50-jähriges Jubiläum

Das KAG in Kleve möchte ein „Gymnasium der Chancen“ bleiben

Beim Festakt zum 50-jährigen Bestehen des Konrad-Adenauer-Gymnasiums Kleve traten die Big Band und der Oberstufenchor gemeinsam auf.

Beim Festakt zum 50-jährigen Bestehen des Konrad-Adenauer-Gymnasiums Kleve traten die Big Band und der Oberstufenchor gemeinsam auf.

Foto: Niklas Preuten

Kleve-Kellen.  Das Konrad-Adenauer-Gymasium feiert sein 50-jähriges Bestehen mit einem kurzweiligen Festakt. Die Schule freut sich auf den Umzug an den Bahnhof.

Schwungvoll beim „Uptown Funk“ der Big Band, nachdenklich im Theaterstück der Fairtrade-Gruppe, berührend bei der Ehrung von Bruno Janßen für die Schulpartnerschaft mit El Salvador und wummernd während des Einzugs der Konga Quings: Das Klever Konrad-Adenauer-Gymnasium (KAG) hat beim Festakt zum 50-jährigen Bestehen viele seiner Facetten präsentiert. Die von den Schüler-Aufführungen getragene Feier bewegte sich zwischen Rückblick auf ein halbes Jahrhundert Schulgeschichte und Ausblick auf den geplanten Neubau am Bahnhof.

Mut zur Veränderung

„Das KAG war für mich niemals das hässliche Entlein“, stellte Anke Domrose im voll besetzten Pädagogischen Zentrum der Schule fest. „Das KAG war immer innovativ, kreativ und – für mich als Beamtin aus Düsseldorf – manchmal verhaltensoriginell“, sagte die Dezernentin der Bezirksregierung Düsseldorf mit einem Augenzwinkern.

Domrose würdigte das Gymnasium in Kellen als „eine Schule, die Reformen immer geliebt hat. Sie hatte den Mut, gegen alle Kritik, Häme und Zweifel neue Wege zu gehen“. Die Einführung des Ganztags 1986 oder des Montessori-Zweigs hob auch Schulleiter Heinz Bernd Westerhoff hervor. Zur Schul-DNA gehöre, flexibel auf gesellschaftliche Veränderungen zu reagieren, dabei jedoch nicht beliebig Trends hinterher zu laufen, sagte Westerhoff.

Zeitreise durch die vergangenen 50 Jahre

Die beiden Moderatorinnen Judith Keßler und Silke Eicher verwoben ihren Rückblick auf die Schulgeschichte, die ihren Anfang in „Baracken“ genommen habe, mit Erinnerungen auf die Schlaglichter in Politik und Gesellschaft der vergangenen 50 Jahre: von Schlaghosen über den Siegeszug des Walkman bis zum Fall des Eisernen Vorhangs und der „Fridays for Future“-Bewegung.

Neben gelungenen musikalischen Auftritten von Big Band und Oberstufenchor sowie der Konga Quings mit Sängerin Najoma Coronado sorgte eine Ehrung für Gänsehaut bei vielen Beteiligten: Die aus El Salvador angereiste Deysi Espinoza drückte Bruno Janßen ihre „tiefe Dankbarkeit“ aus. Der KAG-Lehrer ist der Initiator der nun 20 Jahre alten Partnerschaft mit der Gemeinde Nueva Esperanza in dem mittelamerikanischen Land.

„Fairness wird hier großgeschrieben“, sagte Bürgermeisterin Sonja Northing, die an die kurzfristige Unterbringung von Flüchtlingen in der Turnhalle im Jahr 2015 erinnerte. „Die ganze Schule zeigte damals wahre Haltung.“

Neubau kostet 45 Millionen Euro

Schulleiter Westerhoff sprach überzeugt davon, den „Geist der Schule zusammen weiterzuentwickeln“ – nach dem für 2024 geplanten Umzug in den 45 Millionen Euro teuren Neubau im Stadtzentrum. Den Standort am Bahnhof bezeichnete Anke Domrose als „herausragend – nicht nur wegen der Anbindung an die Region“. Die Verkürzung der Fahrtzeiten werde zusätzliche gemeinsame Kurse mit anderen Schulen ermöglichen. „Dann gibt es vielleicht neben dem Biologie-Leistungskurs auch LK in Chemie und Physik“, so die Dezernentin der Bezirksregierung.

Bei aller Bereitschaft zur Veränderung, die das KAG auszeichnet, soll die Schule nach Wunsch ihres Leiters Heinz Bernd Westerhoff gleichwohl eines bleiben: ein „Gymnasium der Chancen“.

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