Ermittlungen

Vor dem Feuer gab es Streit

Am Morgen danach ist das ganze Ausmaß des Feuers an der Piepenstockstraße in Iserlohn zu erkennen. Die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung.

Am Morgen danach ist das ganze Ausmaß des Feuers an der Piepenstockstraße in Iserlohn zu erkennen. Die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung.

Foto: Stefan Janke

Iserlohn.  Zwölf Menschen mussten in der Nacht zu Mittwoch vor dem Feuer eines Dachstuhlbrandes an der Piepenstockstraße fliehen.

Rund zwölf Stunden nach dem verheernden Dachstuhlbrand in einem Mehrfamilienhaus an der Ecke Piepenstockstraße/Schleddenhofer Weg ist schon von Weitem der Geruch verbrannten Holzes auszumachen. Eine Frau, die noch am Abend gemütlich in ihrer Wohnung in diesem IGW-Haus vor dem Fernseher gesessen hatte, steht vor der Absperrung und bittet einen Feuerwehrmann darum, ihr wichtige Dokumente aus dem einsturzgefährdeten Gebäude zu retten. Er hilft unbürokratisch.

Erst laute Stimmen im Hausund dann Rauchmelder-Alarm

Kurz nach Mitternacht am Mittwoch bemerkt die Bewohnerin das Feuer im Dachgeschoss. Sie habe zuvor laute Stimmen im Haus vernommen, sagt sie. Die Polizei – dies bestätigt Sprecher Dietmar Boronowski – sei gekommen wegen eines Streits des Paares im Dachgeschoss. Dann sei es wieder ruhig gewesen, bis ein Rauchmelder im Haus Alarm gab. „Das kam von oben, und als ich nachgeschaut habe, war die Wohnungstür schon ganz heiß, und aus den Ritzen kam Rauch“, erinnert sich die Frau. Als sie dann geistesgegenwärtig an den Türen der Mitbewohner klingelt, kommt „der Mann von oben“ das Treppenhaus hinunter gestürmt. „Ich habe gefragt, was los ist, und er hat nur ,Feuer’ gesagt, bevor wir alle auf die Straße gelaufen sind.“

Nach dem Feuer an der Piepenstockstraße
Nach dem Feuer an der Piepenstockstraße

Als die Feuerwehr wenig später eintrifft, breitet sich der Wohnungsbrand im dritten Stock bereits auf den Dachstuhl aus. Wegen des Ausmaßes des Feuers wird den Einsatzkräften die Brandbekämpfung im Haus erschwert, der Fokus liegt daher auf der Brandbekämpfung von außen, wie die Feuerwehr am Mittwoch berichtet.

Zwölf Hausbewohnerflohen vor den Flammen

Über zwei Drehleitern wird in zwei Einsatzabschnitten Wasser abgegeben, bis das Feuer unter Kontrolle ist. Zur Unterstützung wird das THW angefordert, das die Rückseite beleuchtet und die Nachlöscharbeiten wesentlich erleichtert.

Die zwölf Bewohner des denkmalgeschützten Gebäudes bleiben fast alle unverletzt, nur eine Person muss mit einer leichten Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus. Eine Einsatzkraft erleidet einen Kreislaufzusammenbruch und muss medizinisch versorgt werden. Die Bewohner können sich zunächst in den bestellten MVG-Bus setzen, bis sie von Mitarbeitern des Ordnungsamtes in Unterkünften und Hotels untergebracht werden oder bei Verwandten Unterschlupf finden.

Der 37-jährige, alkoholisierte Mann, der zu Besuch bei der Frau war, in deren Wohnung das Feuer ausbrach, und mit der er in Streit geraten sein soll, wird in der Nacht mit zur Polizeiwache genommen, wo die Vernehmung am Mittwochnachmittag noch andauern. Brandtechnischen Ermittlungen sollen ergeben, ob der Brand fahrlässig oder vorsätzlich entstanden ist.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben