Politik

Das wird eng in der Klever Spyckstraße

Vor dem Seniorenstift Franziskushaus wird ein Übergang gebaut. Die Zahl der Parkplätze sinkt.

Foto: Astrid Hoyer-Holderberg

Vor dem Seniorenstift Franziskushaus wird ein Übergang gebaut. Die Zahl der Parkplätze sinkt. Foto: Astrid Hoyer-Holderberg

Kleve.   Bäume bekommen extrem viel Platz. Eng auch auf den Zuhörerstühlen im Ratssaal: Kleves Stellung zu Windenergie im Wald ist nun fällig.

Am Mittwoch wird es eng werden im neuen Ratssaal auf den Zuhörer-Stühlen. Zum einen geht es um Kleves Stellungnahme zum Entwurf des Regionalplans Düsseldorf in Sachen Windenergieanlagen im Reichswald. Schon im Hauptausschuss hatte sich die „Bürgerinitiative Gegenwind“ in einheitlichen T-Shirts formiert, zog aber murrend ab, als die Diskussion auf den Rat verschoben wurde. Bürgermeisterin Sonja Northing bat die Bürger, dann nicht mehr diese Shirts „Klimaschutz und Umweltschutz“ anzuziehen, weil das eine „unzulässige politische Willensbekundung“ bedeute.

Außerdem haben auch Donsbrügger und Rinderner ein Anliegen, denn die ungeliebte Querspange Eichenallee steht im Regionalplan als Option für die Zukunft.

Drei Meter in den Straßenraum hinein ragen

Drittens fällt endgültig die Entscheidung für die Spyckstraße, die sich innerhalb eines Jahres zum Politikum hochgeschaukelt hat. Die Anwohner hatten durchgesetzt, dass nicht alle Bäume ratzekahl gefällt werden. Der Naturschutzbeirat beim Kreis erkannte eine schützenwerte„Allee“. Der Beirat formulierte: „Die vorhandenen Baumstandorte sind zu optimieren, zum Beispiel durch Vergrößerung der Pflanzbeete“. Klockhaus nimmt das als Auftrag und bürokratisch sehr genau.

Die mickrigen Standorte für die bleibenden Rotdorn, Weißdorn und Mehlbeere bekommen jeder einzelne zwei mal vier Meter große Wurzel-Tröge. Und zwar so angelegt, dass sie auf jeder Seite drei Meter in den Straßenraum hinein ragen. „Die Grünfläche erhält eine beträchtliche Breite“, sagte Klockhaus im Hauptausschuss ungerührt.

Und weil die Baumscheiben ja nicht mehr von Pkw befahren und be-parkt werden dürfen, reduziert sich die Zahl der Autostellplätze von 80 auf nicht mehr 68, sondern jetzt bloß noch 38 in der ganzen Straße bis zur Einmündung Goethestraße. Von den 111 Bäumen werden 18 sofort gefällt, 15 wohl im Laufe der Bauarbeiten, vielleicht mehr, wenn es bautechnisch nötig werde.

Für die maroden Kanäle sei dringend Ersatz nötig

Die Bürgersteige messen etwa 1,50 m Breite, barrierefrei. Vor dem Seniorenstift Franziskushaus sieht er einen breiten Übergang vor. Der Leiter des Seniorenhauses hatte in einer Versammlung gesagt, dass eine Querungshilfe unnötig sei, weil die Senioren auf ihrer Straßenseite in die Innenstadt kommen. Es wird trotzdem gebaut.

Ob tatsächlich Handlungsbedarf bestehe, fragte Michael Bay (Grüne) im Hauptausschuss nach. Baudezernent Rauer sagte: Ja, für die maroden Kanäle sei dringend Ersatz nötig. Die Straßengestaltung habe zwar Zeit. Aus wirtschaftlichen und zeitlichen Gründen aber will man den Kanal- und Straßenbau zusammen vergeben, um Belästigung in der Bauzeit für die Anwohner zu verkürzen. Würde man das trennen, käme es für die Anlieger noch teurer, sagte Kämmerer Willibrord Haas. Der Hauptausschuss empfahl einstimmig dem Rat.

Auch in weiteren Tagesordnungspunkten hat es der Rat in sich: Minoritenplatz (siehe Lokalseite 3), Bahnhofsumfeld, Parkpflegewerk, Sportstätten-Entwicklungsplan, Zügigkeit der Karl-Kisters-Realschule, Bebauungspläne.

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