Kommunalwahlen

Bedburg-Hau: CDU kündigt interfraktionelle Zusammenarbeit an

Stephan Reinders und Ursula Pitzner traten bei der Stichwahl um das Bürgermeisteramt in Bedburg-Hau gegeneinander an.

Stephan Reinders und Ursula Pitzner traten bei der Stichwahl um das Bürgermeisteramt in Bedburg-Hau gegeneinander an.

Foto: Willi van Beek

Bedburg-Hau.  Die absolute Mehrheit der CDU im Bedburg-Hauer Gemeinderat durch den Stichwahl-Sieg von Stephan Reinders soll keine Alleinherrschaft bedeuten.

Stephan Reinders’ Sieg bei der Bürgermeister-Stichwahl hat im künftigen Rat in Bedburg-Hau für klare Verhältnisse gesorgt: Dank der Stimme des 38-Jährigen wird die CDU mit einer absoluten Mehrheit die politischen Geschicke in der Gemeinde maßgeblich beeinflussen können. SPD, Grüne und FDP hatten diese Konstellation mit ihrer Unterstützung der parteilosen Kandidatin Ursula Pitzner erfolglos zu verhindern versucht.

„Das hat mich persönlich verwundert“, sagt der erfahrene Christdemokrat Manfred Opgenorth. „Zuletzt sind im Rat die Beschlüsse überwiegend einstimmig oder mit wechselnden Mehrheiten gefallen. Die Zeiten, in denen die CDU in Bedburg-Hau mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit Politik gemacht hat, liegen doch lange hinter uns. Als CDU haben wir längst verstanden, dass wir in die Bevölkerung horchen und auch nach links und rechts schauen müssen.“

Opgenorth erinnert beispielsweise an die interfraktionellen Arbeitsgruppen zu den Osterfeuern oder Schottervorgärten. „So stelle ich es mir auch zukünftig vor. Und ich bin überzeugt, dass Stephan Reinders als Bürgermeister zum Wohle der Gemeinde agieren wird“, sagt das CDU-Ratsmitglied.

Heinz Seitz: „Damit müssen wir jetzt fünf Jahre leben“

„Wir werden den neuen Bürgermeister und die CDU daran messen, was sie jetzt signalisiert haben“, kündigt Willi van Beek (SPD) an. Auf menschlicher Ebene gebe es mit Stephan Reinders keinerlei Probleme. „Und einer konstruktiven Zusammenarbeit werden wir uns nicht verschließen“, stellt van Beek klar.

Auch Heinz Seitz (Grüne) akzeptiert ohne Murren den Ausgang der Stichwahl, der den Patt nach der Ratswahl (13 Sitze für die CDU sowie 13 Sitze für SPD, Grüne und FDP gemeinsam) aufgelöst hat. „Damit müssen wir jetzt fünf Jahre leben und das Beste daraus machen“, stellt Seitz fest. „Wir sind bislang gut miteinander zurecht gekommen. Vielleicht reicht ja auch schon ein Diskussionsbeitrag von uns für eine Veränderung aus. Aber klar ist auch: Wenn die CDU etwas durchkriegen möchte, dann bekommt sie es auch durch.“

Stephan Haupt: Wichtige Themen nur mit breiter Mehrheit

Die FDP werde das Handeln der Christdemokraten kritisch-konstruktiv begleiten, sagt Stephan Haupt. „Diese Rolle hat uns der Wähler zugewiesen.“ Die Ankündigungen der CDU zur Zusammenarbeit seien erst einmal ein gutes Signal. „Themen wie die Entwicklung des Klinikgeländes und des Gemeindezentrums sind ohnehin nur mit einer breiten Mehrheit umsetzbar“, meint Haupt.

Durch Stephan Reinders’ Sieg bei der Stichwahl rückt Unternehmer Johannes Hövelmann für die CDU in den Gemeinderat nach.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben