen und Sängern zwischen 15 und 45 Jahren 20 Mitglieder. Für die erste Probe nach dem Lockdown gab es besondere Vorschriften. Der große Saal des Pankratius-Forums war genau ausgemessen worden. 15 Sänger und Sängerinnen konnten dem Platz nach an der ersten Probe teilnehmen. Um dies sicherzustellen, erfolgte vorab eine Anmeldung

Zehn Quadratmeterpro Teilnehmer

Zunächst hätten es noch weniger sein dürfen, aber die Verordnungen ändern sich fast täglich. Dem Erlass vom 30. Mai nach braucht es für die ordnungsgemäße Probe pro Sänger zehn Quadratmeter, dabei muss es nach links und rechts zwei Meter Abstand zwischen den Personen geben. Außerdem müssen in „Ausstoßrichtung“, wie es in der Verordnung genannt wird, vier Meter Platz zum nächsten Teilnehmer gewahrt werden.

Auch bei der Dauer der Probe gab es Veränderungen, es wurde nur eine Stunde geübt. Einen entscheidenden Pluspunkt hat das Pankratius-Forum: Durch die gläsernen Fronten konnten während des Probenbetriebs alle Fenster zum Lüften geöffnet werden. Seine Sänger und Sängerinnen kennt Tobias Leschke mittlerweile sehr gut: „Die Leute haben Lust und wollen unbedingt singen.“ Und damit spricht er den Mitgliedern aus der Seele. Nicole Wasner ist beispielsweise eine der Sängerinnen. „Da ich den Raum kenne, hat die Vorfreude die Bedenken überwogen“, sagt sie. Auch Vanessa Oliveres stimmt ihr in diesem Punkt zu. „Ich vertraue den Verantwortlichen“, unterstreicht sie.

Lockdown lähmteden Probenbetrieb

Und wie aus einem Mund sind sich beide einig: „Das gemeinsame Singen hat gefehlt.“ Mit dem Lockdown brach der Probenbetrieb weg, alle Auftritte fielen aus, und es kam für die leidenschaftlichen Sängerinnen und Sänger zu einem großen Einschnitt.

Den konnte auch das Videoprojekt, das während der Kontaktsperre lief, nicht schmälern. Jeder hat zu Hause etwas aufgenommen, und es wurde dann zusammengefügt. Jetzt hoffen natürlich alle, dass solche virtuellen Möglichkeiten nicht mehr nötig sind, um dem gemeinsamen Hobby zu frönen.

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