Kleve-Keeken. Viele Camper genießen die Ruhe am Willisee in Kleve-Keeken. Für die nächsten Wochenenden Christi Himmelfahrt und Pfingsten ist alles ausgebucht.

Kann man im Willisee schwimmen? „Ich habe in den zwei Jahren noch niemanden gesehen, der es gemacht hat“, erzählt Daniela Timmermanns. Sie betreibt den Wohnmobilpark am kleinen Gewässer im Klever Ortsteil Keeken und hat die Geschäftsführung von ihrem Vater übernommen, der vor zwei Jahren verstarb. Er habe den Platz vor acht Jahren aufgebaut und den Privatsee zu Ehren des Vorbesitzers „Willisee“ genannt. Denn benannter Willi habe den Traum von einem Wohnmobilpark gehabt.

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„Bei uns ist kein Gedrüss. Die Leute sitzen vor ihrem Wohnmobil, schauen auf den See und genießen einfach die Ruhe“, sagt Daniela Timmermanns. Außerdem fahren die Camper gerne Fahrrad. Die vielen Strecken, die der Niederrhein hier zu bieten hat und auch die Nähe zu den Niederlanden mit der Möglichkeit, nach Millingen ins Naturschutzgebiet oder Nimwegen in die Stadt zu fahren, zieht die Leute „mitten ins Nirgendwo“. Der Großteil der Gäste komme aus dem Ruhrgebiet – Essen, Duisburg, Oberhausen – aber auch Leute von weiter weg, die häufig auch nur auf der Durchreise sind.

Wohnmobilpark in Kleve-Keeken: Platz für 35 Wohnmobile

Insgesamt gibt es 35 Stellplätze für Wohnmobile, für Wohnwagen sind die Plätze nicht ausgelegt. Mehr wolle Timmermanns an dem idyllischen kleinen See auch nicht beherbergen. „Die meisten Camper bleiben im Schnitt zwei bis drei Tage, wir haben in der Regel keine Langzeit- oder Dauercamper“, weiß Daniela Timmermanns.

Betreiberin Daniela Timmermanns sitzt in ihrem kleinen Büro auf dem Gelände des Willisees.
Betreiberin Daniela Timmermanns sitzt in ihrem kleinen Büro auf dem Gelände des Willisees. © NRZ | Tobias Harmeling

Zwischendurch geht das Telefon: „Der Willisee, guten Morgen“, meldet sie sich, „nein, tut mir leid, fürs Wochenende ist kein Platz mehr frei.“ Seit über einer Woche sei der Platz über das Christi-Himmelfahrts-Wochenende schon ausgebucht. Auch zu Pfingsten, keine Chance. Daniela Timmermanns müsse schon seit zwei Tagen eine Vielzahl von Anrufern enttäuschen.

Camping am Willisee - Der Platz ist nie leer

Aber nicht nur an Feiertagswochenenden ist der Willisee beliebt, die ganze Saison über kommen Leute, „um Kraft zu tanken“. Natürlich sei der Platz nicht immer voll, aber während der Saison sei immer jemand auf dem da – leer sei es nie. „Auch letzte Woche beim Sturm hatten wir ein paar Gäste hier“, erzählt Timmermanns.

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Zum Willisee zieht es auch einige Gäste, die drei bis vier Mal im Jahr kommen. So wie das Rentner-Ehepaar Bettray aus der Nähe von Marburg: „Wir nehmen das hier gerne als Zwischenstopp, weil wir öfters nach Holland fahren“, erklärt Monika Bettray. „Wir waren auch schon in Rees und Emmerich auf Stellplätzen“, aber am Willisee habe es ihnen bislang am besten gefallen und so sind sie zu Stammgästen geworden. „Die Ruhe, die freundlichen Betreiber, die Freizeitmöglichkeiten mit dem Fahrrad und die Traumlage an dem kleinen See haben uns überzeugt“, schwärmt Monika Bettray.

Ehepaar Bettray sitzt vor ihrem Wohnmobil und genießt die Ruhe am Willisee.
Ehepaar Bettray sitzt vor ihrem Wohnmobil und genießt die Ruhe am Willisee. © NRZ | Tobias Harmeling

Das Paar findet es gerade gut, dass nur höchstens 35 Stellplätze belegt werden können. „Hier ergeben sich schnell wirklich nette Bekanntschaften, und oft kommen die gleichen Leute, das hat man woanders nicht so“, ergänzt Klaus Bettray. Plätze mit 150 Wohnmobilen – „das ist nicht schön“, ist sich das Paar einig. Die Bettrays brauchen keine Stadtnähe und fahren auch antizyklisch zu den Wochenendcampern: „Von Sonntagnachmittag bis Freitagmittag, das ist unsere Zeit“, sagt Klaus Bettray lachend.

Der Corona-Effekt ist beim Camping deutlich zu spüren

Seit 1993 sind sie mit Wohnmobilen unterwegs, zunächst immer gemietet und seit der Rente mit dem eigenen Fahrzeug. Den Corona-Effekt haben die erfahrenen Camper dabei deutlich gespürt, seit zwei Jahren seien viel mehr Wohnmobilisten unterwegs. „Auch bei den Händlern sind die Vorlaufzeiten gigantisch, da warten Sie locker ein halbes Jahr“, weiß Klaus Bettray.

Gabi Logen und ihr Lebensgefährte Heinz vor dem Willisee sind gerade angekommen und zum ersten Mal im Wohnmobilpark.
Gabi Logen und ihr Lebensgefährte Heinz vor dem Willisee sind gerade angekommen und zum ersten Mal im Wohnmobilpark. © NRZ | Tobias Harmeling

Mit Heinz und Gabi Logen sind zwei neue Gäste am Willisee: „Wir haben aus der Zeitschrift Promobil hiervon gelesen“, erzählt Gabi. Das Paar aus Aachen sei früher schon viel Campen gefahren, als die Kinder noch klein waren. Nach langen Jahren der Unterbrechung, haben sie sich letztes Jahr wieder für ein Wohnmobil entschieden. Bald haben sie auch größere Touren vor – beispielsweise an den Bodensee oder nach Polen. Aber nun bleiben sie erstmal am Willisee in Keeken.