Kleve.

Asylbewerberheim wird demnächst renoviert

Kleve.  „Es ist schon länger bekannt, dass die Situation im Haus miserabel ist“, sagt der Besitzer des Asylbewerberheimes an der Stadionstraße 68, Dr. Werner Kuhnen. Er habe das im Gespräch mit der Stadt immer wieder reklamiert und die feste Zusage, dass nun Renovierungen folgen. Solange das Haus voll belegt war, sei das nicht möglich gewesen, aber sobald acht Familien umziehen (siehe Bericht auf Lokalseite 3), würden Böden erneuert. Wie die NRZ erfragte, stehen dafür im Haushaltsplan der Stadt 30 000 Euro bereit sowie 6000 Euro für Türen und Fliesenspiegel und 15 000 Euro fürs Erneuern der Miniküchen.

Vor allem aber weist Dr. Kuhnen den Vorwurf eines Mietwuchers weit von sich, den der ehrenamtliche Asyl-Helfer Hartmut Hinz erhoben hatte. Dr. Kuhnen vermietet das Haus pauschal an die Stadt zu einem Quadratmeterpreis unterm Mietspiegel. Als Kuhnen es vor 20 Jahren errichten ließ, habe er selbst in der Kavariner Straße Unterschriften gesammelt, dass es nicht für 150 Personen vergeben werde, weil das zu eng sei. Drum verzichte er seither auf Miete, damit höchstens 120 Personen dort wohnen dürfen – zurzeit seien es 110. Kuhnen hält es nicht für glücklich, dass Familien – noch – in dieser Unterkunft neben Junggesellen leben, die zum Teil mit Drogen und Alkohol Probleme hätten – „was bei der Geschichte, die sie hinter sich haben, vielleicht verständlich ist“, räumt Kuhnen ein. Die Stadt Kleve handele aber „außerordentlich bewohnerfreundlich“, bemühe sich zusammen mit der Caritas für Familien um private Wohnungen im Stadtgebiet. Vermieter Kuhnen finanziert laut Mietvertrag substanzerhaltende Maßnahmen wie Dach- und Bädersanierung.

Hartmut Hinz zeigte ihm gestern Unterlagen, nach denen beispielsweise fünf Personen in einem 24-Quadratmeter-Zimmer leben, das mit 976,85 Euro abgerechnet werde, nebenan vier Leute mit 781,48 Euro. „Auf die Abrechnung habe ich überhaupt keinen Einfluss“, betonte Dr. Werner Kuhnen.

Das Geld zahle keiner der Bewohner, sondern die Stadt buche rechnerisch selbst von einem Topf in den anderen, erklärt auf NRZ-Anfrage die Leiterin des Fachbereichs Arbeit und Soziales, Sonja Northing. Es sei keine „Miete“, sondern eine „Gebühr“, die pro Kopf berechnet werde. Darin enthalten sind Grundsteuer, Instandhaltungskosten, Straßenreinigung, Strom, Wasser, Heizung, Abfall, Kanal- und Klärwerk, Gartenpflege, Schornstein, Sach- und Haftpflichtversicherung, Reparaturen, Ungezieferbekämpfung, Deichschau. Die Bemessungsgrundlage ergebe sich aus dem Flüchtlingsbetreuungsgesetz. Sie beziehe sich jeweils auf die tatsächlichen Verbrauchskosten des Vorjahres. Das Rechnungsprüfungsamt kontrolliert sie jährlich. Im Jahr 2012 hatte Kleve 38 Asyl-Zuweisungen, im vorigen Jahr kamen 90 Personen.

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