Coronavirus

Corona: 500 Camper räumten die Oase am Wisseler See Kalkar

Tor zu, Schranke runter: Den Campingplatz Wisseler See musste Geschäftsführer Ludwig Ingenlath wegen des Coronavirus schließen.

Tor zu, Schranke runter: Den Campingplatz Wisseler See musste Geschäftsführer Ludwig Ingenlath wegen des Coronavirus schließen.

Foto: Astrid Hoyer-Holderberg

Kalkar-Wissel.  Coronavirus: 500 Dauercamper verließen am Wochenende den Platz am Kalkarer Freizeitsee. Übernachtung ist zu touristischen Zwecken nicht erlaubt.

Viele der Dauercamper am Wisseler See reagierten „sehr, sehr traurig“, dass sie am Wochenende ihre Oase verlassen mussten, beschreibt es der Geschäftsführer des Freizeitparks Wisseler See, Ludwig Ingenlath. „Viele von ihnen haben ihren Hauptwohnsitz in einer Großstadt“, weiß er. Manche leben in Mehrfamilienhäusern im Ruhrgebiet. „Die Idylle am Wisseler See ist für sie ein Zufluchtsort.“ Und sie empfinden es so, dass sie gerade hier, wo ihnen zwischen 80 und 110 Quadratmetern Stellplatz zur Verfügung stehen, sie sich doch viel eher aus dem Weg gehen und ein isoliertes Leben in Coronavirus-Zeiten führen könnten.

Aber Camper gelten eben als kontaktfreudig. Zumal viele ihre Nachbarn eben nur auf dem Platz des Freizeitparks Wisseler See treffen. Wer will da kontrollieren, wie viele sich zusammensetzen? Die Stadtverwaltung Kalkar jedenfalls hat Ludwig Ingenlath per Allgemeinverfügung angewiesen, dem Erlass der Landesregierung nachzukommen, dass jede Belebung am Wisseler See ausgeschlossen wird. „Hotelbetriebe, Ferienwohnungen sowie weitere Übernachtungsangebote dürfen nur zu notwendigen und ausdrücklich nicht touristischen Zwecken genutzt werden.“

Der Fachbereichsleiter für Ordnung und Sicherheit bei der Stadt Kalkar, Andreas Stechling, erklärt der NRZ: „In Wissel gibt es im Unterschied zu manchen anderen Plätzen in NRW keinen Fall, bei dem Camper den ersten Wohnsitz auf dem Campingplatz angemeldet hätten. Also versteht es sich von selbst, dass hier touristische Zwecke gegeben sind.“

Die Räumung galt „unverzüglich“ übers Wochenende. „Uns war ja vorher schon klar, der Tag wird kommen“, sagt Ingenlath.

Schon in der vorigen Woche hatte die Campingleitung die Handvoll touristischer Gäste bereits gebeten, zu gehen. Nun galt die Aufforderung leider auch für die rund 500 Dauercamper. Vorbuchungen mussten storniert werden. Ingenlath: „Das ist schade.“ Ist es auch existenzgefährdend? „Das müssen wir prüfen. Aber die Maßnahmen sind natürlich nachvollziehbar“, sagt Ludwig Ingenlath. Er hat volles Verständnis für jede Kontakteinschränkung in Zeiten des Coronavirus.

Der Saisonstart am Campingplatz Wissler See war für den 27. März geplant. Dann hätte es geheißen „Wasser marsch“ auf der alten Platzanlage am See, dann wäre eine Veranstaltung im „Campino“ geplant gewesen. Nun macht auch die Eröffnung des Shops keinen Sinn.

Strandbad am 1. Mai öffnen

Für die Mitarbeiter wurde und wird Kurzarbeit angemeldet. Das trifft vor allem die Servicekräfte in der Gastronomie. Diese hatte wegen der Öffnungsbeschränkung für Restaurants bereits vorige Woche seit Mittwoch geschlossen, tags darauf kam ja sowieso das vollständige Bewirtungsverbot. Andere Angestellte bearbeiten nun die Stornierungen und andere Anfragen. Auch muss der Rasen gepflegt, müssen Sträucher geschnitten werden.

„Wir gehen mal davon aus, dass es ab 20. April weiter geht und Gäste kommen dürfen“, hofft der Geschäftsführer. Der Erlass der Landesregierung gilt bis 19. April. Ingenlath: „Das Strandbad wollten wir eigentlich am 1. Mai eröffnen.“

Auch die Wohnmobilstellplätze in Goch auf dem Friedensplatz und in Kleve an der Landwehr und hinterm Bahnhof sind geräumt.

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