Kultur

Britische Künstlerin ist im Projektraum in Kleve zu sehen

Die britische Künstlerin Epoh Beech stellt im Projektraum Bahnhof aus

Die britische Künstlerin Epoh Beech stellt im Projektraum Bahnhof aus

Foto: Claudia Gronewald

Kleve.   Drei Künstler setzen sich im Rahmen des Projekts „In der Ebene – die andere Seite“ mit den deutsch-britischen Beziehungen auseinander.

Dass dem nur zwölf Minuten langen Animationsfilm der britischen Künstlerin Epoh Beech eine jahrelange akribische Zeichenarbeit zugrunde liegt, bliebe dem Betrachter verborgen. Eigentlich. Hätte die Künstlerin nicht im gleichen Raum einige der tausenden von Einzelzeichnungen, aus denen sich der Film zusammensetzt, auch mit nach Kleve gebracht. Zu sehen ist ihr jüngstes Projekt, The Masque of Blackness, im Projektraum Bahnhof.

Gemeinsam mit dem Belgier Jan Locus und dem Niederländer Pier Pennings setzt sie sich in der Ausstellung künstlerisch mit den deutsch-englischen Beziehungen seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges auseinander. Die Werkschau ist Teil des Projektes „In der Ebene – die andere Seite“ mit Ausstellungen und Lesungen in Wesel, Rees, Emmerich, Kalkar und Kleve, das sich mit der Endphase des Krieges am Niederrhein beschäftigt.

Die lange Reise entlang des Rheins

Epoh Beech, in deren Werk Flüsse eine wichtige Rolle spielen, folgt mit ihrer Arbeit den geografischen, historischen und kulturellen Beziehungen zwischen der Themse in London, dem Rhein und dem Niger in Westafrika. Dafür hat sie viel Zeit damit verbracht, dem Lauf des Rheins von seiner Mündung hinauf zu folgen oder unternahm Reisen zu den Flüssen Ankobra und Volta in Ghana. Ihr sehr poetischer Film wurde im September 2018 auf einer monumentalen Leinwand, der Außenwand des National Theatre in London, erstmals gezeigt und ist unter anderem für den Besten Internationalen Kurzfilm bei den Irish Animation Awards nominiert.

Holzpaletten erinnern an Nordirland

Der belgische Künstler Jan Locus widmet sich mit seinem Kurzfilm „Confusing Drum“ dem „Orangemen’s Day“ in Nordirland, der an die Schlacht am Boyne im Jahr 1690 erinnert. Damals siegte der (protestantische) Wilhelm III. von England über den (katholischen) Jakob II. Bis heute werden für die Freudenfeuer in der Nacht vor dem 12. Juli riesige Holzstöße aufgeschichtet, um am Tag selbst angezündet zu werden. Locus filmte die aus unzähligen Paletten aufgetürmten Holzhaufen, die letztlich jedes Jahr aufs Neue an die kriegerischen Auseinandersetzungen in Nordirland erinnern und nicht selten Unfrieden schüren.

Der Niederländer Pier Pennings schließlich errichtet im Projektraum Bahnhof ein kleines „Heimatmuseum“, das er mit Exponaten wie Flugzeuge oder Fotografien von Kriegsgerät ausstattet. „Ich wundere mich spielerisch über die Kräfte“, so der Künstler, „die uns immer wieder überfallen und in Besitz nehmen.“

Bis zum 9. Juni im Projektraum Bahnhof

„Allen drei Künstlern geht es darum zu zeigen, wie es heute um die Beziehungen zwischen den einzelnen Ländern steht und wie es in Zukunft damit weitergeht“, erklärt Carla Gottwein, die das Projekt „In der Ebene“ leitet.

Die Ausstellung im Projektraum kann bis 9. Juni samstags und sonntags jeweils von 13 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung besichtigt werden.

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