Sanierungskonzept

50 Stellen sind bei Mühlhoff in Uedem in Gefahr

Am Stammsitz in Uedem arbeiten derzeit noch rund 400 Beschäftigte für Mühlhoff Umformtechnik.

Foto: Niklas Preuten

Am Stammsitz in Uedem arbeiten derzeit noch rund 400 Beschäftigte für Mühlhoff Umformtechnik. Foto: Niklas Preuten

Uedem.   Der Uedemer Automobilzulieferer Mühlhoff Umformtechnik plant in den nächsten drei Jahren Einsparungen von mehreren Millionen Euro.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Beim Uedemer Automobilzulieferer Mühlhoff Umformtechnik droht ein Arbeitsplatzabbau. Nach NRZ-Informationen befindet sich das Unternehmen in einer schwierigen finanziellen Situation und hat ein Sanierungskonzept entwickeln lassen, das die Geschäftsleitung am Donnerstag der Belegschaft in einer Mitarbeiterversammlung vorstellte. „In den nächsten drei Jahren sind jährliche Einsparungen in Höhe von mehreren Millionen Euro geplant“, bestätigte Mühlhoff am frühen Freitagabend in einer schriftlichen Mitteilung auf NRZ-Anfrage. „Von den Maßnahmen ist insbesondere der Werkzeugbau betroffen. Im Zuge der Reorganisation werden in der nächsten Zeit bis zu 50 Stellen der insgesamt 400 Mitarbeiter in Uedem abgebaut“, kündigte die Firma an, die auch betriebsbedingte Kündigungen ausdrücklich nicht ausschloss. Im Werkzeugbau, dem Herzstück des Unternehmens, sind derzeit 85 Mitarbeiter tätig.

Weitere Einschnitte könnten folgen

Wie aus der Belegschaftsvertretung zu hören ist, sieht das Konzept weitere Einschnitte vor. So soll die Umsetzung des erst kürzlich für die Metallbranche ausgehandelten Tarifvertrags verschoben werden, die Wochenarbeitszeit um zweieinhalb auf 37,5 Stunden erhöht, Zeitkonten gelöscht und Zuschläge gekürzt werden. Auch das Urlaubs- und Weihnachtsgeld könnte gestrichen werden.

Zu diesen zusätzlichen Maßnahmen bezog Mühlhoff am Freitag keine Stellung. Die Firma verwies allgemein darauf, dass in den vergangenen Wochen sämtliche Unternehmensstrukturen und Prozesse analysiert worden seien. Daraus sei das Unternehmenskonzept erstellt worden. „Geschäftsführung, Betriebsrat sowie Arbeitgeberverband als auch IG Metall erörtern nun gemeinsam das erarbeitete Konzept und die konkrete Umsetzung“, kündigte Mühlhoff an.

Firma fährt Verluste ein

Nach dem Konzernbilanzverlust von 2016, der laut Veröffentlichung im Bundesanzeiger rund 360.000 Euro betrug, soll das Ergebnis für 2017 nach NRZ-Informationen noch deutlich negativer ausgefallen sein. Konkrete Gründe für die aktuelle Entwicklung nannte das Unternehmen nicht. „In der Automobilindustrie sind wir ständig wirtschaftlichen Änderungen und Anpassungen ausgesetzt, auf die wir reagieren müssen. Unsere Ausrichtung und Fokussierung muss dem Markt angepasst werden, damit das Unternehmen seine langjährige Tradition am Standort weiter erfolgreich fortsetzen kann. Wir brauchen gesunde Gewinne, um verstärkt in neue Technologien, Anlagen und Mitarbeiter zu investieren“, wird Mühlhoff-Geschäftsführer Uwe Rautzenberg zitiert.

Arbeitnehmervertreter werfen der obersten Managementebene um Rautzenberg ein „massives Führungsproblem“ vor. Es bestehe nicht genügend Vertrauen zu den Mitarbeitern und in deren Ideen. Vorhandene Potenziale blieben so ungenutzt.

Der Konzernabschluss zum Geschäftsjahr 2016 weist für Mühlhoff Umformtechnik einen Umsatz von rund 72 Millionen Euro aus. Im Lagebericht heißt es, dass der Umsatz auf mehr als 100 Millionen Euro angehoben werden soll. Während das Umsatzziel 2016 erreicht worden war, soll die Mühlhoff-Geschäftsführung den Banken die Jahresverluste von 2016 und 2017 erst spät angezeigt haben.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik