Naturschutz

Acht Blumenwiesen für Insekten in Bedburg-Hau

Bedburg-Hau will insektenfreundlicher werden.
Foto: Martin Möller

Bedburg-Hau will insektenfreundlicher werden. Foto: Martin Möller

Bedburg-Hau.   Die Gemeinde Bedburg-Hau stellt acht Flächen vor, die mit Blumenmischungen eingesät werden. Ein Konzept für den Insektenschutz wird erstellt.

Wer Biene sagt, der muss auch Blumen pflanzen. Die Gemeinde Bedburg-Hau war die erste Kommune im Kreis Kleve, die angekündigt hat, mehr für den Insektenschutz zu tun. Das hört sich auf den ersten Blick schön an, aber die konkrete Umsetzung ist dann doch harte Kärrnerarbeit. Die Gemeindeverwaltung stellte jetzt die ersten Maßnahmen vor, mit denen man mehr dem massiven Insektensterben entgegentreten möchte.

Die prominente Fläche am Einkaufszentrum in Schneppenbaum haben viele Bedburg-Hauer bereits bemerkt und sich gefragt, was hier passiert. Wird ein neuer Discounter gebaut? Nein, eine Wildblumenwiese soll hier entstehen, die nicht nur schön aussehen soll, sondern auch viele Bedburg-Hauer animieren soll, selbst im Garten aktiv zu werden. „Das wird eine Knallerfläche“, sagte Dieter Henseler im Bauausschuss.

Insgesamt werden zwei Hektar in der Gemeinde mit Blumen und Stauden bepflanzt, die von Insekten bevorzugt werden. Darunter zählen auch verschiedene Kräuter wie Steppensalbei oder Lupinen. „Es sprechen uns viele Leute auf dieses Thema an und viele sind auch bereit, etwas zu tun“, sagte Bürgermeister Peter Driessen.

Auch Obstbäume pflanzen

Dieter Henseler stellte die ersten Flächen vor, die eine Wildblumenwiese erhalten sollen: Norbert Straße (0,13 Hektar), Ortszentrum Schneppenbaum (ein Hektar), Baufeld Norbert Straße (0,2 Hektar), Alter Sportplatz (0,3 Hektar), Holzstraße (0,14 Hektar), Rückhaltebecken (0,16 Hektar), Versickerungsmulde Antoniter Straße (0,03 Hektar) und die Horionstraße (0,06 Hektar).

Dies ist aber erst der Beginn für die Aktion „Blühende Gemeinde“. Die Verwaltung möchte auch Obstbäume pflanzen und weitere Gespräche mit Landwirten, Heimatvereinen und Jagdverbänden führen, um auch auf größeren Flächen wirksame Maßnahmen zu ergreifen. Die Gemeinde Bedburg-Hau bietet für Landwirte und für Privatpersonen Saatmischungen an, mit denen man Flächen einsäen kann.

Die Bürger einbinden

Wilhelm van Beek (SPD) sagte, dass man auch ein langfristiges Konzept benötige und auch die Bürger einbinden müsse. Das Anpflanzen von Obstbäumen erfordert auch einen hohen Pflegeaufwand. Die Bäume müssen jährlich geschnitten werden und das Obst sollte nicht nutzlos vergammeln. Die Gemeinde überlegt, ob man mit ehrenamtlichen Kräften aktiv werden kann. „Zur Not müssen wir die Baumpflege als Gemeinde übernehmen“, so Henseler.

Silke Gorißen (CDU) ist über den Zuspruch erstaunt. Auf der Facebookseite sei das Thema tausendfach gelikt worden.

Übrigens: Wer privat eine Wiese umgestalten möchte, der kann bei der Gemeinde eine Blumensaatmischung erhalten. Informationen: 02821/6 60 30.

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