Sanierung

Das Schulzentrum in Kalkar wird teurer als geplant

Die Sanierung des Schulzentrums in Kalkar muss noch warten.

Foto: Andreas Gebbink

Die Sanierung des Schulzentrums in Kalkar muss noch warten. Foto: Andreas Gebbink

Kalkar.   Bei der Begutachtung des Schulzentrums in Kalkar sind neue Mängel aufgetreten. Es braucht neue Türen, neue Lichter und neue Brandschutzmaßnahmen.

Die Stadt Kalkar hat kein Glück mit der Sanierung des Schulzentrums. Noch im August 2016 zeigte sich der zuständige Architekt Gunnar Ader optimistisch, dass man im Juni 2017 das Hauptschulgebäude umbauen könne, damit das Gymnasium in den jetzigen Sommerferien umziehen kann. Danach sollte das Gymnasium für die Grundschule hergerichtet werden. In den Herbstferien sollte das Gröbste überstanden sein – so die ursprüngliche Planung.

Doch daraus wird alles nichts. Nachdem die Holzdecke in der Hauptschule bereits den Zeitplan durcheinander gebracht hatte, werden jetzt neue Mängel offenkundig, die dringend in den Sanierungskatalog aufgenommen werden müssen. Der städtische Oberbaurat Frank Sundermann geht davon aus, dass sich die Sanierungsarbeiten mindestens um ein halbes Jahr verzögern. Vielleicht dauert es aber auch länger.

Weder Zeitplan noch Kosten klar

Am Mittwoch trafen sich die zuständigen Kräfte, um über das Schulzentrum und einen neuen Zeitplan zu reden. Doch Donnerstag konnte Sundermann im Gespräch mit der NRZ noch keine konkreten Angaben machen: weder Zeitplan noch Kosten sind klar. Nur so viel: es wird teurer. „Wir werden dem Rat der Stadt Kalkar nach den Ferien eine genaue Kostenschätzung und einen Zeitplan vorlegen“, sagte Sundermann gegenüber der NRZ.

Die jetzt aufgenommenen Mängel sind zum Teil erheblich. Sundermann berichtet, dass die Beleuchtung in den Klassenräumen komplett ausgetauscht werden muss, da die Lux-Zahl nach der Arbeitsstättenverordnung nicht ausreichend ist. Die Verwaltung möchte jetzt auf eine LED-Beleuchtung umstellen. Das bedeutet allerdings, dass alle Lampen für das ehemalige Hauptschulgebäude und das Gymnasium angeschafft werden müssen. Möglicherweise gibt es hierfür eine finanzielle Förderung, die beantragt werden kann.

Problematisch sind auch die Rauchschutztüren in den Fluren des Schulzentrums. Diese würden nicht mehr den gesetzlichen Bestimmungen entsprechen und müssen ausgetauscht werden. Aus Brandschutzgründen muss zudem die Holzverkleidung in den Fluren verdeckt werden. Die Flure sind mit einer Vertäfelung ausgestattet, die gut 1,80 Meter hoch ist. Dies entspricht nicht den gesetzlichen Vorgaben. Sundermann erzählt, dass die Holzelemente umkastet werden sollen.

Mängel waren nicht offensichtlich

Man darf sich fragen, warum diese Missstände erst jetzt ans Tageslicht kommen und nicht schon im Vorfeld gesehen worden sind. Bereits im August 2016 wurde der Umsetzungsplan auf der Grundlage einer Vorplanung vorgestellt. Sundermann erklärt jetzt im Gespräch mit der NRZ, dass nicht alle Mängel so offensichtlich waren: „Der Architekt muss davon ausgehen, dass die vorhandenen Dinge auch genehmigungsfähig sind“. Wie sich jetzt herausstellt, gab es unter anderem keine Ausnahmeregelung für die Holzvertäfelung.

>> ZEITPLAN UND KOSTEN

Aktuell gehen die Kalkarer Stadtverwaltung und der Architekt davon aus, dass sich die Arbeiten um ein halbes Jahr verzögern werden. Mitte 2019 sollte das Konzept umgesetzt sein. Über die zusätzlichen Kosten können keine Angaben gemacht werden. Bislang belaufen sich die Kosten auf 1,3 Mio. Euro.

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