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Bücherei Kleve mehr an die Kinder und Familien anpassen

Büchereileiter Jens Neumann und Mitarbeiterin Julia Winhausen auf bequemen Sitzsäcken in der Kinderbücherei-Abteilung.

Foto: Astrid Hoyer-Holderberg

Büchereileiter Jens Neumann und Mitarbeiterin Julia Winhausen auf bequemen Sitzsäcken in der Kinderbücherei-Abteilung. Foto: Astrid Hoyer-Holderberg

Kleve.   Die Bücherei Kleve versteht sich als Familienbücherei und solider Alltagsbegleiter. Alle Buchrücken bekommen nun logische Bezeichnungen.

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Dass Jens Neumann in „vier Dimensionen“ denkt, hat sich in der Verwaltung herum gesprochen. Für den Klever Büchereileiter sind Mauer, Möbel, Medien, Menschen im Gleichklang zu halten. Davon berichtete er im Kulturausschuss. Seine Zukunftsplanung ist „langfristig realistisch“. Generell will er die Bücherei mehr auf das Publikum zuschneiden, das sie auch wirklich benutzt: Kinder und Familien. Eine Nutzergruppe, die nachwächst und somit erhalten bleibt.

Das „M“ für Mauern ist für ihn das Büchereihaus unterhalb der Schwanenburg, am Stadthallenparkplatz, und seine „Lage im Sprengel“ an der Wasserstraße. 1073 Quadratmeter, davon 915 fürs Publikum, viele Wände, wenige Fenster, viel künstliche Beleuchtung.

Standort bleibt wohl vorerst

Eine Neugestaltung des Eingangsbereichs wäre wünschenswert – dafür kann es eventuell einen Zuschuss der Landesfachstelle geben. Das lohnt sich, denn voraussichtlich bleibe die Bücherei noch etliche Jahre dort. Kämmerer Willibrord Haas antwortete dem Ausschuss auf Nachfrage: Laut Ratsbeschluss befasse sich die Stadt erst mit einem Umzug, nachdem alle Schulbaumaßnahmen abgeschlossen sind. „Das wird in den nächsten zwei bis vier Jahren nicht auf der Agenda stehen“.

M wie Möbel – das betrifft die Ausstattung, Sitzsäcke, Stühle, Regale. Viele Dinge wurden noch aus Zeiten der Bücherei am Marstall übernommen. Bisher gibt es kein W-Lan im Haus. Bücherei sei ein realer Ort, ein virtueller und ein Lernort. Eine Steigerung der Aufenthaltsqualität sei für die Familienbücherei ein Ziel. Und korrespondiert mit dem dritten „M".

Die Jugend zu den Erwachsenen

M wie Medien: Jens Neumann und sein Team wollen den bisherigen Bereich „Kinder und Jugend“ trennen: Jugend zu den Erwachsenen. Ältere Nutzer haben sehr differenzierte Interessen, die eine städtische Bücherei nicht mehr im täglichen Angebot bedienen könne, so Neumann. Studenten und Ausländer sind als Leser für die Bücherei kaum erreichbar.

Kinder sollen künftig schon an der Kennung der Bücher ihre Medien finden. Jeder einzelne Buchrücken wird umbenannt. Sie heißen dann nicht mehr „K/J 4“, sondern „Kids“. Und Bücher über „Tiere“ findet man unter genau diesem Wort und nicht mehr unter „UH 24“. Neumann nennt das eine „sprechende Signatur“.

„Bücherei-Führerschein“ geplant

M wie Menschen: Die attraktiven (Vorlese-)Veranstaltungen, meist von ehrenamtlichen Helfern angeboten, werden auf jeden Fall fortgesetzt. Für Kindergärten und Grundschulen werden Themenkisten zusammen gestellt. Neumann plant, einen „Bücherei-Führerschein“ für die jungen Leser zu entwickeln.

Die Klever Bücherei sei eine Kinder-, Familien-, Freizeit-, Ferieneinrichtung. Die ausleihe-stärksten Tage sind samstags und in den Ferien. „Wir sind kein Leuchtturm, aber ein solider Alltagsbegleiter“.

>> ZAHLEN UND FAKTEN

56.000 Medienverleiht die Bücherei, auf 47.200 haben die Nutzer direkten Zugriff, 8000 können aus dem Archiv geholt werden. Es sind 16.200 Sachbücher, 10.000 Belletristik, 13.000 Kinderbücher, 8000 Nicht-Bücher wie CDs und Gesellschaftsspiele, 20.000 virtuelle Medien online im 18-Büchereien-Verbund. Es gibt 120.000 Ausleihen pro Jahr, davon 14.500 Sachbücher, 25.500 Belletristik, 45.500 Kinder/Jugendbücher, 4500 Zeitschriften, 17.000 CDs und Spiele, 12.000 online-Ausleihen.

Seit Januar zählt eine Lichtschranke am Büchereieingang die Besucher. Hochgerechnet auf das Jahr erwartet Büchereileiter Jens Neumann 25.000 Besuche der 1832 aktiven Kunden. Ausgestellt sind 2627 Büchereiausweise. Im Vorjahr gab es 433 neue Anmeldungen, die Hälfte von Kindern. 75 Prozent kommen aus Kleve, 19 Prozent aus Kranenburg und Bedburg-Hau.

Nutzeralter: 36 Prozent Kinder bis 13 Jahre, sechs und sieben Prozent in zwei Altersklassen bis 29 Jahre, zwölf Prozent zwischen 30 und 44 – das seien oft Eltern. Die 45- bis 64-Jährigen machen 25 Prozent der Nutzer aus und 13 Prozent sind über 65 Jahre alt.

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