Kulturverein

Cinque hofft auf eine Wiedereröffnung des Saals bei Braam

Tolle Bühne, toller Saal: Bis vor vier Jahren nutzte der Cinque-Kulturverein diese Halle des St.-Georg Alten-/Pflegeheims in Kellen.

Foto: Astrid Hoyer-Holderberg

Tolle Bühne, toller Saal: Bis vor vier Jahren nutzte der Cinque-Kulturverein diese Halle des St.-Georg Alten-/Pflegeheims in Kellen. Foto: Astrid Hoyer-Holderberg

Kleve.   Der Brandschutz zum angrenzenden Altenheim ist ein großes Problem für den Klever Kulturverein Cinque. Die Stadt prüft Lösungen für den Saal.

Es wurden Radrennen darin gefahren, Tennis gespielt, ein Boxring aufgestellt, eine Bollywood-Hochzeit gefeiert, es war Hotel und auch mal Lazarett. Zuletzt ist es den Klevern aber in Erinnerung als Bühne des „Cinque“-Kulturvereins für Theater, Kabarett, Tanz. Die Halle am Alten-Pflegeheim St. Georg an der Emmericher Straße 159.

Seit Ende 2013 waren aus brandschutztechnischen Gründen keine Veranstaltungen mehr im Saal erlaubt. Es reichte nicht, dass Cinque Stühle zusammen band, Fluchtwege markierte, zwei Feuerwehrleute dazubat. Es fehlen eine Brandschutzdecke und eine Brandschutzwand zum Altenheim. Cinque hatte den befreundeten Brandschutzexperten Peter Meyer gebeten, ein Brandschutzkonzept zu schreiben. Eine Bestandsaufnahme der Örtlichkeit, Rettungswege, Brandmeldeanlage, Brandschutztüren, -decke und -wand sind Inhalt darin. Zweimal schon gab Schmitz den Packen Unterlagen bei der Stadt ab. „Was damit passiert, wissen wir nicht“, schreibt Bruno Schmitz nun stichelnd im neuen Programmheft.

Stadt lotet Möglichkeiten aus

Der NRZ antwortet Baudezernent Jürgen Rauer: „Leider entspricht die Qualität einiger Bauteile nicht den Anforderungen, um einen Brandüberschlag zum Altenpflegetrakt zu verhindern. Der Mangel ist nicht einfach so zu kompensieren.“ Dennoch prüfe die Stadt zurzeit rechtliche Bestimmungen in Absprache mit der Feuerwehr, ob es nicht doch ausreiche, wenn Feuerwehrleute (mitunter gern) bei Veranstaltungen zugegen sind. Oder andere eingewiesene Personen wie Sicherheitsdienste. Vorgeschrieben wäre das bei Veranstaltungen unter 200 Personen nicht.

Das Problem: „Brandschutz muss dauerhaft gesichert sein und auch ohne menschliche Hilfe funktionieren“, so Rauer. Denn Mitarbeiter der Bauordnung tragen die Verantwortung mit, obwohl sie keinen Einfluss auf menschliches Verhalten haben (Fall Duisburg). „Grundsätzlich hätten wir nichts gegen eine Nutzung des Saales, wenn das Problem des Brandschutzes verantwortungsvoll geklärt worden ist“, sagt Kabarett-Fan Rauer.

Sanierungspläne für das Seniorenhaus

Vor drei Jahren noch wollte Gisbert Braam, mit 75 Jahren immer noch Geschäftsführer des Alten-/Pflegeheimes St. Georg, eine Betondecke einziehen. Einrichtungsleiter Sebastian Braam (42) überlegt nun aktuelle Sanierungspläne fürs Seniorenhaus. Vorschriften der Heimmindestbauverordnung müssen erfüllt werden. Nach der sind ab 2018 in allen Einrichtungen 80 Prozent barrierefreie Einzelzimmer vorgeschrieben. St. Georg ist seit 1991 eine private Pflegeeinrichtung, in der Familie Braam selbst wohnt. Für 60 Bewohner sind 50 Mitarbeiter aktiv, nicht nur Pflegerinnen, sondern auch Köche, sogar eine Näherin, es gibt eine Wäscherei, „die Putzfrau ist seit über 20 Jahren hier, sie hat noch Zeit für ein Pläuschchen“, lobt Sebastian Braam.

Die soziale Komponente war ihm bei Cinque immer wichtig. „Es ist traurig, dass wir das nicht mehr haben. Ich würde es sofort reaktivieren, wenn wir dürften“, sagt der Hausherr des Pflegeheims. „Unsere Bewohner haben die Programme kostenlos besuchen dürfen. Dieter Nuhr und Gabi Köster, Dirk Bach und Atze Schröder waren da.“ Kindergartenkinder zeigten den Eltern Tanz auf der Bühne und die Senioren nahmen teil. Die Karnevalisten der Brejpottquaker liebten die schöne Kulisse mit riesigen Teilen alter Karnevals-Mottowagen.

Bruno Schmitz gibt die Hoffnung nicht auf, „unser schnuckeliges Kleinkunsttheater“ wieder zu beleben. Zunächst für ein Jahr sei aber die Aula der Joseph-Beuys-Gesamtschule (vormals Sebus, Ackerstraße) Bühne für KAB-Spielschar und Cinque.

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