Lärmbelästigung

Ärger um Kalkarer Feuerwerk-Spektakel

Sieht toll aus, ist aber auch ganz schön laut. Die Anwohner in Wissel und Hönnepel ärgern sich über das Feuerwerk im Wunderland.

Sieht toll aus, ist aber auch ganz schön laut. Die Anwohner in Wissel und Hönnepel ärgern sich über das Feuerwerk im Wunderland.

Foto: Zena Vuurwerk und Wunderland Kalkar

Kalkar-Hönnepel.   Heute wird wieder die „Zena Trophy“ im Wunderland Kalkar organisiert. Doch die Anwohner in Wissel und Hönnepel ärgern sich über Lärmbelästigung.

Es soll ein schönes Spektakel werden. Ab heute Nachmittag organisiert das niederländische Unternehmen LVC (Leuke Vuurwerkmensen Club) das Zena Trophy Feuerwerkfestival im Wunderland Kalkar. Ab 14 Uhr zeigen fünf Amateur-Teams insgesamt neun Feuerwerkshows. Tausende Besucher werden erwartet.

Was die einen freut, ist des anderen Leid. In den Ortschaften Wissel und Hönnepel war man im vergangenen Jahr alles andere als angetan von dem Radau. Ordnungsamtsleiter Andreas Stechling machte am Donnerstagabend die Kalkarer Politik darauf aufmerksam, dass mehrere Beschwerden bei der Stadt angegangen seien. Die Anwohner hätten von „kriegsähnlichen Zuständen“ berichtet. So habe es einen Wettbewerb mit lauten Knalleffekten gegeben. Dieser Wettbewerb wurde jetzt untersagt. Die Bürger führten ferner an, dass Vögel und andere Tiere erschreckt werden – und die Lärmbelästigung unerträglich sei.

Das Ordnungsamt Kalkar könne die Veranstaltung nicht verbieten, machte Stechling klar. Das Organisieren eines gewerblichen Feuerwerks falle unter die freie Berufsausübung. Als Stadt sei man auch nicht für die Genehmigung zuständig. Gleichwohl werden heute die Bezirksregierung, die Polizei und Feuerwehr vor Ort sein.

Rechtliche Schritte angekündigt

Grünen Ratsherr Willibald Kunisch sieht die Knallerei ebenfalls kritisch: „In den Niederlanden sind diese Art der Veranstaltungen längst verboten. Mich haben mehrere Anwohner angesprochen und ich weiß von Landwirten, dass dieses dauerhafte Feuerwerk der pure Stress für die Tiere ist.“

Einer der Anwohner ist Professor Herbert Hockauf. Er wohnt in Wissel und besitzt 24 Tiere, darunter Schafe und Ziegen: „Ich möchte den Leuten nichts Böses und ich gönne ihnen auch den Spaß. Aber im vergangen Jahr hat das Ganze neun Stunden gedauert. Unsere Tiere sind völlig panisch in die Zäune gerannt. Auch bei Landwirten in der Nachbarschaft sind Kühe vor Schreck in den Stacheldraht gelaufen“, erzählt er.

Er hat bereits seinen Anwalt beauftragt, gegen die nächste Veranstaltung auch juristisch vorzugehen. So ein Feuerwerkspektakel in der Nähe eines Naturschutzgebietes sei nicht in Ordnung, meint Hockauf.

Im Wunderland Kalkar liefen gestern die Vorbereitungen auf Hochtouren. In einer Pressemitteilung heißt es, dass heute die „größte Feuerwerkshow Nordeuropas“ organisiert wird. Die Mitglieder des Feuerwerkclubs seien hobbymäßig das ganze Jahr über mit Feuerwerk beschäftigt. Beginn ist um 14 Uhr. Das Ende ist für 2 Uhr in der Nacht vorgesehen. Es werden bis zu 12 000 Besucher erwartet. Der Eintritt ist frei.

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