Porträt

Das Leben in Nütterden lebenswerter machen

Margret Schindler-Böhmer ist Vorsitzende des Heimat- und Verschönerungsvereins Nütterden.

Margret Schindler-Böhmer ist Vorsitzende des Heimat- und Verschönerungsvereins Nütterden.

Foto: Andreas Daams

Kranenburg-Nütterden.  Margret Schindler-Böhmer ist Vorsitzende des Heimat- und Verschönerungsvereins in Nütterden und treibt die Mitgliederzahlen ganz schön nach oben

Die Kurve zeigt nach oben. Die Mitgliederzahlen steigen, erst letztes Jahr sind vier junge Familien in den Heimat- und Verschönerungsverein Nütterden eingetreten. Mittlerweile machen 190 Leute mit. Als Margret Schindler-Böhmer vor neun Jahren ihr Amt als Vorsitzende antrat, waren es um die 160. Nicht schlecht in Zeiten, in denen viele Vereine ums Überleben kämpfen.

Das Dorfleben ist gesellig

Andererseits: Dass es auf und ab geht in Vereinen, ist normal. Als sich der Verein 1947 gründete, hieß er noch „Gartenbauverein“. Damals ging es darum, sich im Nachkriegselend untereinander zu helfen, mit Pflanzensamen, Dünger, Spritzmitteln und Gerätschaften. Dann kam das Wirtschaftswunder, den Leuten ging es materiell besser, und scharenweise meldeten sich die Mitglieder ab. Mit den neuen Aufgabe, der Verschönerung des Dorfes und der Intensivierung des Dorflebens, stiegen die Zahlen wieder. Das war die Zeit, in der in vielen anderen Orten Heimatvereine überhaupt erst entstanden.

Margret Schindler-Böhmer zog erst vor 14 Jahren nach Nütterden, „der Liebe wegen“, wie sie sagt. Die gebürtige Kleverin, aufgewachsen in einer Gärtnerei, fühlte sich in Nütterden schnell heimisch. „Mein Mann genießt hier hohes Ansehen, und mich hat man sehr gut und herzlich empfangen“, erzählt sie. Dass sie mal Vorsitzende des Heimat- und Verschönerungsvereins werden würde, hätte sie damals wohl selber nicht geglaubt: „Ich war zuvor nie in einem Verein gewesen.“ Doch dann fragte der Schwager ihres Mannes, der den Verein 20 Jahre geleitet hatte, ob sie das Amt nicht übernehmen wolle. Nach einer Bedenkzeit stimmte sie zu. Und hat es nicht bereut.

Mehr Menschen engagieren sich

Denn die vielen Aufgaben machen Spaß. Das beginnt bei der Organisation des Maikranzbindens, öffentlich und mit anschließendem Grillen. „Anfangs kamen vielleicht sechs Leute, jetzt sind es 40“, freut sie sich. Es gibt die Maiandacht am Bilderstock, dann natürlich das Dorffest im Juni, bei dem alle Vereine in Nütterden mitmischen. Ein alljährlicher Ausflug führt beispielsweise in niederländische oder deutsche Städte, gerne auch zu Landes- oder Bundesgartenschauen. Auch bei der Kirmes ist der Heimatverein aktiv: Am Sonntagnachmittag betreibt er eine Cafeteria. Wichtig ist auch das Erntedankfest in der Kirche, an das sich ein Frühstücksbuffet anschließt. Im Herbst gibt es dann noch eine gemeinsame Wanderung, im Dezember dann einen Weihnachtsbaumverkauf auf dem Dorfplatz, natürlich mit Glühwein, Kakao und Waffeln.

Für das Dorf im Einsatz

„Das Wort Verschönerung klingt vielleicht nicht modern, aber eigentlich trifft es ganz gut“, findet Margret Schindler-Böhmer. Ob es die Blumenkübel vor der Kirche sind, die Instandhaltung der Dorfbrunnen, oder die Planung für die Aufstellung einer große Stele aus rotem Granit von Christoph Wilmsen-Wiegmann – immer sind es Freiwillige aus dem Kreis des Vereins, die das Dorf lebenswerter machen.

Langweilig wird es Margret Schindler-Böhmer also nicht. Obwohl Rentnerin, arbeitet sie inzwischen wieder für einige Stunden im Monat im kaufmännischen Bereich, ganz so wie in ihrer aktiven Berufszeit. „Meine Tochter hat mich reaktiviert“, schmunzelt sie. Daneben bleibt aber noch Zeit für ihren Mann, einen jungen Hund und den Garten mit Treibhaus.

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