Kalkar. . Eine Ausstellung im Kalkarer Bistro De Gildenkamer zeigt Frauenfiguren von Nonna Bitter-Schnell, die vor 14 Jahren in die Stadt gekommen ist.

Die Frauen sind groß, strecken sich, konzentrieren sich auf etwas, das der Betrachter nicht erraten kann. Sie sind eher Göttinnen, Elfen, Trägerinnen großer Geheimnisse, deren ureigenes Wesen die Schönheit ist. „Ich bin ein sehr ästhetischer Mensch“, sagt Nonna Bitter-Schnell, die Frau, die die über ein Dutzend großformatigen Frauenfiguren auf die Leinwand gebracht hat. Nonna Bitter-Schnell ist Kalkarerin seit 2003. Sie kam 1996 mit ihrer Familie aus Kasachstan nach Deutschland, wuchs in Mülheim auf und betreibt nun seit einigen Jahren eine Malschule für Kinder in Kalkar.

Ein Bild zeigt sie selbst, die anderen Frauen sind Fotos aus dem Internet nachempfunden, Posen, Gesichtsausdrücke, Inszenierungen.

Die Eltern unterstützten früh

Hans-Hermann Bottenbruch, Mitinhaber der Kalkarer Galerie Hof-Nr. 3, ist von Nonna Bitter-Schnell überzeugt: „Man sieht, dass sie handwerklich verdammt gut ist.“ Dabei hat die Malerin ihr Handwerk weitgehend autodidaktisch erlernt. „Ich habe alles ausprobiert, Tanz, Sport, Musik, Malerei, und bin bei der Malerei geblieben“, sagt sie. Einige Jahre lang unterbrach sie das Malen. Am Ende stand sie kurz vor der Depression. Ihr Fazit: „Malerei ist nicht nur meine Leidenschaft, sie ist mein Leben.“

Ihre Eltern haben sie früh darin unterstützt, Privatunterricht tat ein Übriges. „Ob Pinsel, Stift, Hand oder Lappen – ich muss einfach Leinwände zum Leben bringen.“ Wenn sie anfängt, hat sie einen genauen Ausdruck vor den inneren Augen. Aber dann fängt sie an, entwickelt das Bild weiter. Thematisch ist sie durchaus vielseitig. Eine parallele Ausstellung im Kalkarer Rathaus, die noch bis zum 27. Oktober läuft, zeigt zum Teil drastische Bilder zum Thema Flucht. Hier, in der Gildenkamer, ist der Blick verinnerlicht.

„Ladies Night“ in der Gildenkamer

Spannend ist, wie sie die fotorealistischen Frauengesichter und zum Teil auch Frauenkörper mit den abstrakten Hintergründen vereint. Da wächst ein schwarzes Kleid in Knäuel aus dunklen Grautönen hinein. Ein Tutu zerläuft in dreidimensionale weiße Farblinien, die aus der Ferne schon fast wieder aussehen wie Applikationen. Dabei beschränken sich die Farben auf den Bereich zwischen Schwarz und Weiß. „Farben lenken ab“, sagt Nonna Bitter-Schnell. Ihr geht es um Bewegung, Ausdruck, Schönheit.

Die steht auch im Mittelpunkt der zweiten „Ladies Night“ in der Gildenkamer, die am 28. Oktober ab 19 Uhr stattfindet. Dort wird Mode aus den Niederlanden präsentiert.

Vernissage zur Ausstellung

Die Vernissage zur Ausstellung findet am Abend vorher, dem 27. Oktober, um 19 Uhr statt. Danach sind die Bilder bis zum 26. Dezember während der Öffnungszeiten des Bistros von Mittwoch bis Samstag jeweils zwischen 17 und 22 Uhr und sonntags von 14 bis 22 Uhr zu sehen.