Kleve. In Kleve zogen 54 Wagen, Gruppen und ein Spielmannszug durch die Straßen. Das waren die auffallensten Motive beim Umzug.

Die Stimme des Klever Karnevalsprinzen Benedikt hatte sich schon vor dem Klever Rosenmontagszug verabschiedet: „Die ist wohl in den letzten Tagen im Festzelt geblieben“, sagte der sympathische Steinmetz aus Kellen krächzend und lachte dabei. Am Rosenmontag war ihm das auch piepsegal.

Denn bei schönstem Winterwetter war die Stimmung bestens. Tausende Narren kamen zum Karnevalsumzug, um sich die 54 Wagen und Fußgruppen anzusehen. „Das ist ein schönes Gefühl“, sagte Prinz Benedikt Kreuch der NRZ. „Ich war selbst 20 Jahre im Wagenbau aktiv und weiß, wie es den Leuten geht“, so Prinz Benedikt der Kreative.

Der Klever Karnevalsprinz Benedikt der Kreative begrüßte vor dem Start des Rosenmontagszug Teilnehmende aus den Niederlanden.
Der Klever Karnevalsprinz Benedikt der Kreative begrüßte vor dem Start des Rosenmontagszug Teilnehmende aus den Niederlanden. © NRZ | Andreas Gebbink

Und auch die Wagenbauer haben sich wieder einiges einfallen lassen. Sehr schön war das Motto der Gruppe „Der Mittelstand“ aus Kranenburg, die einen tollen Wagen für die Landesgartenschau gebaut hat: „Landesgartenschau Wow - für Kleve schlau!“ 43 Teilnehmer haben an dem Wagen mitgewirkt.

Die Karnevalsgruppe Mittelstand aus Kranenburg macht die Klever Bewerbung zur Landesgartenschau 2029 auf ihrem Wagen zum Thema.
Die Karnevalsgruppe Mittelstand aus Kranenburg macht die Klever Bewerbung zur Landesgartenschau 2029 auf ihrem Wagen zum Thema. © NRZ | Andreas Gebbink

Kreativ war auch die Karnevalsgesellschaft aus Donsbrüggen, die sich mit dem Thema Brauerei-Sterben am Niederrhein auseinandergesetzt hat. Die 35 Mitglieder – offenbar Altbier-Trinker – titelten ihren Wagen: „Kein schöner Tag – Weltkonzern zerschlägt unser Altbier.“

Die Karnevalsgesellschaft aus Donsbrüggen.
Die Karnevalsgesellschaft aus Donsbrüggen. © NRZ | Andreas Gebbink

Viele Menschen am Straßenrand

In Kellen und Kleve standen sehr viele Menschen am Straßenrand, leider waren nur wenige originell verkleidet. Eine schöne Ausnahme bildete die Familie Holtappels aus Kellen. Die Familie hatte sich als Wikinger verkleidet und die Kostüme aus Stoff- und Fellresten selbst genäht. Nach dem Umzug trafen sich die Holtappels privat, um noch einmal richtig zu feiern.

Familie Holtappels aus Kellen hat sich kreativ verkleidet. 
Familie Holtappels aus Kellen hat sich kreativ verkleidet.  © NRZ | Andreas Gebbink

Hubert und Margott Henseler aus Hasselt hatten eigentlich schon am Sonntag Karneval gefeiert. Doch das Ehepaar ließ es sich nicht nehmen, auch am Montag in Kleve vorbeizuschauen. Mit ihren leuchtend orangefarbenen Mainzelmännchen-Kostümen sorgten sie für Aufsehen. „Wir haben zig Kostüme auf dem Dachboden“, verrät Hubert Henseler. Karneval macht den beiden sichtlich Spaß.

Hubert und Margott Henseler aus Hasselt feiern in Kleve.
Hubert und Margott Henseler aus Hasselt feiern in Kleve. © NRZ | Andreas Gebbink

Bis 15 Uhr zog sich der närrische Lindwurm durch die Große Straße und Hoffmannallee. Von den Klever Karnevalsvereinen beteiligen sich die Klever Schildbürger, Germania Materborn, Viethen‘s Bullen, Fidelitas Materborn, die Schwanenfunker und die Brejpott-Quaker, die gleich mit drei Wagen und einer Fußgruppe „ihren“ Prinzen unterstützen.

Auffällig ist, dass es in Kleve kaum noch Fußgruppen gibt und sich im Prinzip Wagen an Wagen reiht. Auch Musikgruppen sucht man (fast) vergeblich. Lediglich der Spielmannszug Reichswalde spielt tapfer gegen die gewaltigen Bässe der Festwagen an. „Die letzten Mohikaner“ hat sich der Spielmannszug bezeichnenderweise genannt.

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