Klever Straße

Beschluss aufgehoben: Keine Fußgängerampel in Pfalzdorf

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An der Klever Straße in Höhe der Einmündung zur Waterkuhlstraße wird keine Ampel errichtet.

An der Klever Straße in Höhe der Einmündung zur Waterkuhlstraße wird keine Ampel errichtet.

Foto: Niklas Preuten

Goch.  Zu geringe Frequenz an der Klever Straße/Waterkuhlstraße: Eine Ampel wird nicht errichtet, dafür soll eine bessere Querungshilfe soll kommen.

Ja zu einer besseren Querungshilfe, Nein zu einer Fußgängerbedarfsampel: Der Gocher Bau- und Planungsausschuss hat mit knapper Mehrheit am Dienstagabend seine eigene Entscheidung vom März 2020 zur Entschärfung der Verkehrssituation an der Klever Straße in Pfalzdorf im Bereich der Einmündung zur Waterkuhlstraße teilweise aufgehoben. Zuvor hatte Bürgermeister Ulrich Knickrehm ausführlich erläutert, warum er gezwungen sei, den ursprünglichen Beschluss wegen Rechtswidrigkeit zu beanstanden.

Nur wenige Fußgänger und Radfahrer wurden gezählt

Demnach hat das städtische Ordnungsamt zu verschiedenen Zeitpunkten den Verkehr an der wichtigen Verbindung zwischen Goch und Kleve gezählt und gemessen. Die geringe Zahl von Fußgängern und Radfahrern, die die Klever Straße an dieser Stelle überquerten, rechtfertige aus verkehrsrechtlichen Gründen keine Lichtsignalanlage, so Knickrehm. „Schon für einen Zebrastreifen würde die Frequenz nicht ausreichen.“ Weil eine Verkehrszählung in die Zeit der coronabedingten Schulschließung gefallen war, wiederholte das Ordnungsamt kürzlich am 17. November von 7 bis 10 Uhr sowie von 11 bis 14 Uhr die Aktion. „Am Ergebnis hat sich dadurch nichts geändert“, stellte der Bürgermeister fest.

Von der Wolterstraße zur Waterkuhlstraße überquerten nach Knickrehms Angaben insgesamt 14 Fußgänger und sieben Radfahrer die Klever Straße. In der anderen Richtung waren es 19 Fußgänger und sieben Radfahrer. Zudem habe sich bestätigt, dass sich die Autos in aller Regel an die vorgeschriebenen 50 km/h halten würde, sagte Ulrich Knickrehm. „Als öffentliche Verwaltung sind wir an Recht und Gesetzt gebunden. Und die Erforderlichkeit einer Lichtsignalanlage richtet sich auch nach der potenziellen Nutzung.“ Auf Basis der Verkehrszählungen ist diese zu gering.

Gegenstimmen von CDU und Grünen

Das wollten CDU und Grüne im Ausschuss so nicht akzeptieren. „Ich kann den Zahlen wenig Glauben schenken. Ich sehe, wie viele Leute die Klever Straße queren“, sagte die Christdemokratin Katharina Pleines und holte dann zu einer emotionalen Rede aus: „Ich bin dort überfahren worden.“ Sie sei ganz in der Nähe aufgewachsen, habe dort lange gewohnt und fahre auf dem Weg zur Tagesmutter häufig an der Stelle vorbei, so Pleines. „Es ist eine gefährliche Situation. Wir müssen einen Weg finden, eine sichere Querungshilfe zu schaffen.“

Dies sei die einhellige Meinung im Ausschuss, meinte der Vorsitzende Jürgen Vennmanns (BFG). Bei der Abstimmung votierte jedoch nur eine hauchdünne Mehrheit von zehn zu acht für die Aufhebung des Beschlussteils, der die Fußgängerbedarfsampel betrifft. Eine bessere Querungshilfe, als es sie derzeit auf der Klever Straße gibt, soll gleichwohl gebaut werden.

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