Schnelles Internet

Der Breitbandausbau im Kreis Kleve verzögert sich deutlich

Dass in Leerrohre mal Glasfaserkabel geblasen werden. darauf muss man im Kreis noch warten.

Foto: Carsten Rehder/dpa

Dass in Leerrohre mal Glasfaserkabel geblasen werden. darauf muss man im Kreis noch warten. Foto: Carsten Rehder/dpa

Kreis Kleve.   2018 sollte der Breitbandausbau fertig sein. Doch der Kreis hat noch keine Vergabe getätigt. Kranenburg rechnet mit der Fertigstellung 2020.

Es sollte ja schnell gehen mit dem schnellen Internet. Doch bevor die Bürger durch die bunte Welt des World Wide Web sausen können, haben der Rechtsstaat und die Marktwirtschaft noch einige Hürden aufgebaut. Und im Kreis Kleve scheinen diese größer zu sein als ursprünglich gedacht. So musste in Kranenburg die erste Ausschreibung mangels Interessenten wiederholt werden, und auch der Kreis Kleve tüftelt seit einer ganzen Weile an der Vergabe des Breitsbandausbaus herum. Hoffentlich sind die Netze künftig schneller als die rechtlichen Verfahren.

Warum sich alles in die Länge zieht, bleibt ungewiss. Die NRZ hakte bei der Kreisverwaltung nach und wollte wissen, ob aufgrund der deutschlandweit enormen Nachfrage in diesem Bereich mit Baukostensteigerungen zu rechnen ist und ob noch in diesem Jahr mit dem Bau begonnen werden kann. Auch wollte die NRZ wissen, ob die Fördermittelgeber bereit sind, die zugesagten Fördersummen zu erhöhen.

Die Kreisverwaltung nahm es mit der Beantwortung der Fragen sehr genau. Ein Jurist musste sich damit beschäftigen, um im aktuellen Vergabeverfahren keine Fehler zu machen. Die Antwort fiel daher einfach aus: „Diese Fragen können erst nach Abschluss des Ausschreibungsverfahrens und des Abstimmungsprozesses mit den Zuwendungsgebern beantwortet werden.“

12 000 Haushalte an entlegenen Orten

Ziel des Kreises Kleve ist es, 12 000 Haushalte an entlegenen Orten anzuschließen. Also jene „weiße Flecken“, die für Wirtschaftsunternehmen nicht rentabel mit schnellem Internet zu versorgen sind. Ursprünglich sollte bis zum Jahresende 2018 alles fertig sein. Doch daraus wird wohl nichts.

Der Kreis Kleve übernimmt den Breitbandausbau für 15 Kommunen und hat dafür drei Projekte ausgeschrieben. In allen drei Verfahren habe man mehr als einen Bieter, so der Kreis. In allen Verfahren gebe es auch noch Abstimmungsbedarf mit Bund und Land, da auch die Schulen mit dem Programm abgedeckt werden sollen.

Für den Nord- und Mittelkreis sollen weitere Anträge gestellt werden, die das Projektvolumen erhöhen. Stand heute hat der Bund dem Kreis insgesamt gut 30 Millionen Euro (50 Prozent) zugesichert und das Land gute 24 Millionen Euro (40 Prozent).

Zwei Interessenten in Kranenburg

Kranenburg zählt nicht zum Programm des Kreises, und im Rathaus an der Großen Straße ist man auch etwas auskunftsfreudiger. Bürgermeister Günter Steins geht davon aus, dass seine Kommune den Breitbandanschluss wohl erst bis Ende 2020 hinbekommen wird. Und das wäre für ihn auch „völlig in Ordnung.“ Es komme jetzt nicht auf Schnelligkeit an, sondern auf die Umsetzung des Ziels „flächendeckende Versorgung“. Steins kann immerhin bestätigen, dass die neue Vergabe in Kranenburg zwei Interessenten angelockt hat. „Ich gehe davon aus, dass wir möglichst schnell anfangen können“, so der Bürgermeister. Dies stehe unter dem Vorbehalt der Vergabe. In vier Wochen wolle man das Verfahren abschließen.

Steins hat bereits mit den Fördermittelgebern von Bund und Land gesprochen. In Berlin und Düsseldorf sähe man es gerne, wenn bis Ende 2019 alles fertig ist. Der Bund hat eine Förderzusage in Höhe von 1 049 000 Euro (50 Prozent) gemacht, das Land übernimmt 523 000 Euro (40 Prozent) und für die Gemeinde verbleibt ein Eigenanteil in Höhe von zehn Prozent. Ob das Geld reicht, um das Ziel zu erreichen, werde man der Ausschreibung beurteilen können.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik