Stadtgestaltung Kleve

„Bahnhof soll wieder Eintrittskarte der Stadt werden“

Am Klever Bahnhof wird seit Dienstag ein Pavillon für eine neue Bäckerei errichtet.

Foto: Andreas Gebbink

Am Klever Bahnhof wird seit Dienstag ein Pavillon für eine neue Bäckerei errichtet. Foto: Andreas Gebbink

Kleve.   Am Gebäude des Bahnhofs Kleve wird ein gläserner Kubus angebaut. Und auf dem Vorplatz steht jetzt eine Basalt-Skulptur „Steinzeichen und Bewegung“

Rege Bautätigkeiten sind im Augenblick rund um das Klever Bahnhofsgebäude zu beobachten. Neben der denkmalgerechten Sanierung des geschützten Hauptgebäudes entsteht derzeit links davon ein gut 100 Quadratmeter großer moderner Anbau, ein Kubus als sogenanntes Holzständerwerk.

„Am Ende steht hier eine Glaskonstruktion“, erklärt Investor Dirk Baumann, der den Klever Bahnhof vor etwa einem Jahr gemeinsam mit Clemens Wilmsen gekauft hatte. Im Frühjahr, voraussichtlich Anfang April, will hier die Kranenburger Bäckerei Derks ein Bäckerei-Café eröffnen. Geplant, so Baumann, sei auch eine Außengastronomie.

Gläserner Kubus öffnet sich zum Busbahnhof hin

Der gläserne Kubus öffnet seine Pforten zum Busbahnhof hin. Für die geplante Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes sei man außerdem in Gesprächen mit der Stadtverwaltung, verriet Baumann weiter. „Der Bahnhof soll schließlich wieder die Eintrittskarte in die Stadt werden“, wünscht sich der aus Kranenburg stammende Investor.

Eine Investition, die sich durchaus lohnen könnte: Nach Zahlen der Deutschen Bahn und des ÖPNV (Öffentlicher Personennahverkehr) kommen täglich immerhin zwischen 8000 und 10 000 Menschen im Bahnhofsbereich an, steigen vom Bus in die Bahn oder umgekehrt. „Als Kopfbahnhof ist Kleve stark frequentiert“, weiß Baumann.

270 Quadratmeter Mieträume

Im Hauptgebäude sind die Sanierungsarbeiten derweil schon weit fortgeschritten. Im Erdgeschoss sind bereits die Geschäftsräume der Deutschen Bahn und der NIAG untergebracht und haben ihre Tätigkeiten aufgenommen. Die ehemalige Bahnhofshalle wird gerade entkernt. Hier entstehen auf 270 Quadratmetern Mieträume. „Eine Nutzung als Geschäftsräume oder Praxisfläche oder für Gastronomie wäre denkbar“, so Baumann. Vier kleine Einheiten werden im Obergeschoss entwickelt. „Hier denken wir an eine Vermietung als Künstlerateliers oder Bürofläche.“ Jeder der Räume ist zukünftig rund 50 Quadratmeter groß.

Als die Investoren Dirk Baumann und Clemens Wilmsen im August 2016 den Klever Bahnhof kauften, ließen sie als erstes die Fassade mit finanzieller Unterstützung durch das Fassaden- und Hofflächenprogramm des Integrierten Handlungskonzepts Innenstadt Kleve auffrischen. Hochdruckreinigung, Grundierung, Zwischenbeschichtung, Schlussbeschichtung: In vier Schritten wurden aus den verwitterten bahnsteigabgewandten Mauern des Bahnhofsgebäudes attraktive Außenwände. „Der neue Anstrich lässt die Immobilie in ganz neuem Licht erstrahlen“, so Baumann.

Errichtet ist vor dem Bahnhofsgebäude jetzt eine zwölf Tonnen schwere und über fünf Meter hohe Steinskulptur des Kalkarer Künstlers Christoph Wilmsen-Wiegmann. Die Skulptur „Steinzeichen und Bewegung“ soll prägende Wegmarke auf dem Vorplatz des Klever Bahnhofes sein. Sie verweist, so der Künstler, auf den Dreiklang von Industriekultur, Mobilität und Urbanität.

Die bewegte Kraft der Lava Basalt Säule, seit römischen Zeiten Basis- und Architekturstein, bündele und strukturiere die Dynamik des Ortes und stelle den Betrachter in den Mittelpunkt neuer Raum- und Blickbeziehungen. „Konvexe und konkave Volumina zeigen den natürlichen Lavastrom und sind bildhauerisch in ihren Bewegungen verstärkt ausgeprägt – im gleichzeitigen Wechsel von krustenartigen und geschliffenen Oberflächen,“ beschreibt Wilmsen-Wiegmann seine Arbeit, „die wie zeichnerisch durch harte und weiche Außenkonturen gefasst sind.“

Sichtachse zur Union und Kreisverkehr

Aus welcher Himmelsrichtung man sich dieser Arbeit auch immer annähere, es offenbarten sich aufwärts und diagonal strebende Bewegungsabläufe, die logisch einander bedingen und gleichzeitig für einen Moment zu verharren scheinen.

Gefördert wurde die Skulptur im übrigen durch Mittel aus dem Integrierten Handlungskonzept Innenstadt Kleve

Das zwölf Tonnen schwere und 5,60 Meter hohe Werk ist eine neue „Landmarke auf dem Bahnhofsvorplatz“, beschreibt Bahnhofs-Investor Dirk Baumann. „Sie steht in einer Sichtachse mit dem Hauptportal des alten Uniongebäudes, der Herzogstraße und dem Kreisverkehr Bahnhofstraße/Hafenstraße/Bensdorpstraße.“ Sie strukturiere die Dynamik des Bahnhofs als Verkehrsknotenpunkt und stelle den Betrachter in den Mittelpunkt neuer Raum- und Blickbeziehungen.

Verfügungsfondsgremium hatte entschieden

Bevor die Maßnahme realisiert werden konnte, musste der Antrag der Investoren auf Zuwendung aus dem Verfügungsfonds durch das Verfügungsfondsgremium, das sich aus Vertretern vieler verschiedener Klever Institutionen und des Citymanagements zusammensetzt, positiv beschieden werden.

Informationen zu allen Fragen rund um das Integrierte Handlungskonzept Innenstadt Kleve, insbesondere den Verfügungsfonds und dem Fassaden- und Hofflächenprogramm, beantwortet das Citymanagement Innenstadt Kleve, Anke Haun, 02821 / 7115656, citymanagement@kleve.de. Dessen Büro ist montags von 12 bis 18 Uhr sowie freitags nach Absprache an der Hagschen Straße 45 besetzt.

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