Windenergie

12 000 Bürger aus dem Kreis Kleve gegen Windräder

Jürgen Rauer und Sonja Northing nahmen gestern 12000 Unterschriften gegen Windräder am Reichswald entgegen.

Foto: Andreas Gebbink

Jürgen Rauer und Sonja Northing nahmen gestern 12000 Unterschriften gegen Windräder am Reichswald entgegen. Foto: Andreas Gebbink

Kleve.   Das Aktionsbündnis gegen Windenergieanlagen am Reichwald überreichte der Klever Bürgermeisterin viele Unterschriften. Plan wird heute verhandelt

So viele Unterschriften hat Jürgen Rauer noch nie in den Händen gehalten: Das Aktionsbündnis gegen Windenergieanlagen im Reichswald überreichte gestern der Klever Bürgermeisterin Sonja Northing und dem zuständigen Baudezernenten Jürgen Rauer vor dem neuen Rathaus knapp 13 000 Unterschriften aus Kleve, Kranenburg, Goch und den angrenzenden Niederlanden. „Das wiegt schon schwer“, sagte der Baudezernent.

Angst vor weiteren Windrädern

Die Bürgergruppen lassen in Sachen Windkraft nicht nach. Denn aktuell wird in Kleve über die Ausweisung einer Konzentrationszone für drei Windenergieanlagen an der Engelsstraße in Reichswalde diskutiert. Diese Zone soll im anstehenden Regionalplan aufgenommen werden. Dieser gilt für gut 30 Jahre und könnte dann Windräder an dieser Stelle ermöglichen. Die Bürger befürchten nun, dass dies Tür und Tor für weitere Windenergieanlagen im Wald ermöglicht: „Wenn dort erst einmal drei Anlagen stehen, dann gilt dieser Bereich als vorbelastet und dann sind auch weitere Anlagen möglich“, sagte Bettina van Meegen vom Heimatverein Kessel.

Jürgen Rauer betonte, dass die Stadt Kleve nach derzeitiger Rechtslage gut daran tue, eine Konzentrationszone auszuweisen, da es sonst keine räumliche Steuerungsmöglichkeit für die Errichtung von Windenergieanlagen mehr gebe. „Es könnten sonst viel mehr Einzelanlagen aufgestellt werden“, so Rauer zur NRZ. Eine genaue Zahl konnte er nicht benennen. Da die neue Landesregierung allerdings bereits bekundet hat, die Abstandsflächen für Windräder auszudehnen, befinde man sich aktuell in einer rechtlich schwierigen Situation: „Vielleicht ist für uns der Regionalplan auch gar nicht von entscheidender Bedeutung, sondern vielmehr unser Flächennutzungsplan“, so Rauer.

Die Bürger hingegen bleiben skeptisch. Günter Eberlein, Vorsitzender des Heimatvereins Reichswald, möchte, dass sich der Rat heute klar gegen die Konzentrationszone am Reichswald ausspricht. In den vergangenen Tagen habe man alle 1200 Haushalte in Reichswalde aufgeklärt. 88 Prozent der Bevölkerung seien gegen die Errichtung von Windrädern an der Engelsstraße.

Bürgermeisterin Sonja Northing sagte, dass sich die Stadt an die derzeit geltenden gesetzlichen Vorgaben zu halten habe. „Aber mein Gefühl sagt mir, dass wir eine vernünftige Lösung hinbekommen werden“.

Das Thema wird heute im Klever Stadtrat, 18 Uhr, behandelt.

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