Sportstättenbau

CDU: Klever Sportzentren sollen für alle offen sein

Ein Kunstrasenplatz soll an der Ecke Landwehr/Wasserburgallee in Rindern als Schul- und Sportplatz für die Gesamtschule Am Forstgarten angelegt werden. Zum Beispiel auch der SV Rindern, der unmittelbar angrenzend sein Rasenfeld bespielt, könnte hier trainieren.

Foto: Geo 3

Ein Kunstrasenplatz soll an der Ecke Landwehr/Wasserburgallee in Rindern als Schul- und Sportplatz für die Gesamtschule Am Forstgarten angelegt werden. Zum Beispiel auch der SV Rindern, der unmittelbar angrenzend sein Rasenfeld bespielt, könnte hier trainieren. Foto: Geo 3

Kleve.   Drei Sportzentren will die Stadt Kleve ausstatten. Die Idee: Die Verwaltung vergibt die neuen Hallen und Plätze an alle interessierten Gruppen.

Die meisten der alten Sportplätze und Sporthallen in Kleve stammen aus dem Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre. Und riechen auch so. Eine Modernisierung stünde der Kreisstadt gut zu Gesicht, fand die Politik schon vor sechs, sieben Jahren und bastelt seither an Verbesserungsideen. Bekanntlich sollen drei große Sportzentren wachsen, die modernen Ansprüchen genügen.

„Wir wollen jetzt die Sportförderrichtlinien auf den Kopf stellen“, sagt Werner Liffers (CDU) der NRZ. Die Partei kündigte es auch im vorigen Sportausschuss an und wird es im nächsten Ausschuss im April 2018 konkretisieren.

Die Stadt soll bauen

„Nach dem alten Sportförderkonzept aus dem Jahr 2011 wären die neuen Pläne für Kleve nie umgesetzt worden“, ist Werner Liffers überzeugt. Nach dem hätten sich die Vereine nämlich mit 50 bis 60 Prozent am Sportstättenausbau zu beteiligen. Das sei bei den nun fälligen Investitionen nicht zu leisten. „Früher gab es mehr ,Manpower’ in den Vereinen, mehr Leute haben sich handwerklich eingebracht“, weiß Fraktionsvorsitzender Wolfgang Gebing. Nun gelte: „Die Vereine, von denen ein mannigfaltig wichtiger gesellschaftlicher Beitrag erwartet wird, nähern sich ihren finanziellen und personellen Belastungsgrenzen.“ Deshalb unterstützt die CDU die Idee, dass die Stadt selbst baut, für Millionen Euro, und dabei aber die Verfügungsgewalt behält. Das sei dann am Bedarf orientiert. Vereine nutzen heute in der Regel „ihre“ Hallen und „ihre“ Plätze über Pachtverträge. Nach neuer Denkart würde künftig die Vergabe der Sportanlagen nicht von einem Platzhirschen bestimmt, sondern vom Sportamt aus geregelt. Jede sportliche Gruppe, die Trainingszeiten in Hallen oder auf Plätzen brauche, kann da anfragen.

Gerd Driever (CDU) bringt dazu das Wort „Sport-Ökonomie“ ins Gespräch mit der NRZ. „Letztendlich wären alle Anlagen für alle Vereine offen“, stellt Werner Liffers klar. „Die Stadt böte allen exzellente Sportmöglichkeiten.“ Und Gerd Driever betont: „Die Politik nimmt keinen Einfluss, gibt nur den Handlungsrahmen, wo und wie Sportanlagen ausgestattet sind.“ Nur wenn Vereine Bälle oder Matten etc. brauchen, gelte nach wie vor die Sportförderrichtline mit Vereinsbeteiligung, schlägt Wolfgang Gebing vor.

Großsporthalle mit Tribüne

Die CDU wünscht noch weitere Details: Das Gustav-Hoffmann-Stadion mit seinen Nebenanlagen solle im Sinne eines Leichtathletikstadions ertüchtigt werden mit Bau einer Tartanbahn wie sie Nütterden und Kevelaer haben sowie adäquaten Sprung- und Wurfanlagen. Beim künftigen Sportzentrum Unterstadt sieht die CDU an der van-den-Bergh-Straße eine Großsporthalle mit Tribüne für Indoor-Sport, die dem Anspruch größerer überregionaler Sportveranstaltungen genüge. Generell verweist sie auf den Verwaltungstext zum Sportentwicklungsplan: Ziele und Handlungsempfehlungen müssten „immer wieder überprüft und gegebenenfalls an neue Veränderungen und Zielsetzungen angepasst werden“.

„Wir wissen noch nicht, was endgültig die Gesprächsergebnisse mit den Vereinen sind“, wartet Sportausschussvorsitzender Michael Kumbrink (SPD) im Gespräch mit der NRZ noch ab. Mit aktuellen Anträge versuche nun aber die CDU, der Verwaltung Druck zu machen, die CDU wolle sich bloß profilieren und im Ergebnis mit fremden Federn schmücken, beklagt der SPD-Mann. Generell müsse sich die Politik einigen und vor den Bürgern eine „faire Lösung“ rechtfertigen, wo Vereine an Kosten beteiligt werden und wo nicht, findet er. „Noch gelten die Sportförderrichtlinien.“ Doch auch die SPD sieht: Drei neue Sportzentren zu finanzieren, „das können die Vereine nicht aufbringen“. Niklas Lichtenberger (SPD) fand bisher in den Ausschüssen, dass man die Vereine „nicht aus der Verantwortung nehmen“ dürfe.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik