Gesundheit

Barbara Steffens diskutierte mit Gochern

Erst das Sanitätshaus Mönks & Scheer besichtigen, dann die NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens ausfragen – so sah das Programm aus.

Erst das Sanitätshaus Mönks & Scheer besichtigen, dann die NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens ausfragen – so sah das Programm aus.

Foto: Kleve

Goch.   Was kann die NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens eigentlich verbessern, fragten sich die Gäste der gemeinsamen Besichtigung von Mönks & Scheer

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Ein per Hand betriebener Spezialanbau für den Rollstuhl. Ein Stehtrainer für Kinder mit Handicap. Eine Liegehilfe mit Spezialmulde, die zu einer fixen Körperhaltung führt, damit die Schlafende darin trotz Atemprobleme Luft bekommt.

Gut 30 Interessierte schauten sich die Hilfsmittel im Sanitätshaus Mönks & Scheer an, stellten Fragen, erzählten aus eigenen Erfahrungen und schüttelten immer mal wieder den Kopf – zusammen mit NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens.

Steffens kam auf Einladung der Grünen zu Besichtigung und Debatte mit Pflegenden, Selbsthilfegruppen und Seniorenarbeit-Organisatoren, moderiert vom Grünen Kreisverbandssprecher und Bundestagskandidaten Bruno Jöbkes. In das zweistündige Programm passten ein Eindruck von der Arbeit des Sanitätshauses, Kritik an der Gesundheitspolitik auf Bundesebene und Tipps.

„Kann man da nicht was tun?“, fragt Berend Dewall – sich selber, alle anderen und natürlich die Ministerin – angesichts eines schnell kaputtgehenden Toilettenstuhls, den er als Hilfsmittel für seine im Rollstuhl sitzende Frau benötigt. Viele der Dinge, die man für die Pflege brauche, seien gar nicht auf die tägliche Nutzung ausgelegt und gingen viel zu früh kaputt, weiß auch Clemens Leinhäuser, Mitgeschäftsführer des Sanitätshauses. Bei den Dewalls war das nach drei Jahren der Fall, doch einen neuen Toilettenstuhl kriegt man nicht so einfach genehmigt. Viele Kassen zahlen nur den allerersten, sagt Dewall. Im Grunde hilft dann nur eine Reklamation beim Hersteller.

„In so einem Fall muss man die Hersteller anschreiben und fragen: Was denkt Ihr Euch dabei?“, setzt Steffens an. Statt minderer Qualität müssten Pflege-Hilfsmittel so gebaut werden, dass sie lange halten. Als Landespolitikerin lasse sich da durchaus mal etwas machen – Steffens will beim nächsten Treff mit der Verbraucherzentrale NRW das Thema ansprechen und Druck entwickeln.

Dass auch andere, große Dinge veränderbar sind, stellte die Ministerin ebenso klar. Ein Gesundheitssystem, das auf Vorsorge setzt oder in dem jede Krankenkasse die selben Kataloge für Hilfsmittel hat, sei möglich. Nur könne sie als Landespolitikerin keine Lösung auf den Weg bringen.

Kurz zuvor hatte Jörg van Koeverden, zuständig für Spezialanfertigungen im Sanitätshaus, erklärt: „Heute muss man erst wissen, wie jemand versichert ist, um ihn dann beraten zu können.“ Jede Kasse genehmige anders. Auch je nach Sachbearbeiter habe man manchmal einfach Pech. Am Ende kriege der Patient dann eben nicht den notwendigen, lange haltbaren Rollstuhl genehmigt, sondern nur ein Modell, das schon bald zur Reparatur muss – eben weil es den täglichen Anforderungen von der Material- und Verarbeitungsqualität her gar nicht gewachsen ist.

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