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Airport-Führung passt auf, „wo Türen aufgehen“

Am Airport Weeze werden sechs Wochen lang zwei Ryanair-Flüge täglich gestrichen.

Foto: Astrid Hoyer-Holderberg

Am Airport Weeze werden sechs Wochen lang zwei Ryanair-Flüge täglich gestrichen. Foto: Astrid Hoyer-Holderberg

Weeze.   Zwei Flüge in Weeze von den Ryanair-Streichungen betroffen. „Veränderung bedeutet Risiko und Chance“

Zwei Flüge pro Tag streicht Ryanair am Flughafen Weeze: einen nach Stansted / London, Großbritannien, einen nach Alicante / Costa Blanca, Spanien. Die betroffenen Fluggäste werden informiert und haben Anrecht entweder auf zeitnahe Umbuchung oder Entschädigung.

Gerade jüngst hat der Flughafen Weeze die Auszeichnung als pünktlichster Airport Deutschlands erhalten und nun soll eine Verbesserung der Pünktlichkeit Grund für über 2000 Flugstreichungen des irischen Billigfliegers sein? „Es gibt wohl mehrere Gründe“, sieht auch Holger Terhorst, Marketing Manager des Airport Weeze. Ryanair ging offensiv mit seine „Fehlern“ an die Öffentlichkeit, sprach von falscher Urlaubsplanung für Piloten und Sicherheitspersonal, Kapazitätsengpässen bei der Flugkontrolle und Streiks in Frankreich.

Gerade Hunderte Piloten neu dazu geholt

Auf allen Ryanair-Strecken zusammen sollen sechs Wochen lang bis zum Ende des Sommerflugplans bis zu 50 Flüge pro Tag ausfallen. Damit wolle man einige Standby-Maschinen frei bekommen.

Interkontinental gebe es täglich überall mal „crew shortage“ (= Personalmangel), sagt Flughafengeschäftsführer Ludger van Bebber der NRZ. „Ryanair hatte gerade Hunderte Piloten neu dazu geholt, weil es extrem schnell gewachsen ist“, ein paar Tausend Piloten gehörten wohl zum Stamm, überschlägt van Bebber. Und wenn es dann Ausfälle gebe – Kündigungen, Krankheitsgründe –, seien Piloten und Flugsicherheitskräfte auf dem Markt nicht sofort zu ersetzen.

Dass Ryanair niedrigere Gehälter an die Piloten zahlt als andere Fluggesellschaften, sei nicht neu und sicher kein überraschender Grund für personelle Not.

Einige Standby-Maschinen vorhalten

„Ryanair ist in Sachen Verfügbarkeit und Effizienz der Topspieler in der Branche. In 13 Jahren wurde meines Wissens bisher kein Flug wegen Personalmangels in Weeze gestrichen,“ so van Bebber. „Allein wegen Streiks in Frankreich, die es so etwa zwei mal im Jahr gibt, fallen sonst auch schon mal sechs bis acht Flüge täglich aus“, setzt er die zwei Streichungen des irischen Low-Cost-Carriers in Relation.

Es gebe Spekulationen, weiß der Flughafengeschäftsführer im NRZ-Gespräch, dass Ryanair vielleicht einige freie Standby-Maschinen in seiner 400-Flugzeuge-Flotte vorhalten wolle, um die Slots von Air Berlin zu bekommen, falls sich Investoren am 25. September nicht über den Verkauf der insolventen Berliner Airline einigen könnten. Das wolle er nicht kommentieren.

Riesenveränderung durch Airline-Verteilung

Die „Riesenveränderung auf dem deutschen Markt in Sachen Airline-Verteilung“ deutet Ludger van Bebber: „Veränderung bedeutet Risiko und Chance. Man muss aufpassen, wo Türen aufgehen. Natürlich werden nicht sofort neue Flugzeuge in Weeze stehen, aber es gäbe heute keine Eurowings in Weeze und unsere Münchenstrecke, wenn wir nicht vor Monaten die Maschinen bekommen hätten,“ als Air Berlin 38 Flieger an Eurowings vermietete.

„Es sind spannende Zeiten im Flugverkehr,“ sagt auch Airportsprecher Holger Terhorst, der gerade in Köln auf dem Kongress der Touristiker persönliche Beziehungen und fachlichen Austausch pflegt, den digitaler Kontakt nicht ersetzen kann. Für ihn ist Ryanair nicht nur der größte Anbieter am Flughafen Weeze (neben Eurowings und Egyptair), sondern bedeute immer „eine absolut zuverlässige Operation“.

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