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Billig-Airline Ryanair erweitert Winterflugplan in Weeze

Neue Strecken: Ryanair fliegt im Winter von Weeze aus nach Rabat, Tanger (beides Marokko) und Oradea (Rumänien).

Foto: Andreas Gebbink

Neue Strecken: Ryanair fliegt im Winter von Weeze aus nach Rabat, Tanger (beides Marokko) und Oradea (Rumänien). Foto: Andreas Gebbink

Weeze.   Europas größte Fluggesellschaft Ryanair fliegt ab Ende Oktober vom Flughafen Weeze aus drei zusätzliche Ziele in Marokko und Rumänien an.

Die Fluggesellschaft Ryanair hat drei zusätzliche Verbindungen ab Weeze in ihren Winterflugplan 2017/18 aufgenommen. Die Kunden von Europas größter Airline können ab Ende Oktober vom Flughafen Niederrhein aus Oradea (Rumänien) sowie Rabat und Tanger in Marokko erreichen. „Wir reagieren mit den komplett neuen Verbindungen auf die hohe Nachfrage für den Winter“, sagte Neal McMahon, der bei Ryanair als Direktor für die Routenplanung zuständig ist, gestern im Gespräch mit der NRZ. Die drei Strecken hatte Ryanair bislang von Eindhoven aus bedient.

Jeweils zweimal in der Woche geht es in die marokkanische Hauptstadt Rabat und nach Tanger an der nordafrikanischen Küste. Nach Oradea fliegt Ryanair dreimal wöchentlich. Bereits zuvor waren für den Winterflugplan die neuen Ziele Eilat-Owda (Israel) und Nador (Marokko) angekündigt. Insgesamt bedient Ryanair im Winter 25 Strecken ab Weeze.

Fünf Ziele in Marokko

„Wir freuen uns sehr über die Erweiterung“, sagte Flughafen-Chef Ludger van Bebber. „Sie zeigt, dass wir in Marokko und Rumänien erfolgreich unterwegs sind.“ Ryanair fliegt nunmehr fünf Ziele im nordafrikanischen Königreich an. „Die Verbindungen nutzt eine Marokko-Community beidseits der Grenze“, stellt van Bebber fest. Rund 40 Prozent der Weezer Fluggäste kommen aus den Niederlanden.

Ryanair-Direktor McMahon unterstrich die Bedeutung des Flughafens in Weeze für die Fluggesellschaft: „Wir sind sehr zufrieden mit der Zusammenarbeit. Die Abfertigung ist gut, es gibt kaum Verspätungen.“ Allerdings kritisierte der Ire erneut die 2011 in Deutschland eingeführte Luftverkehrsabgabe. „Die Steuer macht deutsche Flughäfen weniger attraktiv und ist schlecht für die Kunden und den deutschen Tourismus“, sagte McMahon. „Wir plädieren dafür, die Steuer, wie beispielsweise in Irland geschehen, abzuschaffen. Dann könnten wir auch in Weeze schneller wachsen.“ Das Ziel der Fluggesellschaft ist, ihren Marktanteil in Deutschland auf 20 Prozent zu erhöhen.

Diskussion um Luftverkehrsabgabe

Bei der Diskussion um die Luftverkehrsabgabe setzt Flughafen-Chef van Bebber auf die neuen politischen Verhältnisse in NRW: „Wir sind glücklich, dass die schwarz-gelbe Landesregierung im Koalitionsvertrag verankert hat, für eine Abschaffung der Steuer einzutreten.“ Mit Bewegung in dieser Frage rechnet van Bebber nach der Bundestagswahl im September.

Davon unabhängig verfolgt Ryanair seine Wachstumspläne in Deutschland. Die Airline sei offen für Gespräche mit Flughäfen, an denen sie noch nicht präsent ist – etwa in Düsseldorf. Auf die Kapazität in Weeze hätten diese Ausbaupläne jedoch keine Auswirkungen, betonte McMahon. „Düsseldorf und Weeze bedienen unterschiedliche Märkte. In Barcelona oder Rom fliegen wir beispielsweise auch von jeweils drei Flughäfen, in London sogar von vier.“

Auf den neuen Konkurrenten Eurowings in Weeze reagierte McMahon betont gelassen („Konkurrenz ist immer etwas Gutes“) und selbstbewusst: „Die Kunden werden den Unterschied zu Ryanair sehen, denn nur die Lufthansa glaubt, dass Eurowings eine Billigfluggesellschaft ist.“ Die Lufthansa-Tochter fliegt seit Mitte Juni von Weeze aus nach München.

Airport erwartet 310 000 Passagiere in den Ferien

Ab in die Sonne: Wer sich nicht auf den wankelmütigen deutschen Sommer verlassen möchte, nimmt einen Flieger Richtung Süden. Der Flughafen Weeze erwartet für die in einer Woche beginnenden NRW-Sommerferien circa 310 000 Passagiere. „Allein am ersten Ferienwochenende starten und landen hier rund 20 000 Fluggäste“, sagt Sprecher Holger Terhorst. Vom Niederrhein geht es zu 45 Zielen. Neben Ryanair bieten Eurowings (seit Mitte Juni nach München) und Fly Egypt (ab 16. Juli nach Hurghada) Verbindungen an.

Der Sommer-Flugbetrieb sei eine große Aufgabe, meint Ludger van Bebber. „Wir wissen aber, was auf uns zukommt. Unser Team arbeitet sehr professionell“, stellt der Flughafen-Chef fest. Darüber hinaus sei die Auslastung über das ganze Jahr relativ stabil. „Ryanair fliegt grundsätzlich mit 90 Prozent und mehr. In den Sommerferien kommen zwar noch einmal vier bis fünf Prozent und ein paar Extraflüge hinzu.“ Doch Probleme werde dies nicht bereiten.

Der Flughafen empfiehlt den Reisenden, spätestens zwei Stunden vor dem Abflug am Terminal zu sein. Mehr Zeit für die Anreise sollte besonders während des Musikfestivals Parookaville (21. bis 23. Juli) eingeplant werden. Viele der rund 80 000 Besuchern kommen bereits am Donnerstag, 20. Juli, auf dem Gelände am Flughafen an.

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