Stichwahl

Bedburg-Hau: Pitzner möchte regelmäßige Bürgerversammlungen

Ursula Pitzner ist parteilos und wird bei der Stichwahl von SPD, Grünen und FDP unterstützt.

Ursula Pitzner ist parteilos und wird bei der Stichwahl von SPD, Grünen und FDP unterstützt.

Foto: Pitzner

Bedburg-Hau.  Vor der Stichwahl: Die parteilose Bürgermeisterkandidatin Ursula Pitzner setzt in Bedburg-Hau auf Transparenz und Bürgerbeteiligung.

Die parteilose Kandidatin Ursula Pitzner kann bei der Stichwahl um das Bürgermeisteramt in Bedburg-Hau auf die Unterstützung von SPD, Grünen und FDP bauen.


Welches Thema möchten Sie als Bürgermeisterin als Erstes anpacken?

In der Digitalisierung steckt viel Potential. Ich werde darauf die Schulen und die Verwaltung und die Kommunikation mit den Bürgern über eine mögliche Bürger-App in den Blick nehmen. Eine bürgerfreundliche Verwaltung und Gemeinde zeichnet sich zukünftig auch dadurch aus, welches digitale Serviceangebot sie vorhält. Eines meiner ganz zentralen Anliegen ist es aber, Bürgerinnen und Bürgern nicht nur stärker über die Entwicklungen der Gemeinde zu informieren, sondern sie auch in die Entwicklungs- und Lösungsprozesse unmittelbarer einzubeziehen. Hierbei sehe ich Nachholbedarf und die entscheidende Basis für alle Prozesse. Transparenz ist die wichtigste Voraussetzungen für Vertrauen. Würde ich gewählt, dann werde ich Gesprächs- und Netzwerkplattformen für die verschiedensten gesellschaftlichen Gruppen einführen, zum Beispiel für die Landwirtschaft, soziale Einrichtungen, Unternehmen usw.

Als allererstes werde ich aber regelmäßige, mindestens alle sechs Monate stattfindende, Bürgerversammlungen einführen. Ich stehe mit voller Überzeugung dafür, dass die Bürgerinnen und Bürger über alle Entwicklungen der Gemeinde gut informiert sind, ihre Meinung gehört wird und zählt sowie sie an der Gestaltung der Gemeinde viel intensiver beteiligt werden.


Die Entwicklung des Klinik-Nordteils ist für die Gemeinde von herausragender Bedeutung. Wie stehen Sie zu den Plänen der Investoren?

Die Planung lässt einerseits durchaus vernünftige Ansätze und die Motivation einer zukunftsweisenden Weiterentwicklung des Klinik-Nordteils erkennen. Es bleiben anderseits jedoch zu viele Fragen offen, insbesondere zu den ökologischen Auswirkungen, so dass sich daraus eine Beurteilung aktuell nicht ableiten lässt. Es braucht die zugesagte Bürgerversammlung und auch direkt Betroffene wie das „ArToll“-Kunstlabor, „mini-art“ oder die Kinder- und Jugendchöre benötigen klare Perspektiven.


Welche Zukunft sehen Sie fürs Gemeindezentrum?

Es gibt Pläne der Verwaltung, das Zentrum im Sinne einer Angebotsverbesserung zu erweitern, wenn ein Leerstand des früheren Hauptschulstandortes eintritt. Ich vertrete den Standpunkt, dass ein Gemeindezentrum jedoch dazu beizutragen hat, dass dort ein Treffpunkt und Austauschort für die Menschen der Gemeinde entsteht.

Eine ausschließliche Ausweitung des Einzelhandels steht meinen Vorstellungen dazu entgegen. Es ließe sich durch eine wohl überlegte Planung vieles verknüpfen, aber dies ist ein Paradebeispiel für mein Anliegen zur Beteiligung der Bürger. Was wollen die Bürgerinnen und Bürger denn eigentlich? Über die Pläne muss offen und transparent informiert und diskutiert werden sowie die Wünsche der Menschen vor Ort müssen einbezogen werden.

Wie stehen Sie zum Kiesabbau?

Die aktuelle Handhabung des Kiesabbaus in NRW ist problematisch, da es zu einer Ausweitung des Abbaus führt. Auch wird Kies und Sand leider nicht nur für die heimische Industrie abgebaut, sondern auch exportiert. Das muss zuvorderst geändert werden. Schon vor vielen Jahren hat die Politik rechtliche Voraussetzungen geschaffen, dass auch in Bedburg-Hau Auskiesung ermöglicht wird. Ich sehe den Kiesabbau in Bedburg-Hau, wie zum Beispiel aktuell vorgesehen an der Antoniterstraße, sehr kritisch. Jedoch kann ich aufgrund der rechtlichen Situation nichts versprechen, was nicht im Rahmen meiner Möglichkeiten liegen würde. Versprechen werde ich jedoch, dass ich die Bürgerinitiative „StopKiesHau“ mit Kräften unterstützen werde.

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