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AfD-Treffen in Kalkar: Han Groot Obbink erhält Drohungen

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Wunderland-Geschäftsführer Han Groot Obbink: Corona als Überlebenskampf. 

Wunderland-Geschäftsführer Han Groot Obbink: Corona als Überlebenskampf. 

Foto: Andreas Daams / NRZ

Kalkar.  Der Wunderland-Geschäftsführer Han Groot Obbink wehrt sich gegen Anfeindungen wegen der Vermietung der Messehalle in Kalkar an die NRW-AfD.

Wunderland-Geschäftsführer Han Groot Obbink hat seine Entscheidung verteidigt, die NRW-AfD in Kalkar am 27. und 28. Februar sowie am 6. und 7. März tagen zu lassen. Die Stadt Kalkar versucht, diese Aufstellungsversammlungen für die Bundestagswahl wegen der Nähe und möglicher Zufahrtsprobleme zum ebenfalls auf dem Messegelände aufgebauten Impfzentrum mit einer Ordnungsverfügung zu verhindern. „Diese Entscheidung können wir mit Einschränkungen nachvollziehen“, schreibt Groot Obbink in einer persönlichen Stellungnahme. „Doch: Corona hat das Wunderland sehr hart getroffen – und zwar ausnahmslos in allen Bereichen.“

Groot Obbink: keine reine Profitabsicht

Auch in dieser schwierigen Zeit müssten Gehälter für rund 100 Festangestellte gezahlt werden. Dies wiege noch einmal schwerer als die Fixkosten für ein 55 Hektar großes Gelände mit sämtlichen Räumlichkeiten, die weiterhin anfallen würde. „Eine reine Profitabsicht im Sinne der Gewinnerzielung besteht nicht. Auch für uns bedeutet Corona einen Überlebenskampf, an den Menschenschicksale geknüpft sind“, stellt Groot Obbink fest.

Als Geschäftsführer habe er eine schwerwiegende Entscheidung treffen müssen. „Hierfür musste ich bereits private Drohungen und Anfeindungen in Kauf nehmen, die in keinster Weise akzeptabel sind. Dies ist nicht vereinbar mit der Art von Respekt, die ich kenne und anderen entgegenbringe.“

Unterstützung für Mitarbeiter

Als Niederländer, der seit 25 Jahren in Deutschland und davon 17 Jahre gerne in Grieth lebe, respektiere er das Grundgesetz und die Maßnahmen der Regierung. „Diese politischen Regelungen beinhalten jedoch auch, dass eine Partei wie die AfD demokratisch gewählt werden konnte und eine politische Zusammenkunft durch Berlin gebilligt wird. Mir ist es unbegreiflich, weshalb eine Partei in Corona-Zeiten große Präsenzveranstaltungen abhält. Doch ich akzeptiere es, weil es politisch bejaht wird“, so Han Groot Obbink. Der Wunderland-Geschäftsführer beteuert, dass er der Situation „ganz anders gegenüberstehen würde, wenn unsere Messehallen voll wären und Mitarbeiter und Familien sich nicht so auf meine Unterstützung verlassen würden“.

Wunderland-Gelände sei groß genug für Trennung

Das Gelände sei groß genug, um AfD-Tagende und Impflinge voneinander zu trennen. „Ungemütlich werden hier nur die Demonstrationen, aufgrund derer Polizeikontrollen überhaupt notwendig werden. Auf der anderen Seite begrüße ich es, dass die Menschen demonstrieren. Es ist ihr gutes Recht für das einzustehen, das ihnen am Herzen liegt“, stellt Groot Obbink klar.

Das Wunderland Kalkar als Unternehmen betreibe keine Form von Parteipolitik, betont der Geschäftsführer. „Die Kernwasser Wunderland Freizeitpark GmbH tritt stets als neutraler Veranstaltungsort auf.“

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