Deichbau

Deichverband Kleve plant ohne Schleuse in Brienen

Der Deichverband Kleve plant den Hochwasserschutz in Brienen künftig ohne Schleuse.

Foto: Andreas Gebbink

Der Deichverband Kleve plant den Hochwasserschutz in Brienen künftig ohne Schleuse. Foto: Andreas Gebbink

Kleve.   Der Deichverband Kleve-Xanten hat erste Pläne aufgestellt. Die sehen einen Deichkörper vor der Briener Schleuse vor. Die Hubbrücke müsste verschwinden

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Wenn es ums Hochwasser geht, dann werden die Kreis Klever ganz schön neugierig. Am Sonntag nutzten zahlreiche Menschen das schöne Wetter, um bei strahlendem Sonnenschein das gestiegene Rheinwasser zu beobachten. Das Wasser verändert Perspektiven, neue Seen entstehen, die Landschaft erschafft sich neu - und über allem liegt eine gewisse Spannung: Wie hoch wird der Rhein wohl noch steigen?

Auch auf den Deichen zwischen Griethausen und Kekerdom herrschte gestern Hochbetrieb. In Kalkar-Grieth, in Emmerich und Rees waren viele unterwegs, um das Spektakel zu beobachten.

Für die Verantwortlichen des Deichverbandes Kleve-Xanten sind das nun Tage, die ihre Arbeit wieder vielen ins Gedächtnis ruft. Denn nach wie vor hat der Verband viele Deichkilometer zu sanieren. Aktuell wird in Kalkar-Grieth gearbeitet, in den nächsten Jahren ist der Oraniendeich zwischen Rheinbrücke und Griethausen dran und nicht zuletzt auch der Abschnitt zwischen Griethausen und Brienen.

Planungen Oraniendeich

Die Planungen für beide Abschnitte laufen bereits seit längerem. Der Oraniendeich befindet sich gerade in der entscheidenden Ausführungsplanung: „Wir hoffen, dass wir in der zweiten Jahreshälfte mit den Vorarbeiten beginnen können“, sagte Deichgräf Hans-Heinrich Beenen der NRZ. Wie berichtet, soll der alte Deich so lange wie möglich für den Verkehr frei gehalten werden. Der neue Deich wird dann bereits parallel errichtet - ähnlich wie zurzeit zwischen Grieth und Wisselward.

Doch ob die Planung so schnell vorangehen wird, hängt auch von den immer noch nicht abgeschlossenen Grundstücksverhandlungen mit den Anliegern ab. Wie berichtet, möchten die Landwirte ihre arrondierten Ländereien nur ungern abgeben und verlangen einen Ausgleich. Ziel ist es, die Deichlinie in Höhe Huiskampstraße in Kleve-Warbeyen um bis zu 200 Meter zurück zu verlegen, um die Abfließgeschwindigkeit des Rheins bei Hochwasser zu erhöhen.

Planungen Brienen

Spannend wird auch die Umsetzung des Deichabschnittes Griethausen - Brienen. Im Gespräch mit der NRZ sagte Hans-Heinrich Beenen, dass der Deichverband jetzt seine Vorplanungen aufgestellt habe. Und die sehen bislang die Errichtung eines Deiches vor den Toren der Schleuse vor. Das älteste Schleusenwerk Deutschlands hätte dann keine Funktion mehr. Hinter dem Deich würden ein neues Pumpwerk errichtet und eine Fischtreppe. Teile des Hebewerks müssten verschwinden, so Beenen. „Die Schleuse müsste zum Teil abgerissen werden.“

Erstaunt zeigt sich Beenen darüber, dass sich die Stadt Kleve bis heute nicht richtig zur Schleuse positioniert habe. „Wir haben zahlreiche Gespräche mit der Verwaltung geführt und die Stadt oft angesprochen, aber wir wissen immer noch nicht, ob sie eine Sportschleuse bauen will oder nicht“, so Beenen. Der Deichverband will an seinem Zeitplan festhalten. Bis 2025 soll auch der Abschnitt zwischen Griethausen und Brienen stehen: „Wenn kein Signal aus Kleve kommt, dann gehen wir in die Vollen“, so Beenen. Die Stadt Kleve möchte heute gegenüber der NRZ zu den Planungen Stellung nehmen.

Auch zwischen Griethausen und Brienen müsse der Deich ein Stück zurückverlegt werden, da der neue Deich vor der Schleuse dem Rhein wieder Platz nimmt. Wo die Rückverlegung erfolgen kann, könne man erst nach Grundstücksgesprächen mit den örtlichen Anliegern klären, so Beenen.

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