Stadtplanung

Anwohner wollen Spielplatz an der Klever Florastraße retten

Die Anwohner der Florastraße in Kleve setzen sich für ihren Spielplatz ein: Mari Hölscher, Heinz-Jürgen und Marita Geerling, Inge Gonsior sowie Anna Baumgärtner mit ihrer kleinen Tochter Juna und Lisa Metzelaers mit ihrer zweijährigen Tochter Anna.

Die Anwohner der Florastraße in Kleve setzen sich für ihren Spielplatz ein: Mari Hölscher, Heinz-Jürgen und Marita Geerling, Inge Gonsior sowie Anna Baumgärtner mit ihrer kleinen Tochter Juna und Lisa Metzelaers mit ihrer zweijährigen Tochter Anna.

Foto: Anke Gellert-Helpenstein

Kleve.   Die Bewohner der Florastraße in Kleve-Materborn wollen einer Bebauung der Spielplatz-Oase am Ende ihrer Straße nicht kampflos zuschauen.

„Das hier ist mehr als nur ein kleiner Spielplatz. Es ist ein Lebensraum. Für Kinder und die Natur“, betont Mari Hölscher (70). Sie meint damit den großen Spielplatz an der Florastraße in Kleve-Materborn, den schon sie als junges Mädchen fleißig benutzt hat. „Den auch die Kinder und Kindeskinder vieler Familien hier nutzten und nutzen“, weiß sie.

Eine Spielstätte also, die inmitten der Stadt verborgen und ziemlich romantisch Spielplatz-Historie schrieb. Doch jetzt plant die Stadt Kleve ihn deutlich zu verkleinern und ihn auf der großen Rasenfläche mit vier eingeschossigen Häusern zu bebauen.

Nur ein Drittel des Platzes bliebe übrig

Was bliebe ,wäre ein Drittel des jetzigen Platzes mit sehr viel weniger Spielgeräten. Das wollen die „Kinder der Florastraße“ nicht stillschweigend hin nehmen. Und mit den „Kindern der Florastraße“ sind zum einen die bereits in die Jahre gekommenen Kinder von damals und die heutigen jungen Familien mit ihrem Nachwuchs gemeint.

Deswegen hat sich Mari Hölscher mit den anderen Bewohnern zusammen geschlossen und auch schon eine erste Unterschriftenaktion gestartet. Alle Bewohner haben sie unterschrieben. „Wir sind schließlich alles Kinder der Flora-straße“, erklärten auch Heinz-Jürgen Gerlings (69) und seine Frau Marita (65), sowie Inge Gonsior (67). Unterschrieben haben natürlich auch die jungen Familien, beispielsweise Anna Baumgärtner (29), die mit ihrer kleinen Juna fast täglich die Oase nutzt. Ebenso wie Lisa Metzelaers (45), die sich vor allen Dingen für ihre zweijährige Tochter Anna wünscht, dass der Platz in der Größe erhalten bleibt. „Wo sonst können Kinder hier noch so rennen, ohne Angst vor Autos haben zu müssen?“

Großer, aber geborgen liegender Platz

Auch viele Schulkinder und auch Jugendliche fühlen sich auf dem großen, aber doch geborgen liegenden Platz mit alten Gehölzen und jeder Menge Singvögeln, Insekten und Co. wohl. Hölscher: „Ich freue mich immer, wenn ich sie höre. Das ist kein enger Spielplatz, wo ein Spielgerät neben dem anderen steht“, freut sie sich. „Hier können an verschiedenen Ecken die unterschiedlichsten Altersgruppen die Zurückgezogenheit genießen.“

Sie wünscht sich, dass für eine Neubebauung ein nahes Feld in Betracht gezogen wird und der Spielplatz so groß bleiben kann, wie er nun ist. „Auch wenn sich hier noch einiges tun muss, um ihn familienfreundlicher zu gestalten“, betont sie.

Protest gegen die Umwidmung

Doch jetzt steht für die Anwohner erst einmal der Protest gegen die Umwidmung auf der Prioritätenliste ganz oben. Die erste Unterschriftenliste wurde am vergangenen Mittwoch – zum Beginn der Offenlage der Bebauungspläne zur Bürgerbeteiligung – im Bürgermeisterbüro der Stadt Kleve abgegeben. Weitere Unterschriften und Info-Aktionen sollen folgen, um möglichst viele Materborner auf dieses (noch) bestehende Kleinod aufmerksam zu machen und sich so gegen die drohende Umwidmung zu wehren.

Denn noch können die Bedenken und Einsprüche gegen die Planungen der Stadt eingebracht werden.

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