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Bürger warten in Goch-Kessel auf versprochenen Spielplatz

Marc Groesdonk, Bernd Thönesen und Ralf Werth am Zaun zum Bauland.

Marc Groesdonk, Bernd Thönesen und Ralf Werth am Zaun zum Bauland.

Foto: Evers

Goch-Kessel.  35 Grundstückseigentümer der Grachtensiedlung im Gocher Ortsteil Kessel war von der Stadt ein Spielplatz versprochen. Der lässt auf sich warten.

Wohnen am Wasser: Für die 35 Grundstückseigentümer der Grachtensiedlung im Gocher Ortsteil Kessel hat sich dieser Traum vor vielen Jahren erfüllt. 2002 wurde das sogenannte Baugebiet 4/3 geplant, 2004 wurden die ersten Häuser dort errichtet. „2008/2009 war die Siedlung komplett“, sagt Ralf Werth.

Werth ist der Verwalter der Gemeinschaftsgrundstücke der Grachtensiedlung. Damit sind die Wasserflächen, die sogenannten Kesseler Grachten, und eine Überlauffläche Richtung Kranenburger Straße gemeint. „Nicht aber die drei Grundstücke zur Josefstraße hin, auf denen eigentlich ein Spielplatz errichtet werden soll. Die gehören der Stadt“, sagt Werth, der damit das Problem beim Namen nennt. Die Kinder, die dort vor zehn, 12, 14, 16 Jahren eingezogen sind, sind mittlerweile groß, auf den Spielplatz auf den Flurstücken 134, 144 und 161 warten die Anwohner immer noch.

Neben der Stadt ist auch die Katholische Kirche Grundstückseigentümer

Neue Hoffnung gab es im vergangenen Jahr, als das gegenüberliegende Baugebiet 4/4 an der Straße Keldonk fertiggestellt wurde. Auch dort sollen zur Josefstraße hin – das ist im Übrigen ein gepflasterter Weg für Fußgänger und Radfahrer – entsprechende Spielflächen auf den Flurstücken 153 und 155 errichtet werden. In diesem Fall ist jedoch nicht die Stadt, sondern die katholische Kirche Grundstückseigentümer. Nach Angaben von Bernd Thönesen habe er diese fertige Planung in der Schublade liegen und warte nur noch auf die Stadt. „Geschehen ist jedoch nichts“, so Thönesen.

Thönesen ist erster Vorsitzender des Kesseler Verkehrs- und Heimatvereins (VHV) und wird seit Jahren von verschiedenen Personen aus dem Dorf auf den Missstand an der Josefstraße hingewiesen. Aus diesem Grund hat er das Kesseler CDU-Ratsmitglied Marc Groesdonk gebeten, Kontakt mit dem Kommunalbetrieb der Stadt Goch aufzunehmen. In den vergangenen Wochen hat er zudem alle beteiligten Parteien aus Kessel an einen virtuellen Tisch geholt – mit dem Ergebnis: Man fühlt sich von der Stadt Goch verschaukelt und auf die lange Bank geschoben. Groesdonk: „Der Kommunalbetrieb hat mir mitgeteilt, dass die Stadt Goch erst einmal nichts macht und abwartet, weil Kirchengemeinde und Grachtengemeinschaft sich nicht einig seien. Das ist aber so nicht richtig.“ Daraufhin hat Ralf Werth noch einmal eine E-Mail an Wolfgang Jansen, Chef des Gocher Kommunalbetriebes, geschickt. Das war am 20. April.

Wolfgang Jansen nimmt auf Anfrage wie folgt Stellung: „Es war immer klar, dass der Spielplatz dort erst gebaut wird, wenn das andere Baugebiet auch komplett bebaut ist.“ Seiner Meinung nach sei das – mit Blick auf den langen Zeitraum – zwar nicht der allerschönste Weg, aber er wurde damals halt so eingeschlagen. „Das war das Agreement zwischen allen Beteiligten.“

Die Abstimmungsgespräche zum Spielplatz laufen

Nach Angaben von Jansen werden die Spielflächen noch in diesem Sommer fertiggestellt. „Momentan befinden wir uns in Abstimmungsgesprächen mit den jeweiligen Erschließungsträgern“, sagt Jansen. Dabei handelt es sich um die KB-Wohnbau GmbH für die Grachtensiedlung sowie die katholische Kirche für das Baugebiet Keldonk. Auch ein entsprechender Stabgitterzaun, der die Spielfläche zu den Grachten hin abtrennt, sei eingeplant. Momentan (seit anderthalb Jahren!) wird die Fläche mit einem Bauzaun gesichert. „Von Pflege, wie wir sie in den vergangenen Jahren betrieben haben, kann hier keine Rede mehr sein“, sagt Werth.

Sommer 2020 – darauf sind die Kesseler Bürger nun gespannt. „Unser Stand war: Vorläufig soll nichts geschehen.“ Damit werden sie sich auf jeden Fall nicht zufrieden geben. „Wir bleiben dran“, sagt Thönesen.

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