Gesellschaft

Begegnungsraum für Religionen

Sie wollen ein Haus der Begegnung/ Beth HaMifgash: oben v.l. Theo Brauer, Ron Manheim, Werner van Ackeren, unten v.l. Nils Lohschelders, Jürgen Rauer und Thomas Ruffmann.

Sie wollen ein Haus der Begegnung/ Beth HaMifgash: oben v.l. Theo Brauer, Ron Manheim, Werner van Ackeren, unten v.l. Nils Lohschelders, Jürgen Rauer und Thomas Ruffmann.

Foto: Kleve

Kleve.   Arbeitskreis „Beth HaMifgash“ lädt zur ersten umfassenden Infoveranstaltung

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Auch der weiteste Weg beginnt immer mit dem ersten Schritt. Einen solchen ersten Schritt wagt jetzt der Klever Arbeitskreis (AK) „Haus der Begegnung/Beth HaMifgash“ (HdB). Er lädt für Montag, 17. Juni, zur ersten umfassenden Infoveranstaltung der Initiative ab 19 Uhr ins Foyer der Stadthalle Kleve ein.

Das HdB soll den Platz neben der Gedenkstätte für die zerstörte Synagoge und die vernichtete Jüdische Gemeinde in Kleve wieder mit Leben füllen. Der AK besteht aus Vertretern verschiedener Gruppen, Vereine, Institutionen. Allen voran Initiator Ron Manheim, der geistige Vater der Idee. Seine Motivation ist die Überlegung, dass „Gedenken und Erinnern ohne aktive Konsequenzen“ irgendwann zu Ritualen verkommt. Angesichts der NSU-Terrorakte und weiterer rechter Gewalt erinnerte Manheim an Erich Kästner: „’Wir müssen den rollenden Schneeball zertreten, bevor er zur Lawine wird’. Das muss unsere tägliche Aufgabe sein.“

Seit bereits zweieinhalb Jahren reift die Idee zum HdB-Projekt. Manheim schätzt die Kosten für ein solches Objekt auf eineinhalb Millionen Euro.

Mittel-Beschaffung

Die Beschaffung der Mittel über Sponsoren, Institutionen, Fördermittel sind dabei wohl nicht das größte Problem. Die Betriebskosten seien eine noch größere Herausforderung, wie auch AK-Mitglied und technischer Beigeordneter der Stadt Kleve, Jürgen Rauer, betonte, der auch aus stadtplanerischer Sicht voll hinter der Idee steht. Der Platz, an dem früher einmal die jüdische Schule stand, soll mit Leben gefüllt werden. Und das HdB mitten drin. Als Kombination aus Gasthaus, Café, Ausstellungsraum, Gedenkstätte für jüdische Geschichte in Kleve und als Raum für Begegnungen zwischen den Kulturen und Religionen.

Nils Looschelders, Lehrer am Stein-Gymnasium und ebenfalls AK-Mitglied: „Das Projekt muss vom Engagement der Klever Bürger leben, es kann nicht in städtischen Händen liegen. Im Herbst wollen wir einen entsprechenden Verein und eine Stiftung gründen.“

Zur Zeit ist der AK im Klevischen Verein integriert.

Bürgermeister Theo Brauer lobte das geplante Projekt ausdrücklich: „Hier machen sich Menschen auf einen ganz besonderen Weg - allein das ist bereichernd für unsere Stadt. Das Projekt ist wichtig, richtig und realisierbar für Kleve. Hier fehlen religiöse Räume – das ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.“ Sicherlich auch im Hinblick auf die Hochschule mit heute schon 84 Nationen – und vielen Religionen.

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