Gesundheit

„34 Hausarztstellen sind im Kreis Kleve unbesetzt“

Andreas Kohschreiber, Thomas Peters und Johannes Hartmann suchten mit den Teilnehmern nach Lösungen.

Andreas Kohschreiber, Thomas Peters und Johannes Hartmann suchten mit den Teilnehmern nach Lösungen.

Foto: eve

Kreis Kleve.  SPD-Kreistagsfraktion Kleve diskutierte beim Zukunftsforum „Gesundheit“: Es fehle ein „vernünftiges Netzwerk“.

Zum Zukunftsforum „Gesundheit“ hatte die SPD-Kreistagsfraktion Kleve nach Kevelaer geladen. „Der Gesundheitsbereich ist ein ganz wichtiger Themenschwerpunkt im Kreis Kleve“, sagte der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion Kleve, Jürgen Franken. Schließlich gebe es kaum eine Branche, in der so viele Leute vertreten sind. „Wir sind der größte Arbeitgeber und Ausbildungsbetrieb im Kreis und ganz wichtig in der Daseinsversorgung“, bekräftigte der Pflegedirektor des St.-Clemens-Hospital Gelderns, Andreas Kohlschreiber.

Konstruktiver Austausch über acht Themen

Die Teilnehmer des Gesundheitsforums diskutierten acht Themen im Bereich der Gesundheit an „Thementischen“: Krankenhäuser, Niedergelassene Ärzte, Gesundheitsnetzwerk, Stationäre Pflege, Ambulante Pflege, Palliativ-Versorgung, Schwangeren-Versorgung, Gesundheitsberufe. „Es war ein guter und sehr konstruktiver Austausch“, resümierte der Regionaldirektor des Marienhospitals Kevelaer, Thomas Peters. Viele Probleme wurden ausgemacht. So wie in der ambulanten pfleglichen Versorgung, ein sehr stark wachsender Markt bis 2050.

Zurzeit seien die meisten Kommunen im Kreis noch gut gedeckt, außer Issum und Geldern. In Zukunft sei weitaus mehr Mangel zu befürchten, wenn sich über die nächsten Jahre nichts ändere. Bekanntlich gibt es schon jetzt es einen Mangel an Fachärzten. Aufgrund dessen suchen viele Patienten Hilfe in den Krankenhäusern. Diese weisen die Leute auch nicht ab, jedoch gehört die ambulante fachärztliche Versorgung nicht zu ihren Primäraufgaben.

SPD will bedeutend politisch einschreiten

Auch im Bereich der Hausärzte besteht Handlungsbedarf. „34 Hausarztstellen sind im Kreis zurzeit unbesetzt. Das ist eine große Zahl, die uns nicht kalt lässt“, versicherte SPD-Kreisvorsitzender Norbert Killewald. Das alles zusammengenommen, zeichne ein recht düsteres Bild vom Gesundheitswesen im Kreis Kleve. „Wenn wir jetzt nicht bedeutend politisch einschreiten, werden wir in zehn Jahren infrastrukturelle Nachteile haben, die wir nicht mehr einholen können“, machte Killewald deutlich.

Als Lösung vieler der Probleme, wurden am Samstag immer wieder zwei Wörter genannt: Koordination und Netzwerke. „Die Fachleute sagen wir brauchen ein vernünftiges Netzwerk, aber das fehlt uns“, klagt Killewald an. Und weiter: „Wir müssen die Strukturen an die Menschen bringen“. So sprach Gastrednerin Prof. Dr. Kerstin Hämel von der Universität Bielefeld auch über „Neue Wege der gesundheitlichen und pflegerischen Versorgung durch Kooperation und Koordination“.

Mut machte dem Politiker Killewald die Arbeit der Gäste im Gesundheitsforum. „Wie bereitwillig sich alle eingebracht haben, ist imponierend. Die drei Krankenhäuser haben uns vorgemacht, wie es geht. Nämlich trotz aller Unterschiede und Rivalität produktiv zusammenarbeiten zu können“, lobte Killewald.

Mehr als 8000 Beschäftigte sind im Gesundheitswesen im Kreis Kleve angestellt.

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