Coronakrise

Corona: Kirche im Kreis Kleve vor finanzieller Unsicherheit

Auf Abstand bedacht waren die Teilnehmer bei der Diakonie-Mitgliederversammlung im Kreis Kleve.

Auf Abstand bedacht waren die Teilnehmer bei der Diakonie-Mitgliederversammlung im Kreis Kleve.

Foto: Schmelting / Kirchenkreis Kleve

Kreis Kleve.  Diakonie-Mitgliederversammlung im Kirchenkreis Kleve befürchtet: Ein zweiter Lockdown wegen Corona hätte verheerende Folgen.

Damit die Mitgliederversammlung nicht als Internetkonferenz stattfinden musste, war sie bei der Evangelischen Kirchengemeinde Geldern zu Gast. In der Heilig-Geist-Kirche konnten die Corona-Bestimmungen erfüllt werden.

28 Delegierte beschlossen einstimmig den von Geschäftsführer Pfarrer Joachim Wolff vorgetragenen Jahresabschluss. Er nannte wesentliche Eckpunkte: Das Wirtschaftsjahr 2019 schloss mit einem positiven Ergebnis von 56.510 Euro ab. Ein jahrelang bestehender Verlustvortrag konnte nun vollständig abgebaut werden. Zu den einzelnen Fachbereichen berichtete Wolff, dass im Fachbereich der Ambulanten Pflege stark in die Gewinnung neuer Pflegefachkräfte investiert wurde. Eine Prüfung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen bestätigte das Ergebnis des Vorjahres, erneut wurde die Bestnote „1,0“ vergeben.

Beim Betreuten Wohnen verzeichnet die Diakonie eine erfreuliche Entwicklung

Erfreulich auch die Entwicklung des Ambulant Betreuten Wohnens (BeWo). Ein Teilbereich, das BeWo 67 (Personen in besonderen sozialen Situationen) wächst weiterhin, Ende 2019 wurden 53 Personen unterstützt, 15 mehr als im Vorjahr. Mehr Kirchensteuermittel benötigten die Sozialen Dienste, dazu gehören die Sozialberatung, die Wohnungslosenberatung die Flüchtlingsberatung sowie die Suchtberatung und Suchtvorbeugung. Gerade in Corona-Zeiten werden die Sozialen Dienste noch stärker nachgefragt: In Kleve und Xanten etwa stieg die Zahl der Ratsuchenden in der Sozialberatung um 22 Prozent.

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Der Kirchensteueranteil beim Betreuungsverein der Diakonie im Kirchenkreis Kleve betrug 2019 immer noch 22,8 Prozent trotz der gesetzlichen Neuregelung der Vergütung der Vereinsbetreuer. Der Betreuungsverein ist mit 621 Ehrenamtlichen (49 Bevollmächtigte, 572 Betreuer) und 818 betreuten Personen ein besonderer Schatz der Diakonie im Kirchenkreis. Er ist der größte und erfolgreichste Betreuungsverein im Rheinland.

Geschäftsführer Joachim Wolff berichtete auch über die aktuellen Auswirkungen der Corona-Pandemie, die Arbeit des Krisenstabes, die Schließung der Tagespflegen über mehrere Wochen und die damit verbundene Kurzarbeit: Nach aktualisierten Berechnungen könnten die Einbußen der Diakonie bei 450.000 Euro liegen. Ein zweiter „Lockdown“ hätte wirtschaftlich verheerende Auswirkungen, so Wolff.

Die Kompetenzabgrenzung und Kommunikation in der Diakonie ist nötig

Die Mitgliederversammlung schloss sich dem Diakonischen Governance Codex (DGK) an. Er ist ein Regelungswerk zur Kompetenzabgrenzung und Kommunikation der Organe untereinander. Die beschlossenen Transparenzstandards von Diakonie und Caritas sind Bestandteil des DGK. Er wird auf www.diakonie-kkkleve.de/transparenzbericht veröffentlicht.

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