Covid 19

Corona im Kreis Kleve: Ab Montag gelten weitere Regeln

Die Studierenden Julia Meyer und Gunotry Mwariwangu tragen aus Überzeugung den Mund-Nasen-Schutz in Kleve. 

Die Studierenden Julia Meyer und Gunotry Mwariwangu tragen aus Überzeugung den Mund-Nasen-Schutz in Kleve. 

Foto: Astrid Hoyer-Holderberg

Kleve.  In der Klever Innenstadt geht für viele Passanten Vorsicht vor. Ab Montag gelten im Kreis neue Regeln. 7-Tage-Inzidenz jetzt bei 36,2.

Am Samstag in der Klever Innenstadt bietet sich ein ungewohntes Bild: jede Menge Masken. Sehr viele Menschen haben die Nachrichten verfolgt und nehmen neue Corona-Bestimmungen schon vorweg, die ab dem heutigen Montag vielerorts gelten. Im Kreis Kleve zwar erst dann, wenn die lokalen Ordnungsämter anordnen, dass Mund-Nasen-Masken an belebten Orten wie Fußgängerzonen vorgeschrieben wäre. Aber: „Das ist doch kein Problem. Ich trage auch Maske, wenn wir es noch nicht müssen. Wir wollen kein Virus verbreiten … und kein Bußgeld zahlen,“ sagt die Studentin Julia Meyer, die mit ihrem Kommilitonen Gunotry Mwariwangu über Kleves Große Straße läuft. „Seit ich die Maske trage, war ich nicht krank, nicht einmal Schnupfen.“

Hier gibt es mehr Artikel und Bilder aus Kleve und Umland„Ich trage die Maske beruflich achteinhalb Stunden täglich, da macht mit die eine Stunde in der Stadt auch nichts aus,“ sagt Kisten Hans. Sie arbeitet als Krankenschwester in der Tagespflege. „Wir machen uns Sorgen um die Senioren. Sie sind so glücklich, dass sie noch Besuch bekommen können.“ Die Corona-Einschränkung der Besuchserlaubnis im Frühjahr „haben den Gesundheitszustand speziell der Dementen sehr verschlechtert“, bedauert sie.

Maske trägt auch Andreas Theunissen in der Stadt. „Ich arbeiten in der Natur und habe ein eigenes Büro. Aber der Politik, die alles versucht, die Pandemie einzudämmen, sollten wir Folge leisten. Wir müssen alle an einem Strang ziehen, dann kriegen wir die Sache in den Griff“, ist er zuversichtlich.

Ursula und Roy Glashan tragen Mundschutz, um andere zu schützen und beklagen, wir viele sich doch in Geschäften rücksichtslos drängeln. „Ein bisschen schade und unglücklich“ finden sie die Uneinigkeit in den Bundesländern, was wie lange geschlossen werden solle.

Wir müssen uns anpassen, wenn die Zahlen hoch gehen

Birgit Roszykiewicz und ihre Tochter Sarina sitzen im Zelt, das der Imbiss Pesami seit zwei Tagen vor die Tür gestellt hat, um 15 Sitzplätze mehr auf Abstand unter Dach, von Heizpilzen erwärmt, anzubieten. „Ich wohne in Düsseldorf und muss dort sowieso eine Maske auf der Straße tragen“, sagt die Studentin. Auch für ihre Mutter steht „Schutz an erster Stelle. Wir müssen uns eben anpassen, wenn die Zahlen hoch gehen“.

Genau das passiert. 19 neue Fälle gab es am Sonntag: Die Zahl der Infizierten im Kreis seit Beginn der Covid-19-Pandemie seit dem Frühjahr damit auf 1361 gestiegen. Das Landeszentrum Gesundheit NRW (LZG) meldete 1365 Fälle im Kreisgebiet Kleve, weil es hier Gemeldete dazu zählt, die anderswo ihre Quarantäne verbringen, etwa Studierende. 260 Personen sind im Kreis aktuell angesteckt (siehe Infobox).

Laut Neufassung der Coronaschutzverordnung des Landes NRW vom Samstag hat nun der Kreis eine so genannte Allgemeinverfügung erlassen, eben weil die 7-Tage-Inzidenz (Infektionen pro 100.000 Einwohner in den letzen sieben Tagen) von 34,2 am Samstag bis Sonntag auf 36,2 stieg. Somit gelten die neuen Beschränkungen (ab Kennwert 35) so lange, bis sieben Tage hintereinander dieser Wert unterschritten wurde.

Die Hochzeit mit 150 Gästen

An Festen aus herausragendem Anlass dürfen ab Montag, 19. Oktober, höchsten 25 Personen teilnehmen. Glück hatte somit die Hochzeitsgesellschaft, die am Samstag in Kalkar bei Beckmann noch mit 150 Personen feiern durfte – sie hatte vorsichtshalber das Ordnungsamt um Erlaubnis gefragt.

Der Mund-Nasen-Schutz muss in geschlossenen Räumen bei Veranstaltungen auch am Sitz- oder Stehplatz getragen werden. Bei der nun vorliegenden Gefährdungsstufe 1 im Kreis Kleve gilt bei Verstößen ein neuer Bußgeldkatalog – etwa bei Festen mit mehr als 25 Personen 250 Euro Strafe.

Dem Kreisgesundheitsamt liegen insgesamt 1351 labordiagnostisch bestätigte Corona-Infektionen seit Beginn der Corona-Pandemie vor, davon 67 in Bedburg-Hau, 159 in Emmerich, 236 in Geldern, 152 in Goch, 37 in Issum, 45 in Kalkar, 50 in Kerken, 114 in Kevelaer, 188 in Kleve, 50 in Kranenburg, 80 in Rees, 24 in Rheurdt, 80 in Straelen, 21 in Uedem, 19 in Wachtendonk und 29 in Weeze.

1183 Personen gelten als genesen, 37 Personen sind verstorben, zehn im Hospital, 1120 in Quarantäne.

In Rees gibt es im Kindergarten St. Irmgardis einen Corona-Indexfall. Die betroffene Person sowie die ermittelten Kontaktpersonen der Kategorie 1 stehen unter Quarantäne. Die Kontaktpersonen werden kurzfristig getestet. In Kleve-Griethausen gibt es im St.-Martin-Kindergarten eine Kontaktperson der Kategorie 1. Diese Kontaktperson ist in Quarantäne. Zunächst wird das Testergebnis dieser Kontaktperson abgewartet, um anschließend über weitere Maßnahmen und Testungen zu entscheiden.

Text der Allgemeinverfügung ist zu lesen: www.kreis-kleve.de unter Bekanntmachungen.

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