Kranenburg. Der Reichswald-Förster Werner Kruck ist am 10. November verstorben. Der Naturschutz im und außerhalb des Waldes lag ihm am Herzen.

Der langjährige Förster im Reichswald, zuständig für den Bereich Kranenburg, Werner Kruck ist am 10. November 2023 in seiner Wahlheimat in Ostwestfalen im Alter von 82 Jahren verstorben.

Von Februar 1978 bis Ende Oktober 2002 leitete er 24 Jahre den Forstbetriebsbezirk Kranenburg im Staatlichen Forstamt Kleve. Vorher führte er acht Jahre das Revier Simmerath im Forstamt Monschau. Er bewohnte mit seiner Frau und seinen zwei Kindern das Forsthaus Nergena Nord, im Reichswald an der Genneper Bahn. Dieses war Anlaufpunkt für viele Waldbesucher, die Rat oder Hilfe suchten, so Hanns-Karl Ganser, im Nachruf der ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Staatlichen Forstamtes Kleve.

Schwerpunkt war der Umbau der Waldbestände in Mischwälder

Der Schwerpunkt seiner Arbeit, die er von seinem Vorgänger Hans Kahlert übernommen hatte, war der Umbau der Waldbestände in Mischwälder. Nach den Kriegszerstörungen und Wiederaufforstungen mit hauptsächlich Kiefer war es wichtig, nach den ersten Durchforstungen zielgerichtet Laubbäume in die Bestände einzubringen. Mit Buchen und Eichen wurde dies kontinuierlich von Herrn Forstamtsrat Kruck umgesetzt. Aber auch entlang der Waldwege wurden Wildobst, Kirsche, Kastanie und Mispeln gepflanzt. Dies geschah mit seinen Waldarbeitern, die nach ihrem Ausscheiden entlang eines Weges sich in einer Baumgallerie verewigen konnten.

Der Naturschutz im und außerhalb des Waldes lag ihm immer sehr am Herzen. So gestaltete und pflegte er das Kranenburger Bruch mit seinem wertvollen und schützenswerten Ökosystem wie Orchideenwiesen, Hecken, Blänken und Niedermoorstrukturen. Für die Bevölkerung war Werner Kruck ein kompetenter Ansprechpartner in allen Dingen der Natur. Viele Waldführungen und Vorträge hat er für Interessierte durchgeführt. Aber auch am kulturellen Leben der Gemeinde Kranenburg nahmen er und seine Familie rege teil.

Wichtiges Verbindungsglied zwischen deutscher und niederländischer Forstverwaltung

Exkursionen des Forstamtes nach Süddeutschland, Niederlande und in die Neuen Bundesländer hat er immer mit Begeisterung begleitet und forstliche Anregungen für sein Revier mitgebracht. An der Grenze zu den Niederlanden gelegen pflegte er einen engen Kontakt zu niederländischen Kollegen und Naturschutzorganisationen. Er war damit ein wichtiges Verbindungsglied zwischen deutscher und niederländischer Forstverwaltung, zumal er auch niederländisch sprach. Mit seiner Unterstützung wurde der grenzüberschreitende Baumpflanztag mit deutschen und niederländischen Schülern seit 1995 alljährlich wechselseitig durchgeführt.

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Zuletzt hat er als Pensionär sein Missfallen gegen die geplanten Windräder am Kartenspielerweg öffentlich geäußert. Nach der forstlichen Neugliederung 2008 und Überführung in das neue Regionalforstamt Niederrhein ist der Reichswald in nur drei Reviere in Asperden, Materborn und Kranenburg aufgeteilt.