Kommentar

Das Nazi-Kriegerdenkmal ist eine Schande für Kalkar

Andreas Gebbink

Andreas Gebbink

Foto: Miriam Fischer / funkegrafik nrw

Kalkar.  Der Rat der Stadt Kalkar sollte endlich diese unsägliche Nazi-Skulptur im Stadtpark abreißen lassen. Sie wird nie als Mahnmal dienen können.

Es gibt eine Lösung für das Kalkarer Nazi-Denkmal: zwei Stangen Dynamit! Und zwar zügig!

Dieses ganze unwürdige Theater um diesen hässlichen Vogel lässt sich nicht mehr nachvollziehen. Das Monument im Stadtgarten von Kalkar ist ein Nazi-Denkmal. Dies ist sowohl von wissenschaftlicher Seite bestätigt und auch für den ungeschulten Betrachter ganz offensichtlich. Versuche, dieses Nazi-Relikt irgendwie umzudeuten als Mahnmal für die Zukunft, sind lächerlich. Die Situation wird auch nicht dadurch besser, dass man zwei erklärende Informationstafeln daneben stellt. Der Reichsadler mit dem Schwert bleibt, das unsägliche Zitat von Adolf Hitler bleibt, die Ehrung von Wehrmachtssoldaten als Helden bleibt. Dieser Nazi-Klotz ist eine Schande für Kalkar.

Ein Mahnmal mit Hitler-Zitat und martialischem Reichsadler?

Wie wollen die Ratsvertreter in Kalkar den Familienangehörigen von Opfern offen ins Gesicht blicken, wenn man sie mit dieser Nazi-Skulptur an prominentester Stelle in der Stadt verhöhnt. Die Wehrmacht war keine ehrenhafte Truppe, sondern hat in vielen Ländern Europas grausame Verbrechen begangen. Sicherlich waren darunter Soldaten, die keine Wahl hatten und für Adolf Hitler in den Krieg ziehen mussten. Sie haben ihr Leben für eine Diktatur geopfert. Aber muss man diese Menschen dann noch mit einem Adolf-Hitler-Zitat und martialischem Reichsadler „ehren“? Anno 2020 sollten wir doch andere Formen des Gedenkens finden können. Also: Weg mit der Nazi-Schande, dafür ein neues Mahnmal, welches den Namen wirklich verdient. Die Namen der Gefallenen könnte man erneut in Ehren halten.

Kalkarer Ratsbeschlüsse wirken naiv, fahrlässig und wenig konsequent

Den Kalkarer Ratsmitgliedern kann man nicht vorwerfen, dass sie sich nicht mit dem Objekt auseinandergesetzt haben. Aber ihre Beschlüsse wirken naiv, fahrlässig und wenig konsequent. Zeitdokumente dieser schrecklichen Diktatur gibt es noch viele, dafür muss man nicht an dieser Kriegsverherrlichung festhalten. Es als Mahnmal umzudeuten wird nicht gelingen, vielmehr ist zu befürchten, dass es eine Pilgerstätte für verwirrte Neo-Nazis wird. Im gesamten Kreis Kleve gibt es kein ähnliches Nazi-Monument. Warum schafft Kalkar es nicht endlich ab?

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben