Verkehrssicherheit

Polizei und Zoll überprüfen Lkw in Grenznähe zur Niederlande

Kooperativ zeigten sich die beiden Fahrer aus Mendig bei nötigen Nachbesserungen zur Ladesicherheit bei der länderübergreifenden Verkehrssicherheitsaktion an der B 504 bei Kranenburg.

Kooperativ zeigten sich die beiden Fahrer aus Mendig bei nötigen Nachbesserungen zur Ladesicherheit bei der länderübergreifenden Verkehrssicherheitsaktion an der B 504 bei Kranenburg.

Foto: Anke Gellert-Helpenstein

Kranenburg/Kreis Kleve.  Eine Sicherheitsaktion von Kreispolizeibehörde Kleve und Zoll brachte einige Verstöße der Fahrer zu Tage. 34 Fahrzeuge wurden überprüft.

„Das ist schon okay. Auch wenn ich für die 55 Euro lieber mit Ihnen essen gegangen wäre“, gibt der 57-jährige Lkw-Fahrer aus dem Raum Mendig im Gespräch mit der NRZ zu und blickt dabei nur leicht seufzend auf die Bußgeldquittung. Dabei ist er erstaunlich gut gelaunt. Und das, obwohl er gerade in die länderübergreifende Verkehrssicherheitsaktion unter dem Titel „Sicher.mobil.leben – Brummis im Blick“ an der B 504 bei Frasselt geraten war und wegen mangelnder Ladesicherheit ertappt wurde.

„Die sind echt in Ordnung“, lobt er die souverän agierenden Polizeibeamten vor Ort und hat nebenbei den ein oder anderen lockeren Spruch auf der Zunge. Wie ihm erging es am Donnerstagmorgen 34 anderen Fahrzeugführern von Lkw und Pkw, die sich den prüfenden Blicken von Kreispolizei Kleve und Zoll stellen mussten.

Verschiedenste Mängel wurden festgestellt

Unter Einsatzleitung des Verkehrssicherheitsdienstes mit Polizeihauptkommissar Christoph Bloß an der Spitze und verstärkt vom Zoll mit einem Team um Christian Hüster machten die Beamten mit sicheren Augen verschiedenste Mängel an vielen Fahrzeugen und auch an einem Fahrer aus. Denn eine kontrollierte Person war augenscheinlich nicht fahrtüchtig. Die Vermutung der Beamten konnte durch einen Test bestätigt werden: Es lag Drogenkonsum vor. Die Weiterfahrt wurde untersagt.

In diesem Jahr widmete sich die polizeiliche Sicherheitsaktion dem gewerblichen Personen- und Güterverkehr. „Die Schwerpunkte lagen bei der Einhaltung von Lenk- und Ruhezeiten, der Kontrolle des technischen Zustands von Lkw sowie der Ladungssicherung“, erklärte Anna Stammen, Pressesprecherin der Kreispolizeibehörde Kleve. „Rund 70 Prozent aller Güter werden per Brummis transportiert. Da tragen die Lkw-Fahrer eine wirklich hohe Verantwortung für ihre Sicherheit und die ihres Umfelds.“ Deswegen wurde großes Augenmerk auch auf die Einhaltung der Lenk- und Ruhezeiten gesetzt. Die entsprechenden Fahrerkarten wurden vor Ort digital ausgelesen und überprüft.

Eine Aktion gegen Übermüdung und den berüchtigten Sekundenschlaf. Außerdem wurden drei Verstöße gegen die Geschwindigkeit festgestellt, ein Lkw-Fahrer durfte aufgrund eines Verstoßes gegen die geforderte Ladungssicherung und wegen technischer Mängel am Fahrzeug ebenfalls nicht weiter fahren.

Acht weitere – darunter auch der 57-jährige Mann aus Mendig – konnten ihre Fahrt fortsetzen, nachdem sie die Ladung entsprechend nach gesichert hatten. Die entsprechend geübten Polizeibeamten checkten auch die Technik und erkannten so das ein oder andere kleine und auch größere Manko an verschiedenen Fahrzeugen. „Aber auch gut gewartete Lkw müssen richtig beladen sein“, betonte Stammen.

Schlecht gesicherte Ladung stand im Mittelpunkt

Denn schlecht gesicherte Ladung kann abrutschen, verloren gehen, den Lkw selbst umkippen lassen und schlimmstenfalls so zu schwerwiegenden Unfällen führen. Und in Sachen Ladungssicherheit war der 57-jährige Fahrer aus dem Mendiger Raum einer der acht Fahrer, die die Ladesicherung nachbessern mussten um weiter fahren zu dürfen.

Sein Begleitfahrzeug mit Fahrer Christian an Bord hatte bei der Kontrolle schon etliche Kilometer Vorsprung, als der 57-jährige Brummifahrer ihn zurück ordern musste. „Nicht zu ändern, wir brauchten die Sicherungen aus dem Begleitfahrzeug“, verrät der Lkw-Fahrer und ergänzt: „Die Kontrolle und die 55 Euro machen mich nicht wütend. Ich ärgere mich über meine nagelneuen, gerade gekauften Gurte, die ich ja habe, die aber nicht zulässig sind, obwohl ich sie in einem Geschäft für Lkw-Zubehör gekauft habe.“

Einsichtig wegen der Kontrollaktion zeigten sich übrigens die meisten Fahrer. „Die Zunahme der Verkehrsunfälle mit Getöteten unter Beteiligung von Lkw um 17 Prozent in den letzten fünf Jahren zeigt die Notwendigkeit dieser intensiveren Überwachung“, sagte Anna Stammen.

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