Kartoffelservice

Bauer Puff aus Pfalzdorf bimmelt nicht mehr

Landwirt Friedrich Puff fährt Kartoffeln durch Goch zum Verkauf an der Haustür.

Landwirt Friedrich Puff fährt Kartoffeln durch Goch zum Verkauf an der Haustür.

Foto: SEBASTIAN HOYER / Astrid Hoyer-Holderberg

Goch-Pfalzdorf.  Der Pfalzdorfer Kartoffelbauer fuhr diese Woche letztmalig durch die Gocher Straßen, um Eier und Kartoffeln zu verkaufen. Jetzt ist Schluss.

Den deutlichen Klang der Bimmel werden zahlreiche Gocher in spätestens 14 Tagen vermissen. Denn im Winter fuhr der Pfalzdorfer Landwirt Friedrich Puff (75) alle 14 Tage durch die Straßen und verkaufte aus seinem LKW heraus Katoffeln und frische Eier. „Seit 20 Jahren“, verrät er der NRZ zum Abschluss. „Im Sommer, wenn sich die Ware nicht so gut hält, bin ich jede Woche durch die Straßen gefahren. Aber im Winter immer nur 14-tägig. Da ist’s kühl und die Ware hält lang genug.“

Leckere Kartoffeln aus Pfalzdorf

Doch am vergangenen Donnerstag machte er letztmalig auf sich aufmerksam. Stellte sich an die verschiedenen Straßen an den Rand, läutete die Bimmel und verkaufte seinen treuen Kunden ein letztes Mal leckere Kartoffeln aus dem Pfalzdorfer Land und die begehrten Eier. „Aber das war die letzte Tour!“ betont Puff. „Und dass ich jetzt aufhöre hat nix mit der Corona-Pandemie zu tun.“ Er hat zwar natürlich Abstands- und Hygieneregeln eingehalten, aber Angst macht ihm das Virus nicht.

„Ich höre auf, weil ich das mit 75 darf. Das war genug jetzt“, erklärt er. Der Auslöser liegt da eher bei seinem treuen Laster. Das Gefährt mit der roten Plane ist in die Jahre gekommen und hätte eine Reparatur von rund 2000 Euro nötig gehabt. „Das wollte ich nicht mehr investieren“, gibt Puff schweren Herzens zu. „Weil ich ja sowieso aufhören wollte.“

Kunden bis nach Mülheim

Bis vor sechs Jahren war Friedrich Puff Vollerwerbslandwirt auf seinem eigenen Hof, den er auf der Kirchstraße auch heute noch bewohnt. Ganz am Anfang der Landwirtschaftskarriere hatte er auch Milchvieh, später dann Zucht- und Mastschweinhaltung. Und natürlich Ackerbau. Nach einer schweren Herz-OP ging er in den Ruhestand und fuhr nur noch die Verkaufstouren mit seinem LKW. „Bevor ich in Goch herum gefahren bin, habe ich auch in Mülheim Kunden gehabt“, erinnert er sich gerne. Die vergangenen Jahre hat er die regionalen Produkte seiner Kollegen aus Pfalzdorf verkauft.

Auf dem Hof gibt es noch viel zu tun

Langweilig wird ihm auch nach dem „Aus“ als fahrender Händler sicherlich nicht werden. Auf seinem Hof warten immer noch Gänse und Schafe darauf, von ihm versorgt zu werden. Und er kann sich ganz seiner Familie (Ehefrau, drei Töchter und sechs Enkel) kümmern. Trotzdem stellt er seine Bimmel mit einem lachenden und einem weinenden Auge zur Seite. Denn seine überwiegend älteren Kunden bedauern es sehr, dass der „Kartoffel-Mann“ nicht mehr zu ihnen nach Hause kommt. „Und ich habe das immer gerne gemacht. Vor allen Dingen bei gutem Wetter. Schlechtes Wetter mag ich nicht mehr gerne – seit der Herz-OP friere ich schnell“, gibt er zu. „Aber auch das Ein- und Aussteigen aus dem LKW und das Verladen und Abladen fiel mir doch zusehends schwerer. Deswegen ist der Schritt gut so.“

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