Partnerschaft

Boule verbindet Freunde aus Goch und Redon seit 30 Jahren

Ein Hoch auf die Partnerschaft: Deutsche aus Goch und Franzosen aus Redon trafen sich in diesem Jahr in Saint-Hilair-de-Riez am Atlantik.

Foto: Berthold Perret

Ein Hoch auf die Partnerschaft: Deutsche aus Goch und Franzosen aus Redon trafen sich in diesem Jahr in Saint-Hilair-de-Riez am Atlantik. Foto: Berthold Perret

Goch.   Seit 30 Jahren treffen sich Boulespieler aus Goch und der Partnerstadt Redon. Gründer Berthold Perret ist stolz auf den grenzenlosen Wandel.

Am Anfang stand die Suche nach einem FKK-Verein. Berthold Perret, damals Präsident des FSB Solaris Niederrhein in Goch, fragte vor 30 Jahren in einem Brief an die Verwaltung der französischen Partnerstadt Redon, ob es dort nicht auch Freunde der Freikörperkultur gebe. Sein Anliegen wurde im traditionell-katholischen Milieu des Örtchens in der Bretagne nur belächelt.

Diese Reaktion sollte Perrets Hoffnung auf ein lokales Stück deutsch-französischer Freundschaft jedoch nicht brechen. Er setzte noch einen Brief auf und fragte nach Sportarten, die in Redon beliebt seien. Weil die Mitglieder des Gocher FKK-Vereins Freude am Boule gefunden hatten, erkundigte er sich gezielt nach dem französischen Volkssport. Und als träfen zwei Metallkugeln klackend aufeinander, landete Perret mit seinem Schreiben einen Volltreffer. Aus den Worten auf Papier entwickelte sich eine nunmehr 30 Jahre andauernde Partnerschaft, eine Jumelage, die die Freunde aus Goch und Redon in diesem Jahr erneut zelebrierten.

Meeresfrüchte und Klamotten-Kette

Eine Delegation vom Niederrhein reiste an den Atlantik nach Saint-Hilair-de-Riez. Bei entspannten Frühstücken in einem kleinen Ferienpark und sonnigen Stunden am Strand erinnerten sich Deutsche und Franzosen an die gemeinsamen Erlebnisse aus drei Jahrzehnten.

Ans Paddeln auf der Niers, Draisinefahren in Kleve oder an den ersten Besuch der Franzosen in Goch. Das Premierenturnier im Pétanque, einer Version des Boule-Spiels, fand noch im Hubert-Houben-Stadion statt, und fünf Männer sowie eine Frau aus dem westlichen Nachbarland kamen bei Perret und seiner damaligen Ehefrau Bianca de Kluis unter. „Auf 38 Quadratmetern“, erzählt Perret und lacht. „Zum Glück waren sie sehr pflegeleicht.“

Beim diesjährigen Jubiläumstreffen ging es auch zur Halbinsel Île de Noirmoutier, wo die Freunde im Wattenmeer Meeresfrüchte fingen. Die Delikatessen kamen beim Abendessen auf die Teller. Unterhaltsam war auch die Jumelage-Olympiade. Beim großen Finale der Spaßwettbewerbe bildeten die international gemischten Teams mit ihren Anziehsachen möglichst lange Ketten – bis die Frauen und Männer halb nackt da standen.

Nächste Generationen übernehmen

„Die Vertrautheit in der Gruppe ist groß“, sagt Berthold Perret. „Wir haben eine gelebte Freundschaft, die weit über den jährlichen Austausch hinaus geht.“ Zehn Redonnaiser besuchten Perret etwa bei der Feier zu seinem 60. Geburtstag vor einigen Wochen. „In den 30 Jahren ist ein unheimlicher Wandel eingetreten. Viele Franzosen haben Deutsch gelernt, und viele Deutsche Französisch“, stellt Perret fest.

Die aktive Partnerschaft ist sein Kind. „Und es ist doch schön zu sehen, dass es dem Kind auch nach so vielen Jahren noch gut geht“, sagt Perret. Deshalb habe er sich wahnsinnig gefreut, dass die zweite und dritte Generation aus Goch und Redon neue Ideen für die nächsten Besuchen eingebracht haben. „Das macht uns Gründer sehr stolz.“

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