Landgericht Kleve

26-Jähriger aus Kleve soll seine Nichten missbraucht haben

Am Freitag wird der Prozess vor dem Klever Landgericht fortgesetzt.

Am Freitag wird der Prozess vor dem Klever Landgericht fortgesetzt.

Foto: Uli Deck / dpa

Kleve.  Der Angeklagte bestreitet die Vorwürfe. Die jungen Opfer wurden am Dienstag vom Landgericht gehört.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Ein 26-jähriger Mann aus Kleve muss sich wegen sexuellen Kindesmissbrauchs vor dem Klever Landgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, drei seiner Nichten in insgesamt vier Fällen missbraucht zu haben. Laut Anklage soll der Mann sich 2016 und 2017 jeweils in Kleve an seinen Nichten vergriffen haben. Die jüngste Geschädigte ist heute 11, die älteste 14 Jahre alt. Sowohl im häuslichen Bereich als auch in seinem Pkw soll der angeklagte Onkel übergriffig geworden sein. In zwei von vier Fällen wirft die Staatsanwaltschaft dem Mann schweren sexuellen Missbrauch eines Kindes vor.

Angeklagter: „Die Vorwürfe stimmen nicht“

„Die Vorwürfe stimmen nicht“, erklärte der Angeklagte am Dienstagmorgen. Der Vorsitzende Richter der Jugendstrafkammer, Christian Henckel, erklärte dem 26-Jährigen, was er jedem Angeklagten in vergleichbaren Prozessen erklärt: „Im Augenblick wissen nur Sie, was passiert ist. Wenn an den Vorwürfen etwas dran ist, dann sollten Sie überlegen, das auch einzuräumen. Ein Geständnis hat in solchen Sachen einen besonders hohen Wert.“ Der Angeklagte blieb dabei, dass er nichts mit den Taten zu tun habe, beantwortete aber weitere Nachfragen. Etwa, warum seine Mutter bei einer Vernehmung sagte, ihr Sohn habe die Taten ihr gegenüber „in abgeschwächter Form“ gestanden, und dann ein paar Tage später wieder abgestritten. „Ich habe das nur gesagt, weil ich meine Frau wiederhaben wollte“, erklärte der Angeklagte auf Nachfrage des Vorsitzenden. Seine Frau habe gesagt, sie werde bei ihm bleiben, wenn er nur die Taten gestehe, so der 26-Jährige. Zurück kam seine Frau jedoch nicht, nahm das gemeinsame Kind mit. Weitere Familienmitglieder hätten sich von ihm abgewendet, so der Angeklagte.

Er soll Morddrohungen erhalten haben

Seine Schwester habe ihn gar im Supermarkt mit dem Tode bedroht. Morddrohungen habe er zudem von einer Person erhalten, die sich gerade im Gerichtssaal befinde, sagte der Angeklagte am Dienstag und deutete in Richtung Zuhörerraum. Seine neue Wohnanschrift wollte der 26-Jährige deswegen nicht nennen.

Zeugenaussagen unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Als Zeugen waren am Dienstag die drei Geschädigten geladen. Nebenklagevertreterin Andrea Westermann beantragte, die Öffentlichkeit und den Angeklagten für die Dauer der Zeugenvernehmungen auszuschließen. Die psychische Belastung der Zeuginnen sei groß, Ärzte hätten von einer direkten Konfrontation mit dem Angeklagten abgeraten, so die Anwältin. Eine sachverständige Gutachterin riet ebenfalls dazu, da die Präsenz des Angeklagten im Gerichtssaal eine Blockade bei den Zeuginnen hervorrufen könne.

Zwei weitere Termine sind für den Prozess an der Jugendschutzkammer des Klever Landgerichtes angesetzt. Fortgesetzt wird die Verhandlung am Freitag, 12. Juli, um 9.30 Uhr.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben